vergrößernverkleinern
Richard Hamilton (l.) gewann mit den Pistons 2004 die Meisterschaft © getty

Die Klatsche bei den Milwaukee Bucks beweist es wieder einmal: Der bisherige Saisonverlauf der Dallas Mavericks ist ein stetes Auf und Ab.

Von Rainer Nachtwey

München/Milwaukee - Dirk Nowitzki reagierte genervt. Ob die 99:133-Klatsche (Spielbericht) gegen die Milwaukee Bucks ein Weckruf gewesen sei, wollte ein Journalist wissen.

"Ein Weckruf? Es kommt mir so vor als wäre jede zweite Partie ein Hallo-Wach-Spiel. Wir sind an einem Punkt angekommen, wo es keine Weckrufe mehr geben darf", antwortete Nowitzki.

Doch das Auf uns Ab bei den Texanern hält weiter an.

Zwei Tage nach dem dramatischen Sieg bei den Philadelphia 76ers setzte es bei den schwächer eingeschätzten Milwaukee Bucks eine 34-Punkte-Pleite, die höchste seit dem 87:124 bei den Houston Rockets am 17. November 2001.

Konstant unkonstant

"Wir sind wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde", stellt Jason Kidd zur Saisonhalbzeit fest. "Das ist bisher noch der Charakter des Teams. Manchmal zeigen wir, was wir drauf haben und manchmal nicht."

Jene Beständigkeit, die er fordert, zeigten die Mavericks lediglich phasenweise, wie zu Beginn der Saison, als sie beständig fünf Spiele verloren, oder Ende November, Anfang Dezember als sie neun von zehn Partien erfolgreich bestritten.

Sport1.de analysiert die ersten 42 Spiele der Dallas Mavericks.

Angriff:

Die Fastbreak-Philosophie von Rick Carlisle haben die Mavericks noch nicht so umgesetzt, wie es der Coach gerne hätte. Gerade zu Saisonbeginn offenbarten sie dabei noch zu große Schwächen und leisteten sich zu viele Turnover. Deshalb setzte Carlisle immer wieder auf Altbewährtes wie das Pick-and-Roll und Dirk Nowitzki.

Der 30 Jahre alte Power Forward ist im Angriff zu häufig auf sich gestellt und erhält - auch aufgrund der Verletzungssorgen um Josh Howard - zu wenig Unterstützung. Nowitzki muss hart für seine Punkte arbeiten. Dies macht sich zu Saisonhalbzeit bemerkbar: Zu den Problemen mit dem Ellbogen des rechten Wurfarms und dem Sprunggelenk gesellte sich gegen die Bucks nun auch noch eine Daumenverletzung an der linken Hand.

Verteidigung:

Gerade die deutliche Pleite gegen die Bucks hat es wieder gezeigt: Kommt eine gegnerische Mannschaft ins Rollen, fällt es den Mavericks unglaublich schwer, diesen Lauf zu stoppen. 79 Punkte in zwei Vierteln sprechen eine deutliche Sprache.

"Es gibt eine Formel für Erfolg und die heißt Konstanz, in der Defensive starke Reboundarbeit und im Angriff effizient abschließen", fasst es Carlisle zusammen. Genau hier liegt das Problem: Schnappen sich die Mavs weniger "Boards" als der Gegner, geht das Spiel verloren. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Starting Five:

Coach Carlisle ist immer noch auf der Suche nach einem Starter für die Shooting-Guard-Position. Sechs Spieler haben sich bisher auf der Zwei versucht, mit dem aus Charlotte getradeten Matt Carroll dürfte bald der siebte auflaufen.

Bank:

Jason Terry ist mit 20,6 Punkten im Schnitt der Titel bester sechster Mann schon so gut wie sicher - trotz Konkurrenz wie Manu Ginobili. Aber hinter Terry sieht es düster aus.

Fast allen fehlt oben angesprochene Konstanz. James Singleton und Shawne Williams haben immer wieder einmal lichte Momente, J.J. Barea ist auf gutem Weg, sich weiterzuentwickeln, aber den Mavs gehen die zehn Punkte, die Jerry Stackhouse in der vergangenen Saison im Schnitt beisteuerte, ab.

Aussichten:

Die Mavericks müssen vor der Trading Deadline am 19. Februar noch einmal zuschlagen. Der Wechsel Matt Carroll und Ryan Hollins für DeSagana Diop allein ist zu wenig. In die Mannschaft muss frischer Wind und vor allem ein Scorer. Auch wenn Besitzer Mark Cuban sich (noch) nicht vom dauerverletzten Howard trennen will - "Wir werden Josh nicht traden" -, wäre es das Beste, den Small Forward zu tauschen.

In der Nacht auf Samstag (1 Uhr LIVESCORES) treten die Mavs in Detroit an. Dort sorgt derzeit das Theater um Rip Hamilton und dessen Verbannung auf die Bank für Ärgernis. Vielleicht führt das Aufeinandertreffen zu dem ein oder anderen Gespräch hinsichtlich eines Tauschgeschäfts.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel