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Die Streithähne im direkten Duell: Charlie Villanueva (l.) und Jermaine O'Neal © getty

Toronto bleibt auch gegen Milwaukee hinter den Erwartungen zurück. Allen Iverson rückt in der ewigen Bestenliste einen Platz vor.

Von Rainer Nachtwey

München/Toronto - Als Jermaine O?Neals Wechsel von den Indiana Pacers zu den Toronto Raptors vor der Saison perfekt war, galten die Kanadier als sicherer Playoff-Kandidat.

Etwas mehr als ein halbes Jahr und eine Trainerentlassung später sind die Vorzeichen ganz andere: Für die Raptors rückt die Teilnahme an der K.o.-Runde in weite Ferne.

Gegen die Milwaukee Bucks kassierte Toronto beim 85:96 im 48. Saisonspiel bereits die 29. Niederlage und findet sich in der Atlantic Division auf dem letzten Platz wieder.

Bei Raptors liegen die Nerven blank

"Sie haben mit mehr Einsatz gespielt als wir. Das muss man ihnen hoch anrechnen", gab sich Torontos Coach Jay Triano enttäuscht: "Ich habe meinen Jungs gesagt, dass sie Einsatz zeigen müssen und sich nicht unterkriegen lassen dürfen, aber es ist dann doch so gekommen."

Dass die Nerven in Toronto blank liegen, bewies der letztjährige All-Star O'Neal. Der Center, der erst seine fünfte Partie nach einer elf Spiele dauernden Pause aufgrund einer Knieverletzung bestritt, handelte sich im letzten Viertel innerhalb kürzester Zeit zwei technische Fouls ein.

Wortgefecht mit Villanueva

Er legte sich mit Milwaukees Charlie Villanueva an, der O'Neal vorwarf, seinen Mitspieler Richard Jefferson hart angegangen zu sein. Nach dem Wortgefecht mit Villanueva wurde O'Neal daraufhin von den Referees vorzeitig zum Duschen geschickt.

"Es war unnötig von ihm, hier den Körperkontakt zu suchen", sagte Villanueva. "Und wenn er einen meiner Teamkollegen angeht, dann werde ich ihnen zur Seite stehen", führte der Power Forward aus.

O'Neal warf dem sechs Jahre jüngeren Villanueva anschließend fehlenden Respekt vor und schickte eine Drohung hinterher. "Man kann hart sein, wenn die Kameras an sind und die Schiedsrichter alles regeln. Aber er bringt einfach nicht genug auf die Waage, um so mit mir zu reden", echauffierte sich O'Neal.

Wichtiger Sieg für die Bucks

Die Bucks, die in Villanueva (26 Punkte, 13 Rebounds) ihren besten Akteur hatten, feierten den ersten Sieg nach dem Ausfall von Topscorer Michael Redd und festigten mit dem Erfolg ihren achten Rang im Osten.

"Das war ein wichtiger Sieg in Hinsicht auf die Playoffs. Schließlich haben wir dadurch den Abstand auf einen Konkurrenten weiter ausgebaut", sagte Villanueva.

Detroit Pistons - Boston Celtics 78:86

Weiterhin die Nummer Eins in der Eastern Conference sind die Boston Celtics. Der Champion setzte sich im Auswärtsspiel bei den Detroit Pistons mit 86:78 durch und baute seine Siegesserie auf zehn Spiele aus. Im 48. Saisonspiel war es der 39. Sieg für die Gäste.

Bester Scorer im Palace of Auburn Hills war Kevin Garnett. Der Power Forward der Celtics brachte es auf 22 Punkte. Zudem schnappte sich Garnett neun Rebounds.

Bei den Gastgebern trafen All-Star Allen Iverson und Rodney Stuckey mit jeweils 19 Punkten am häufigsten.

Iverson überholt "Sir Charles"

Iverson überholte in der ewigen Bestenliste Charles Barkley und verwies den Hall of Famer auf den 17. Platz. Doch das war dem Nummer-Eins-Pick von 1996 vollkommen egal.

"Ich möchte Charles Barkley nur in einer Hinsicht überholen und das mit einer Meisterschaft", sagte A.I.: "Die Individualstatistiken interessieren mich nicht."

Philadelphia 76ers - Washington Wizards 94:104

Die Washington Wizards müssen weiter auf ihren zehnten Saisonerfolg warten. Bei den Philadelphia 76ers verlor der Hauptstadtklub mit 94:104 und ist weiterhin das einzige Team der Liga, das noch keine zweistellige Anzahl an Siegen vorweisen kann.

Den Wizards reichten auch 25 und 20 Punkte der letztjährigen All-Stars Antawn Jamison und Caron Butler nicht.

Brand mit neun Punkten

"Ihre Bilanz sieht alles andere als gut aus", sagte Philadelphias Willie Green, der gemeinsam mit Andre Igoudala mit 20 Punkten bester /6ers-Akteur war. "Aber sie sind lange nicht so schlecht, wie es die Statistik aussagt."

Philadelphias Power Forward Elton Brand kam im vierten Spiel nach seiner Schulterverletzung in 26 Minuten auf neun Punkte und vier Rebounds.

Cleveland Cavaliers - Los Angeles Clippers 112:95

Die Cleveland Cavaliers bleiben vor heimischem Publikum weiter ungeschlagen. Gegen die Los Angeles Clippers gewannen die Cavs mit 112:95 und fuhren damit den 22. Heimsieg ein.

Neben dem Erfolg konnten Cleveland auch die Rückkehr von Zydrunas Ilgauskas feiern, der erstmals nach einer Sprunggelenksverletzung für die Gastgeber auflief. Der Center kam bei seinem Comeback auf 20 Punkte und elf Rebounds.

Einen persönlichen Erfolg durfte auch Coach Mike Brown feiern, der zum Trainer der All-Star-Auswahl des Ostens berufen wurde.

Weitere Ergebnisse:

Sacramento Kings - Chicago Bulls 88:109Beste Werfer: Kevin Martin 27 Punkte - Luol Deng, Ben Gordon 20 Punkte

New Orleans Hornets - Golden State Warriors 87:91Beste Werfer: Chris Paul 31 Punkte - Corey Maggette 19 Punkte

Denver Nuggets - Charlotte Bobcats 110:99Beste Werfer: Nene 22 Punkte - Raja Bell 27 Punkte

Utah Jazz - Oklahoma City Thunder 110:90Beste Werfer: Deron Williams 24 Punkte - Kevin Durant 29 Punkte

Minnesota Timberwolves - Los Angeles Lakers 119:132Beste Werfer: Al Jefferson 34 Punkte - Kobe Bryant 30 Punkte

Atlanta Hawks - New Jersey Nets 105:88Beste Werfer: Joe Johnson 29 Punkte - Devin Harris 20 Punkte

Indiana Pacers - Miami Heat 114:103Beste Werfer: Mike Dunleavy 30 Punkte - Dwyane Wade 24 Punkte

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