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Nowitzki stand siebenmal im All-Star Game, einmal nachnominiert als Starter © getty

Das Fan-Votum gefährdet Dirk Nowitzkis Auftritt im All-Star-Game. Im Westen hat er gute, alte Mitbewerber - und ungeahnte neue.

Von Michael Spandern

München - Die Entscheidung steht bevor: In der Nacht auf Freitag benennt die NBA die Reservisten für das 58. All-Star Game in Phoenix 58321(DIASHOW: Das sind die Starter).

Doch ob Dirk Nowitzki zum achten Mal in Folge dabei ist, ist nach dem Online-Votum der Fans fraglich. Zwar sind die Coaches nicht an die Abstimmung gebunden, wenn sie ihre Kandidaten benennen.

In ihren Köpfen dürfte das Resultat, das Nowitzki im Westen nur auf dem sechsten Rang bei den Forwards sah, durchaus herumspuken. Doch Sport1.de glaubt dennoch, dass es der Franke schafft - als einziger Akteur der Dallas Mavericks.

Hält sich Carlisle an die Strategie?

Nowitzki muss hoffen, dass er bei den Trainern der Teams aus der Western Conference hoch im Kurs steht. Sie wählen sieben Akteure aus dem Westen, allerdings nicht die aus ihrem Team.

Ein Center sowie jeweils zwei Guards und Forwards sind gefordert, dazu zwei Spieler unabhängig von ihrer Position.

Mavericks-Coach Rick Carlisle sollte also, um nicht Nowitzkis Konkurrenten zu stärken, nicht mehr als zwei Forwards ankreuzen.

Warum bloß Bowen?

Nach Tim Duncan (San Antonio Spurs, 2.578.168 Stimmen) und Amare Stoudemire (Phoenix Suns, 1.460.429), die in der Startformation stehen, waren auch die offensiv weniger begabten Bruce Bowen (Spurs) und Ron Artest (Houston Rockets) dem Würzburger um mehr als eine Viertelmillion Fanstimmen voraus.

Bei Artest ist dies durch die enorme Zahl aus Stimmen, welche die Chinesen dem Mitspieler von Yao Ming gaben, erklärbar. Beim 37-jährigen Kettenhund Bowen, auch in den USA für seine schmutzige Verteidigung verschrien, rätselt die Fachwelt.

Der 37-Jährige war zwar dreimal Zweiter bei der Wahl zum Defensiv Spieler des Jahres, hat aber über seine Karriere gesehen eine erschreckende Freiwurfquote von 57,3 Prozent und eine Punktausbeute von durchschnittlich mäßigen 6,2 pro Partie.

Anthony vor Comeback

Bowen spielt in dieser Saison rund zehn Minuten pro Spiel weniger als in der vergangenen und kommt durchschnittlich auf 2,8 Punkte, 1,9 Rebounds und 0,6 Assists.

Auch Artests Werte (16,1 Punkte, 5,5 Rebounds, 2,8 Assists) sind rückläufig, auch wenn sein Wechsel zu einem Titelanwärter positiv ins Gewicht fällt. Im Effizienz-Rating des angesehenen Statistikers John Hollinger liegt er auf dem elften Platz der Small Forwards im Westen, noch hinter Josh Howard.

Viertplatzierter ist hier der angeschlagene Carmelo Anthony, der nach einem Bruch in der rechten Hand am Freitag sein Comeback geben soll. Olympiasieger Anthony landete im Fan-Voting mit 1.337.519 Stimmen ebenfalls deutlich vor Nowitzki (1.107.926).

Pau bewährt sich bei den Lakers

Nowitzki, nach Duncan und Carlos Boozer laut Hollinger dritteffizientester Power Forward der Liga, erzielt momentan mit 25,8 Punkten pro Spiel fast zwei mehr als 2007/08 und bestätigt seine durchschnittlichen 8,5 Rebounds aus der Vorsaison.

Daher glaubt Sport1.de fest an seine Nominierung, wie auch bei Pau Gasol, der bei der Fan-Wahl nicht mal auf eine Million Stimmen kam.

Doch nach seinem Trade zu den Los Angeles Lakers bewährte sich der Spanier als Kobe Bryants Kronprinz und stieß bis in die NBA-Finals vor.

Boozer wohl nicht rechtzeitig fit

Knapp für Nowitzki könnte es nur werden, wenn Anthony, Gasol und Boozer dem Mavericks-Schlüsselspieler vorgezogen werden.

Boozer fällt allerdings seit geraumer Zeit wegen einer Knieverletzung aus und will wohl erst nach der All-Star-Pause wieder ins Geschehen eingreifen.

Nominieren die Trainer das in Aschaffenburg geborene Kraftpaket dennoch, ohne das sein Einsatz möglich ist, hätte David Stern das letzte Wort, um einen anderen Akteur nachzunominieren.

Jason Terry im Gespräch

Im Rennen um einen Forward-Platz im Westen sind zudem David West, der aber bei den New Orleans Hornets schwächer als in seiner ersten All-Star-Saison 2007/08 spielt und mit Rückenbeschwerden seit Weihnachten außer Gefecht ist, und der schwergewichtige Boozer-Ersatzmann Paul Millsap.

Keine Hoffnung darf sich hingegen nach den Eskapaden im Sommer und Verletztungen in der ersten Saisonhälfte Nowitzkis Teamkamerad Josh Howard machen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Dafür werden dem erstarkten Mavs-Guard Jason Terry kleine Chancen auf eine Nominierung eingeräumt. Angesichts Dallas' durchwachsener Bilanz (25:19) glaubt Sport1.de allerdings nicht an zwei Mavericks-All-Stars.

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