vergrößernverkleinern
Jason Kidd und das Team USA bezwangen zum Auftakt in Peking die Gastgeber © getty

Jason Kidd lässt das Skandalfoto der schlitzäugigen Spanier nicht los: Nicht nur er wirft der NBA eine Doppelmoral vor.

Von Michael Spandern

München - Das Skandalfoto der spanischen Nationalmannschaft schlägt auch in der NBA hohe Wellen.

Schließlich stehen fünf der Spanier, die auf der Aufnahme mit ihren Fingern an der Schläfe die Augen in die Breite ziehen, in der nordamerikanischen Profiliga unter Vertrag.

Jason Kidd, der am Samstag mit dem Team USA gegen Pau Gasol und Co. antritt, ist erzürnt, dass die NBA bislang nicht reagiert hat.

"Wir wären längst vom Olympischen Turnier ausgeschlossen worden", mutmaßt der Guard der Dallas Mavericks bei ?Yahoo Sports?. ?Zumindest hätten wir nicht so einfach in die USA zurückgedurft? Es hätte Sperren gegeben."

Doppelmoral der NBA?

Dieser Meinung schließt sich ein General Manager aus der NBA an und wirft NBA-Boss Stern eine Doppelmoral vor: "Die Frage ist doch: 'Hätte Stern die amerikanischen Spieler zur Verantwortung gezogen?' Und ich glaube, die Antwort lautet: Ja."

Doch der studierte Rechtsanwalt Stern hat auf die umstrittene Aktion, welche die Spanier nicht beleidigend oder rassistisch gemeint haben wollen, nicht reagiert.

Hätte das Team USA sich so ablichten lassen "hätte es einen internationalen Aufruhr gegeben", vermutet ein Offizieller aus der Eastern Conference. "Die NBA hätte Strafen verhängt. Aber ich wäre schockiert, würde die NBA in diesem Fall mehr tun, als die Aktion zu verurteilen."

"Unsere Jobs sind dort"

Zwar könnte man argumentieren, dass die Spanier ja für ihren Nationalverband auflaufen und nicht mit dem Logo der NBA auf dem Trikot: "Das könnten wir auch sagen", wendet Kidd ein. "Aber letztlich repräsentieren wir dennoch die NBA. Unsere Jobs sind dort."

Spanien ist für Stern eins der wichtigsten Länder für die Auslands-Vermarktung, übertroffen nur noch durch China, das Yao Ming (Hoston Rockets) und Yi Jianlian (New Jersey Nets) intensiv verfolgt.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel