Auftakt-Kracher in L.A.! Rumpf-Mavs fürchten Superman
Von Eric Böhm
München - Umbruch, Pleiten, Verletzungen und das Drama um Delonte West: Der Saisonstart könnte für die Dallas Mavericks kaum zu einem schlechteren Zeitpunkt kommen.
Bereits vor dem Auftakt-Kracher beim Starensemble der Los Angeles Lakers (ab 3.30 Uhr LIVESCORES) geht der Ex-Meister auf dem sprichwörtlichen Zahnfleisch.
Neben Superstar Dirk Nowitzki, der nach seiner Knie-OP die ersten Wochen fehlen wird, fällt auch Neuzugang Chris Kaman wegen einer Wadenzerrung aus. Ohne den gefeuerten West gibt es zudem keinen erfahrenen zweiten Point Guard.
"So ist es eben. Andere Spieler haben wir momentan nicht. Rumjammern hilft uns jetzt nicht weiter", sagt Shawn Marion ( DATENCENTER: Der NBA-Spielplan).
Nowitzki: Handbike statt Lakers
Der Flügelspieler wird im Staples Center der letzte verbliebene Maverick sein, der im Juni 2011 bei der NBA-Meisterschaft gegen Miami im Einsatz war.
Kapitän Nowitzki muss vor dem Fernseher die Daumen drücken - auch wenn es schwer fällt: "Ich werde mitleiden." Er muss das Knie schonen und hält sich aktuell auch mit einem Handbike fit.
"Man muss Wege finden, um sich immer wieder zu pushen. Es geht schon so weit, dass ich ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich mal nicht in die Halle gehe", sagt "Dirkules" im "Deutschlandfunk".
Carlisle pessimistisch
Ohne das DBB-Duo Nowitzki und Kaman bereiten Dallas im Vorfeld die dominanten Big Men der Lakers Kopfzerbrechen.
Pau Gasol und vor allem Hollywoods neuer Überflieger Dwight Howard, der nach seine Bandscheiben-OP in den Tests eine gute Frühform zeigte, wären für die Mavs selbst in Bestbesetzung kaum zu kontrollieren.
"Wem flößt Howard in dieser Liga keinen Respekt ein? Er macht die Lakers noch gefährlicher. Uns fehlen am Brett wichtige Leute", schwant Coach Rick Carlisle nichts Gutes.
Seit dem denkwürdigen 4:0-Sweep in den Playoffs 2011 warten die Texaner auf einen Erfolg gegen den 16-maligen Champion.
Curry ist heiß
Stand halten sollen in erster Linie der durchaus abwehrstarke Routinier Elton Brand - er ersetzt Nowitzki in der Startformation - und Last-Minute-Verpflichtung Eddy Curry (DIASHOW: Der NBA-Transfermarkt).
Der 29-Jährige bekam kurzfristig einen Vertrag und gehörte im Juni zum Meisterkader der Heat. Seine physische Präsenz - 2,13 Meter, 134 Kilogramm - lässt Dallas hoffen.
Aufgrund gesundheitlicher Probleme bestritt das einstige Supertalent in den vergangenen vier Jahren jedoch nur 24 Partien - im ersten Mavs-Einsatz bekommt er es gleich mit "D12" zu tun.
"Ich werde hier ins kalte Wasser geworfen. Von so einem Spiel träumst du als Kind. Ich werde versuchen, diese Chance zu nutzen", sagt Curry.
Bryant bleibt fraglich
Auch Brandan Wright und Rookie Bernard James werden Einsatzzeit bekommen. Marion könnte in einer kleineren Formation als Power Forward aushelfen.
Denn eventuell wird "The Matrix" diesmal nicht als Sonderbewacher für Kobe Bryant gebraucht. Der Einsatz des Top-Verdieners der NBA wird sich erst unmittelbar vor dem Spiel entscheiden.
Bryant laboriert an hartnäckigen Fußproblemen und konnte seit einer Woche nicht mehr trainieren. Im Zweifel werden die Lakers nichts riskieren.
"Wenn er bereit ist, ist das großartig. Wenn nicht, ist es auch nicht schlimm. Wir haben schließlich noch viele Spiele vor uns", sagt der neue Aufbauspieler Steve Nash.
Collison mach Mut
Im Duell mit dem früheren Maverick stehen Darren Collison und O.J. Mayo vor ihrer ersten Bewährungsprobe.
Beide immer noch sehr jungen Guards wollen ihre ins Stocken geratenen Karrieren in Dallas wieder in die richtige Spur bringen und müssen die Mavs-Denkmäler Jason Kidd und Jason Terry ersetzen.
"Vielleicht können wir für eine Überraschung sorgen. Auch die Lakers sind noch nicht eingespielt und haben alle Tests verloren", hofft Collison, der aus Kalifornien stammt und am College für UCLA auflief.