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Bester seines Teams in gleich vier Kategorien: LeBron James © getty

Durch einen deutlichen Sieg über die Hornets reihen sich LeBron James und seine Cleveland Cavs in einen exklusiven Klub ein.

Von Tobias Schröter

München - Es sah nicht gut aus für die Cleveland Cavaliers vor dem Heimspiel gegen die New Orleans Hornets.

Zwei Starter nicht einsatzbereit, LeBron James selbst verschnupft und demoralisiert durch seine schlechteste Saisonleistung am Vortag (zum Bericht) und sein Team gerädert vom Trip ins eiskalte Chicago.

Doch trotz der widrigen Bedingungen entpuppte sich die Quicken Loans Arena in Cleveland auch gegen das Western-Conference-Top-Team einmal mehr als uneinnehmbare Festung.

Am Schluss stand ein klarer 92:78-Heimsieg genauso zu Buche, sowie die Erkenntnis, dass James auch als Center spielen kann und damit MVP-Mitbewerber Chris Paul klar übertrumpfte.

Ungewohnte Position

Denn im dritten Viertel stand Cavaliers-Coach Mike Brown plötzlich vor einem großen Problem: Ihm gingen die großen Männer aus.

Zydrunas Ilgauskas von vornherein nicht dabei, Ben Wallace wegen einer Grippe noch total neben der Spur und Brasilien-Center Anderson Varejao in "Foul-Trouble" - jetzt war Improvisation gefragt.

Und die Lösung kam in Form von LeBron James: Der Small Foward führte ein Team von vier kleineren Distanzschützen als Center ins Feld und glänzte auf der ungewohnten Position mit 13 Punkten in Folge.

Erinnerungen wurden wach an Earvin "Magic" Johnson, der in den Finals seiner Rookie-Saison 1980 Kareem Abdul-Jabbar im sechsten Spiel gegen Philadelphia auf der Center-Position ersetzen musste und dabei mit 42 Punkten, 15 Rebounds, 7 Assists und 3 Steals glänzte.

"Eine einmalige Sache"

Zwar führte die kuriose Cavaliers-Kombo die Gäste nicht vor, ließ die Hornets-Offensive aber nicht ins Spiel kommen und verteidigte den in der ersten Halbzeit heraus gespielten Vorsprung.

Nach einem seiner drei Steals setzte James dem Ganzen die Krone auf und brachte das ausverkaufte Haus mit einem Dunk zu einer 21-Punkte-Führung zum ausrasten.

An die Position gewöhnen will sich "King James" aber nicht. "Ich tue alles, um dem Team zu helfen, aber das sollte eine einmalige Sache gewesen sein", schmunzelte er nach der Partie.

Dazu hatte er auch statistisch allen Grund. Mit 29 Punkten, 14 Rebounds und sieben Assists hätte er beinahe noch ein Triple Double eingefahren.

Paul fliegt raus

Weniger glänzen konnte James' wohl ärgster Rivale um den MVP-Titel: Chris Paul. Der Point Guard der Hornets kam zwar am Ende auch auf immerhin 18 Zähler und sieben Rebounds, den direkten Vergleich mit dem flexiblen LeBron verlor er aber deutlich.

Zumal er kurz vor Schluss auch noch die Beherrschung verlor.

1:10 Minuten waren noch auf der Uhr, als der Frust in "CP3" durchbrach und er wegen seines zweiten technischen Fouls disqualifiziert wurde.

"Das war lustig. Ich habe mit zwei Bekannten aus dem Publikum geredet, die mich gefragt haben, was passiert ist, und nicht mit den Schiedsrichtern", rechtfertigte sich der Hornets-Star.

Die Referees hatten jedoch spitze Ohren und stellten Paul wegen seiner unverblümten Schilderung ("Die haben ein Offensiv-Foul gepfiffen, ist das nicht eine Verarsche?") vom Feld.

Rekord-Start

Für die Gastgeber war der verdiente Heimsieg noch aus einem weiteren Grund etwas Besonderes. Durch das 92:78 behielten die Cavs auch im 20. Heimspiel der Saison ihre weiße Weste. (DATENCENTER: Ergebnisse)

Eine solche Bilanz schafften bislang erst sechs Teams in der NBA, zuletzt das Dream Team der Chicago Bulls in der Saison 95/96.

Ein rundum gelungener Abend in Cleveland - nach dem es zu Beginn ganz und gar nicht danach ausgesehen hatte.

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