vergrößernverkleinern
Nowitzki spielt seine elfte Saison für die Mavs, Garnett (l.) seine zweite für die Celtics © getty

Dirk Nowitzki muss sich ungewollte Fragen und Vergleiche mit Kevin Garnett anhören. Sein Boss hält sich zwei Strategien offen.

Von Michael Spandern

München - Obwohl die Dallas Mavericks nach dem Sieg bei den Detroit Pistons (Artikel: Mavs mit Vollgas in der Motor City) zurück in den Playoff-Rängen ist, mehren sich die Zweifel, dass Dirk Nowitzki seinen Titeltraum mit den Mavs realisieren kann.

Und seine Aussage, dass er in Dallas "nicht unantastbar" sei, nährt Spekulationen, dass ein Tauschgeschäft, das den Franken einschließt, noch vor dem Ende seines Vertrags im Sommer 2010 denkbar ist.

Nowitzki betont, dass dieses Gerücht völlig ungewollt hochgekocht ist.

"Ich werde halt ständig gefragt"

"Das Lustige daran ist, das ich niemals irgendetwas gesagt habe", wundert sich Nowitzki. "Die Medien machen das zum Thema. Ich habe keine andere Wahl als zu antworten. Das sieht dann wohl so aus, als dass ich über Transfers reden wollte, doch ich werde halt ständig gefragt."

Der Grund dafür sei das, "was im letzten Jahr mit Pau Gasol und im Sommer zuvor mit Kevin Garnett passiert ist", vermutet der fränkische Power Forward. Seine chronisch erfolglosen Positionskollegen Gasol und Garnett wechselten nach Trades zu den Los Angeles Lakers bzw. den Boston Celtics - und standen sich in den Finals 2008 gegenüber.

Pau Gasol, der mit den Memphis Grizzlies nie auch nur ein Playoff-Spiel gewann, und die Lakers verloren in sechs Spielen gegen die Celtics.

Der lange ersehnte Ring

Garnett, der in seinen zwölf Jahren bei den Minnesota Timberwolves nur einmal über die erste Playoff-Runde hinausgekommen war und den Spitzname "The Big Ticket" quasi verloren hatte, holte sich den lang ersehnten Championship-Ring.

Doch der Weg zum Ruhm, den der just von den Fans für sein 13. All-Star-Game 58321(DIASHOW: Das sind die Starter) nominierte Garnett eingeschlagen hat, soll nicht der des Dirk Nowitzki sein.

Er denke nicht an einen Weggang aus Dallas, beteuerte Nowitzki. "Ich will dafür sorgen, dass es hier funktioniert. Und das ist alles, was dazu zu sagen ist."(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Vergleich mit Garnett hinkt

"Ich möchte nach wie vor einen Titel mit den Mavericks gewinnen. Wenn ich wechsle und bei einem anderen Klub Meister werde, wäre es nicht dasselbe, weil ich die letzten zehn Jahre mein Herz und meine Seele in Dallas gelassen habe", hatte er in dieser Woche erklärt.

Nowitzki momentane Situation bei den Mavs habe nichts mit der Garnetts bei den Timberwolves zu tun, versichert Dwane Casey, Assistant Coach in Dallas und ehemals Head Coach in Minnesota. "Das sind zwei Paar völlig verschiedene Schuhe."

Im Unterschied zu Garnett hat Nowitzki die Playoffs achtmal in Folge erreicht und erreichte mit dem ersten NBA-Team, für das er spielte, 2006 auch die Finals.

"Teil unserer Kultur"

Stattdessen hoffen Nowitzki und Mavericks-Besitzer Mark Cuban, dass sich die Dinge so wenden wie für Celtics-Urgestein Paul Pierce.

"Alle waren alarmiert, als die Celtics Schwierigkeiten hatten, einen neuen Vertrag mit Pierce abzuschließen", erinnert sich Cuban. "Wir haben es versucht und wollten ihn holen, aber sie haben gesagt: 'Weißt du was? Er ist Teil unserer Kultur.'"

Genauso hält es Cuban auch mit Nowitzki und wiederholt gebetsmühlenartig, einen Trade des Deutschen werde es nicht geben.

2010 nicht die einzige Hoffnung

Er hält sich zwei Strategien, um die Mavs zu verstärken offen: Auf der einen Seite ist er bereits dabei, Platz im Gehaltsgefüge zu schaffen, um Nowitzki im Sommer 2010 einen der hochkarätigen Free Agents wie LeBron James, Dwyane Wade, Chris Bosh, Joe Johnson and Amare Stoudemire zur Seite stellen zu können.

Auf der anderen Seite ist er auch bereit, bei einer günstigen Gelegenheit schon vorher zuzuschlagen: "Ich sage nicht, dass wir 2010 definitiv unter der Gehaltsobergrenze liegen. Wenn alle Welt in die eine Richtung schaut, blicken wir in die andere."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel