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Derrick Rose (r.) wurde 2011 zum jüngsten MVP aller Zeiten gewählt © getty

Chicago müht sich gegen die Hornets zum Sieg. Kaman glänzt, doch der MVP wird Matchwinner. Ein Veteran holt Boston aus dem Tal.

Von Eric Böhm

München - Die Chicago Bulls machen da weiter, wo sie vor dem All-Star Weekend aufgehört haben (523845DIASHOW: Das All-Star Game 2012).

Der sechsmalige Meister schlug die New Orleans Hornets 99:95 (47:50) und blieb den Miami Heat an der Spitze der Eastern Conference dicht auf den Fersen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Allerdings lieferte ihnen das Kellerkind aus dem Westen einen harten Kampf. Erst ein 8:0-Endspurt, den der überragende Derrick Rose knapp 20 Sekunden vor Schluss mit einer Bogenlampe abschloss, brachte den Bulls den Heimsieg.

"Solche Würfe nehme ich im Training ständig. Mein Team traut sie mir zu und spielt mich frei. Ich wollte ihn einfach so hoch wie möglich ansetzen", erzählte Rose.

Rose überragt

Der amtierende MVP sammelte insgesamt 32 Punkte, neun Assists und drei Steals. Center Joakim Noah steuerte 15 Zähler sowie 16 Rebounds bei.

Der Vize-Europameister gab darüber hinaus auch die Vorlage zum goldenen Treffer. Carlos Boozer und Luol Deng markierten jeweils 14 Punkte.

"Es lief nicht rund, aber am Ende haben wir in der Verteidigung angezogen und uns selbst die Chance gegeben", freute sich Rose.

Double-Double von Kaman

Aufseiten der Hornets stellte einmal mehr der deutsche Nationalspieler Chris Kaman seine Klasse unter Beweise (524857DIASHOW: Die Bilder der 10. NBA-Woche).

Obwohl er weiterhin abgegeben werden soll rackerte der 29-Jährige unermüdlich. Mit 17 Punkten und elf Rebounds gelang ihm ein Double-Double.

Nach ihrem Überraschungserfolg über Jeremy Lins New York Knicks wäre ihnen fast der zweite Schocker gelungen. Ein 13:0-Lauf brachte ihnen knapp eineinhalb Minuten vor der Schlusssirene die 95:91-Führung.

"Wir hätten das Spiel gewinnen müssen. Solche Spiele musst du nach Hause bringen. Rose war am Ende dennoch richtig stark", bilanzierte Coach Monty Williams.

Hamilton ist wieder da

Die durch den Abgang von Chris Paul zu den L.A. Clippers und viele Verletzungen gehandicapten Hornets bleiben das Schlusslicht der Western Conference.

Ein deutlicher Aufwärtstrend ist aber nicht zu leugnen. Sie gewannen vier ihrer vergangenen sieben Partien - genauso viele wie in 27 Spielen zuvor.

Titelkandidat Chicago konnte sich dagegen neben dem Sieg auch über die Rückkehr von Richard Hamilton freuen, der zuletzt wegen hartnäckiger Oberschenkelprobleme pausieren musste.

In knapp 17 Minuten kam der Shooting Guard auf fünf Zähler sowie fünf Assists.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Los Angeles Clippers - Minnesota Timberwolves 97:109

Die Minnesota Timberwolves stellten durch das 109:97 (51:54) bei den Los Angeles Clippers erneut unter Beweis, dass sie ein ernstzunehmender Playoff-Kandidat sind.

Selbst wenn ihr All-Star Kevin Love leicht angeschlagen nur zehn Punkte und sieben Rebounds verzeichnet, können sie einen namenhaften Gegner schlagen.

Dank eines beeindruckenden Schlussviertels (36:21) weisen die T-Wolves erstmals seit langer Zeit eine positive Bilanz auf und sind im Westen Zehnter.

Wolves mit Saisonrekord

Die beiden Reservisten Derrick Williams und Michael Beasley führten mit jeweils 27 Punkten die herausragende Gäste-Bank an, die mit 72 Zählern einen NBA-Saisonrekord aufstellte.

"Wir haben die freien Leute gefunden und die Würfe reingedrückt. Das ist alles. Wir wussten, dass die Clippers mit zwei, drei Leuten versuchen, dich zu blocken, also mussten draußen zwei Jungs frei sein", analysierte Beasley.

Love an den Rippen erwischt

Der frischgebackene Dreipunkte-Champion Love wurde im dritten Viertel von DeAndre Jordan an den Rippen getroffen, kam zwar danach nicht zurück, hätte aber laut Coach Rick Adelman spielen können.

"Wenn du so in Schwung kommst, kannst du mit geschlossenen Augen werfen. Sie haben offene und schwere Würfe versenkt. Das ist nicht gut für das andere Team", sagte Chris Paul.

An dem Point Guard (27 Punkte) und All-Star-Kollege Blake Griffin (30) lag es nicht. Ex-Maverick Caron Butler traf dagegen nur einen seiner zehn Würfe, und die Clippers Bank verbuchte zusammen elf Zähler (SERVICE: Die Tagesbesten).

Trotzdem halten sich die Gastgeber als Dritter weiter in der Spitzengruppe der Western Conference.

Cleveland Cavaliers - Boston Celtics 83:86

Die Boston Celtics beendeten beim 86:83 (43:38) über die Cleveland Cavaliers ihre fünf Spiele andauernde Negativserie.

Veteran Ray Allen markierte 22 Punkte. Sein Dunking brachte dem Rekordmeister in der engen Partie 48,6 Sekunden vor dem Ende die entscheidende Führung.

"Es war ein Sieg. Das ist gut, aber wir müssen wesentlich besser auftreten. Das Spiel war schrecklich", meinte Bostons Cheftrainer Doc Rivers.

Irving patzt

Seine Celtics lagen im ersten Viertel schon mit 16 Zählern in Front. Das brachte jedoch keine Sicherheit. Cleveland kam nach der Pause auf und im Schlussabschnitt entwickelte sich ein zähes Ringen.

Gäste-Spielmacher Rajon Rondo gab zwar elf Vorlagen, blieb aber erstmals seit März 2011 ohne Punkte.

Bei den Gastgebern verbuchte Kyrie Irving 24 Zähler. Der Rookie verlor jedoch vor Allens Game Winner den Ball an Kevin Garnett. "Sie haben darauf spekuliert. So ist das eben", sagte Irving.

Die Celtics bleiben im Osten als Achter auf dem letzten Playoff-Platz. Die Cavaliers stehen auf Rang zehn.

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