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Lamar Odom gewann mit den L.A. Lakers 2009 und 2010 die Meisterschaft © getty

Dallas startet gegen die Nets in die zweite Saisonhälfte. Deren Star flirtet mit der Heimat. Odom gibt Rätsel auf. Nowitzki lobt.

Von Eric Böhm

München - Es geht wieder los! Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks starten aus der Lauerstellung in die zweite Hälfte der NBA-Saison.

Das All-Star Weekend war für den Titelverteidiger die vorläufig letzte längere Ruhepause. Die Partie gegen die New Jersey Nets (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) ist der Auftakt zu neun Spielen in zwölf Tagen (523845DIASHOW: Das All-Star Game 2012).

"Das ist eine unfassbare Menge, das habe ich noch nie erlebt. Aber es ist die Schuld von Spielern und Teambesitzern. Wir haben das zwei Jahre lang auf uns zukommen sehen. Nun müssen wir damit klarkommen", betont Nowitzki (INTERVIEW: Nowitzki spricht bei SPORT1).

Mavericks als Jäger

Der einzige All-Star der Mavericks erreichte vor der Pause wieder seine gewohnte Form und führte seine Mannschaft zu sieben Erfolgen aus den vergangenen neun Spielen.

Aktuell reicht das für Rang vier in der Western Conference. Nach dem desolaten Saisonstart war mit einer solch starken Ausgangsposition nicht zu rechnen.

"Wir gehen zuversichtlich in die nächsten Wochen. Oklahoma City hat sich oben festgesetzt, aber der Westen ist extrem ausgeglichen. Uns sollte niemand unterschätzen", sagt Jason Terry.

Sommer im Fokus

Dennoch scheint sich in Dallas schon alles um den kommenden Sommer zu drehen. Beim All-Star Game in Orlando (Bericht) musste sich Nowitzki immer wieder mit Fragen über Center Dwight Howard beschäftigen, der nach der Saison als Free Agent auf dem Markt sein könnte.

"An den Spekulationen beteiligte ich mich nicht. Von daher übt der Gedanke, Howard im Team zu haben, keine Faszination auf mich aus", erklärt Nowitzki bei SPORT1.

Es ist allerdings kein Geheimnis, dass die Mavericks bewusst einige Spieler des Meisterkaders ziehen ließen, um im Sommer groß zuzuschlagen.

"Mavs wollen es wie Miami machen"

Neben Howard - dessen Berater Dan Fegan brachte bereits Shawn Marion, Tyson Chandler oder Drew Gooden nach Dallas - steht Deron Williams ganz oben auf der Wunschliste.

Der All-Star stammt aus der texanischen Metropole und teilte den Mavs bereits im Juni mit, dass er gern nach Hause kommen würde - das berichtet zumindest die "New York Daily News".

Der Auftritt mit den Nets ist also eine Gelegenheit für den Point Guard vorzuspielen - in seinen vergangenen sieben Spielen im American Airlines Center kommt der 27-Jährige auf durchschnittlich 26,1 Punkte sowie 8,6 Assists.

"Die Mavs wollen es wie Miami machen. Sie versuchen ihre eigenen Big Three um Nowitzki zu formieren. Es ist möglich", sagt ein anonymer NBA-Manager der Zeitung.

Wieder Theater um Odom

Ein aktuelles Sorgenkind der Mavericks wird D-Will in Dallas sowohl beim Spiel als auch nach einem möglichen Wechsel im Sommer wohl nicht antreffen.

Das Drama um Lamar Odom geht weiter. Der 32-Jährige wollte 2011 nach dem Tod seines Cousins schon aufhören und die Lakers vertrieben ihn im Zuge des geplatzten Paul-Trades.

Bei seinem neuen Arbeitgeber erschien der amtierende beste sechste Mann der Liga dann in einem katastrophalen körperlichen Zustand (524036DIASHOW: Tops und Flops der 1. Saisonhälfte).

Als es für den Power Forward langsam aufwärts zu gehen schien, platzte die nächste Bombe. Odom verließ sein Team, da es seinem Vater in Los Angeles sehr schlecht ginge.

Cuban tritt Gerüchten entgegen

Umgehend wurden Gerüchte laut, er werde überhaupt nicht nach Dallas zurückkehren und wolle sich aus seinem Vertrag herauskaufen.

"Darüber haben wir nicht gesprochen. Ein Buyout kommt auch nicht in Frage. Wir wollen ihm mit seinen persönlichen Problemen helfen und erwarten, dass er ein wertvoller Baustein für uns wird", stellte Eigentümer Mark Cuban klar.

Comeback offen

Die Situation gibt trotzdem Rätsel auf. Denn Odom bleibt aktuell verschollen. Die Mavericks wissen offenbar nicht, wo er sich aufhält und wann er wieder auftaucht.

"Lamar ist nicht hier. Er kümmert sich um eine familiäre Angelegenheit. Wir hoffen, er wird sich uns bald wieder anschließen", meint Coach Rick Carlisle.

Immerhin steht Roddy Beaubois gegen New Jersey vor dem Comeback. Der Guard verpasste die vergangenen fünf Spiele wegen des Todes seines Vaters.

Nowitzki lobt Abwehr

Das Erfolgsrezept der Mavs fußte zuletzt aber ohnehin auf der kollektiven Abwehrstärke.

Kein NBA-Team gestattet dem Gegner eine schwächere Wurfquote (41,6 Prozent). In 12 der letzten 13 Partien gab die Truppe zuletzt keine 100 Punkte ab.

"Coach Carlisle streut immer wieder Zonendeckungen ein. Außerdem haben wir Leute, die wirklich verteidigen können: Jason Kidd und vor allem Shawn Marion, der es bislang unbedingt verdient, ins All-Defensive Team gewählt zu werden", lobt Nowitzki.

Das sollen auch die Nets zu spüren bekommen.

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