Verwirrspiel: Dallas wirft Guard West raus
Dallas - Die Dallas Mavericks haben Guard Delonte West zum zweiten Mal suspendiert.
Klub-Präsident Donnie Nelson sagte: "Wir haben Delonte wegen schädlichem Verhalten gegenüber dem Team suspendiert."
Nach US-Medienberichten ist die Trennung von West diesmal endgültig, und es wird dazu keine weitere Stellungnahme geben.
Trainer Rick Carlisle hatte den Guard bereits Mitte des Monats wegen eines Vorfalls in der Kabine suspendiert, 24 Stunden später aber begnadigt. Ein Hinweis auf die finale Suspendierung ist auch die Verpflichtung von Center Eddy Curry. Bis zum nächsten Montag müssen die Texaner dann ihren 15-Mann-Kader für die kommende Saison bekannt geben.
Erneut Kabinenstreit in Dallas
Die Mavericks unterlagen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag den Oklahoma City Thunder mit 76:88 ( DATENCENTER: Der NBA-Spielplan).
Zu den Gründen sagte der Spieler gegenüber "ESPNDallas.com": "Es gab in der Kabine einen Streit zwischen zwei Spielern letzte Nacht, aber ich war nicht involviert. Warum auch immer, ich bin dafür bestraft worden. Ich hatte nichts damit zu tun. Ich weiß nicht was los ist."
Nach Informationen der US-Webseite waren die Mavericks über den Einfluss Wests auf die jüngeren Spieler im Team besorgt (DIASHOW: Die Mavericks 2012/2013)..
Zusätzlich wurde daran gezweifelt, dass der Guard seine Frustration über den zweiten Minimum-Vertrag für ein Jahr in Folge in den Griff bekommen würde.
West antwortet via Twitter
Derweil twitterte der Spieler: "Das mein Name in ein negatives Licht gerückt wird, ist das Schlimmste, was passieren kann. Alles wofür ich gearbeitet habe, wird aus dem Fenster geschmissen."
Zudem richtete der 29-Jährige, der an einer bipolaren Persönlichkeitsstörung leidet, harte Worte an seinen Klub:
"Wenn ich nicht der bin, den ihr sucht, dann ist das ok, aber tretet mir nicht in den Arsch und setzt mich vor die Tür. Ich habe nichts getan, was das rechtfertigen würde."
Carter bedauert Verlust
Im weiteren Verlauf des Abends twitterte er sich den Frust von der Seele. "Ich liebe es in der NBA zu spielen, ich liebe Dallas", so West und stellte gleichzeitig klar: "Ich habe meine Medikamente nicht abgesetzt, ich habe keinen bipolaren Schub."
Die Suspendierung Wests stimmte viele Teamkameraden traurig, gerade die, die in der vergangenen Saison mit ihm gespielt haben.
"Wir verlieren einen starken Wettkämpfer. So einfach ist das. Die persönlichen Probleme Einzelner zu erleben, schmerzt ungemein. Er war immer ein Typ, auf den man sich verlassen kann", erklärte Vince Carter, der sich mit West telefonisch in Verbindung setzen wollte.
Der letzte Tweet Wests gab Einblick in seine Gefühlswelt: "Ich werde keine böse Gedanken hegen, gegen niemanden. Ich sitze einfach nur gegenüber der Mavs-Halle und habe Tränen in den Augen."
Nicht die erste Entgleisung des Guards
Die Verantwortlichen in Dallas versuchen nun eine einvernehmliche Lösung zu finden, so dass West bei einem anderen Verein unterschreiben kann, die Mavericks aber kein Gehalt zahlen müssen.
Für Guard West ist es ein weiteres unrühmliches Kapitel in seiner achtjährigen NBA-Karriere. Im Sommer 2010 war er wegen unerlaubten Schusswaffenbesitzes von der NBA für zehn Spiele gesperrt worden. Sein damaliger Klub Cleveland Cavaliers hatte ihn daraufhin sofort entlassen.
Ein Jahr später folgte die nächste Bestrafung durch die Liga, nachdem er im Dress der Mavericks einen Finger ins Ohr seine Gegenspielers Gordon Hayward von den Utah Jazz gesteckt hatte.