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Ein typisches Bild: Kevin Garnett (l.) hält Dirk Nowitzki unter Kontrolle © getty

Die bittere Schlappe gegen die Celtics weckt die Dallas Mavericks aus allen Träumen, dass sie um den Titel mitspielen können.

Von Martin Hoffmann

München - Eigentlich war es schon schlimm genug, wie die Dallas Mavericks am Sonntag von den Boston Celtics mit 124:100 abgefertigt wurden.

Doch was noch schlimmer war: Weil das Spiel live im frei empfangbaren US-Fernsehen lief, konnte sich die ganze Sportnation ein Bild von den Unzulänglichkeiten von Dirk Nowitzki und seinen Teamkollegen machen.

Wenn es nicht dem Rat der "Dallas Morning News" gefolgt ist, auf ein aufgezeichnetes Schachspiel umzuschalten, "das wäre fesselnder gewesen".

Das "Fort Worth Star Telegram" empfand das Fernseherlebnis, das die Mavericks boten, gar als "schlimmstes Nachmittagsprogramm seit der Jerry Springer Show".

Ein Vergleich mit dem Urvater des Trash-TV - härter kann der Spott für Nowitzki und Co. kaum sein 57263(DIASHOW: Bilder der NBA-Woche).

Eine überdeutliche Demonstration

Nun wog die Pleite gegen Boston nicht so schwer wie die 99:133-Pleite vier Tage zuvor in Milwaukee - schließlich sind die Celtics als amtierender Meister ein Gegner, gegen den man auch verlieren darf.

Aber der direkte Vergleich mit dem Titelverteidiger ist eine harte Dosis Realität, für die, die noch immer davon träumen, dass Dallas noch ein Meisterschaftskandidat ist (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Die Celtics haben an diesem Sonntagnachmittag nämlich überdeutlich demonstriert, was ein echtes Spitzenteam von einem, das es sein will, unterscheidet.

Armutszeugnis in der Abwehr

Besonders in der Defensive war der Klassenunterschied unübersehbar.

Wo bei den Celtics in der Rückwärtsbewegung jeder für den anderen rackert, ist die Abwehr bei den Mavs immer noch auf zu wenige Schultern verteilt.

"Ich war nicht glücklich mit der Abwehr", formulierte Coach Rick Carlisle ganz vorsichtig und diplomatisch seinen Unmut.

Aber die 74 Punkte, die Dallas allein in der ersten Halbzeit kassierte, sprechen für sich: ein Armutszeugnis.

Garnett hält Nowitzki in Schach

Die Abwehrstärke der Celtics bekam Nowitzki mit besonders großer Wucht zu spüren.

Sein prominenter Hauptgegenspieler Kevin Garnett (Nowitzki lehnt Garnetts Erfolgsweg ab) hielt den deutschen Superstar fast völlig in Schach - auch wenn Garnett hinterher größten Respekt vor Nowitzki bekundete.

"Jungs wie Dirk kann man nicht stoppen", so Garnett : "Man kann sie nur verlangsamen."

Genau das tat "K.G." allerdings äußerst effektiv. Nowitzki verwandelte nur 4 seiner 17 Wurfversuche aus dem Feld (STATISTIK: Die Nowitzki-Watch) .

Die Brechstange wirkt nicht

Nowitzki verschlimmerte das Bild, das er abgab, durch gut gemeinte, aber schlecht gemachte Brechstangen-Würfe.

"Ich habe versucht, ein paar Sachen zu erzwingen um mein Team im Spiel zu halten", erklärte er: "Ich habe da wahrscheinlich einige Würfe abgegeben, die ich nicht hätte machen sollen."

"Sind nicht 20 Punkte besser"

Jason Terry, mit 27 Punkten offensiv noch bester Mann seines inspirationslosen Teams (STATISTIK: Die Tagesbesten), beteuerte nach der Pleite allerdings, dass Dallas sich schlechter verkauft hätte, als es ist.

"Sie (die Celtics, Anm. d. Red.) sind nicht 20 Punkte besser als wir und wir wissen das", meinte er.

Aber was ist dann schiefgelaufen? "Wir müssen da rausgehen und den Gameplan ausführen, der für uns geschmiedet ist."

In Milwaukee wie in Boston sei das nicht passiert "und wir haben Stinker produziert". Kräftige Stinker.

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