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Brook Lopez spielte mit Zwillingsbruder Robin am College für Stanford © getty

Dallas verpatzt den Auftakt in die zweite Saisonhälfte. Der gute Nowitzki hadert: "Es war brutal." Lopez beendet das Nets-Trauma.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Die Dallas Mavericks haben ihr erstes Spiel nach dem All-Star Weekend der NBA in den Sand gesetzt (523845DIASHOW: Das All-Star Game 2012).

Dirk Nowitzkis Meisterteam unterlag den New Jersey Nets denkbar knapp mit 92:93 (45:56). Es war die erste Heimpleite gegen den Kontrahenten von der Ostküste seit dem Jahr 2000.

Nowitzki war mit 24 Punkten bester Schütze seines Teams, schnappte sich zehn Rebounds, verfehlte aber zwölf seiner 19 Würfe und wurde von Brook Lopez in den Schatten gestellt.

Der Nets-Center, der erst sein drittes Spiel nach auskuriertem Fußbruch bestritt, erzielte fantastische 38 Zähler. Ihm gelangen 42 Sekunden vor Schluss auch die entscheidenden Freiwürfe.

"Wir haben ihn heute entfesselt und seine Beschränkungen aufgehoben. Über den All-Star-Break konnte er seine Form aufbauen und wir haben ihn immer wieder in Szene gesetzt", freute sich Coach Avery Johnson.

Kidd vergibt zwei Siegchancen

Der "kleine General" feierte mit den Nets seinen ersten Sieg an alter Wirkungsstätte. Auch weil ein weiterer Ex-Maverick in der Endphase seine Stärke ausspielte.

Mavs-Spielmacher Jason Kidd - er traf nur einen seiner sieben Würfe - vergab nach Lopez' Freiwürfen zweimal die Chance zum Sieg für die Gastgeber (524857DIASHOW: Die Bilder der 10. NBA-Woche).

Vor der letzten Möglichkeit schlug ihm DeShawn Stevenson den Ball zunächst aus der Hand, sodass Kidd bei auslaufender Spielzeit nur noch einen schwachen Verzweiflungswurf loswerden konnte.

"Es ist immer hart, gegen Dirk zu spielen. Ich habe diese Bewegung schon tausendmal gesehen. Also habe ich auf den Pass zu Jason Kidd spekuliert und brachte eine Hand an den Ball", beschrieb Stevenson die entscheidende Aktion.

Ring für Stevenson

Der Abwehrspezialist dürfte sich bei seinen ehemaligen Fans ziemlich unbeliebt gemacht haben. Vor der Partie jubelten sie ihm noch zu.

Denn "D-Steve" hatte sich als vorletzter Spieler des Meisterkaders seinen Championship-Ring abgeholt. "Ich hatte Gänsehaut", erzählte der Flügelspieler (511261DIASHOW: Die Mavericks erhalten ihre Meisterringe).

Jetzt fehlt nur noch Center Tyson Chandler, der mit den New York Knicks in der nächsten Woche nach Texas kommt.

Nowitzki: "Es war brutal"

Für die Gastgeber war es eine verdiente, aber dennoch äußerst unglückliche Niederlage.

Nach einer vor allem defensiv schwachen ersten Hälfte hatten sich die Mavs mühsam ins Spiel gebissen und in der Schlussphase durch einen 13:2-Lauf nach zuvor 14 Fehlwürfen in Serie die Führung übernommen.

Dann behielt jedoch Lopez die Nerven. Dallas konnte nicht mehr kontern.

"Es war brutal. Wir fanden das ganze Spiel über keinen Wurfrhythmus. Es war richtig übel. So wollten wir diese Serie nicht beginnen", bekannte Nowitzki (INTERVIEW: Nowitzki spricht bei SPORT1).

Licht und Schatten bei Haywood

Es war für die Texaner der Auftakt zu ihrem härtesten Teil der Saison. In den nächsten elf Tagen folgen acht Partien.

Umso schwerer wiegen die Ausfälle von Combo-Guard Delonte West (Fingerbruch) und Lamar Odom, der sich nach wie vor in Los Angeles bei seinem kranken Vater aufhällt (524036DIASHOW: Tops und Flops der 1. Saisonhälfte).

Neben Nowitzki wusste einzig Center Brendan Haywood (18 Punkte, zehn Rebounds) zu überzeugen, der in der Defensive gegen Lopez aber große Schwierigkeiten hatte.

"Das war kein guter Auftritt von uns. Es hat von vorn bis hinten nur wenig zusammengepasst. Solche Tage gibt es", fasste Coach Rick Carlisle zusammen.

Beaubois ist zurück

Die Routiniers Kidd, Vince Carter (zwei Pünktchen), Shawn Marion und Jason Terry (zusammen neun von 30 aus dem Feld) kamen überhaupt nicht in Gang.

Roddy Beaubois zeigte beim Comeback - er hatte zuletzt wegen des Todes seines Vaters ausgesetzt - eine ordentliche Leistung. Er sammelte elf Zähler und drei Steals.

Williams ohne Gefühl

Auf der Gegenseite nutzte New Jerseys Spielmacher Deron Williams in seiner Heimatstadt nur bedingt die Chance, sich zu empfehlen.

D-Will, der als möglicher Mavs-Neuzugang im Sommer gehandelt wird, sammelte jeweils zwölf Punkte und Assists. Er verpasste freilich seine letzten zehn Würfe.

"Brook war heute ein Monster. Er hat uns von Anfang an getragen. Mit ihm sind wir ein anderes Team. Ich hatte heute einfach nicht das richtige Gefühl. Zum Glück hatte es Brook", lobte Williams seinen Kollegen.

Mavs verlieren an Boden

Der Titelverteidiger rutschte mit der Niederlage im Westen auf den fünften Rang ab. Die Nets verbesserten sich in der Eastern Conference auf Platz zwölf (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Die Chance zur Wiedergutmachung bietet sich den Mavericks sofort. Die Aufgabe bei den Memphis Grizzlies (ab 2 Uhr LIVESCORES) ist jedoch alles andere als leicht.

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