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Dirk Nowitzki (r., mit Kidd) spielt seit 1998 bei den Dallas Mavericks © getty

Dirk Nowitzkis Mavericks kämpfen gegen Portland "um ihre Identität". Ihr Coach hatte die Verantwortung schon weitergereicht.

Von Michael Spandern

München - Plötzlich ist Ruhe eingekehrt bei den Dallas Mavericks: Nach drei Siegen in Folge und Ausrutschern der Konkurrenz hat es sich Dirk Nowitzkis Team als Siebter im Westen auf einem Playoffplatz gemütlich gemacht.

Und die lokalen Medien glauben daran, dass sich der Langmut von Teambesitzer Mark Cuban ausgezahlt hat.

"Die Frage, die sich die gesamte Saison über stellte, war: Schaffen sie den Durchbruch. Endlich haben sie es geschafft, und das ist ein Resultat von Geduld", meint die Tageszeitung "Star-Telegram".

Harmonie steht auf dem Spiel

Vor allem der Sieg in Orlando (Mavericks zaubern Magic weg) beim drittbesten Team des Ostens hat wieder Hoffnungen geweckt, erstmals seit dem Finaleinzug 2006 wieder die erste Playoff-Runde zu überstehen.

Doch im Heimspiel gegen die jungen Portland Trail Blazers (2.30 Uhr LIVESCORES), die momentan mit fünf Siegen nacheinander die abgesehen von Boston längste Erfolgsserie aufweisen, steht die neue Harmonie auf dem Spiel.

Denn noch vor knapp zehn Tagen hielt Rick Carlisle eine für den Head Coach völlig untypische Brandrede.

"Es ist euer Team"

Nachdem die Mavericks binnen vier Tagen die historische 34-Punkte-Klatsche in Milwaukee und eine 24-Punkte-Abreibung in Boston bezogen hatten, nahm sich der Trainer zunächst Jason Kidd vor. (DATENCENTER: Spielplan und Ergebnisse)

Dem vor Jahresfrist geholten Spielmacher, der 2009 erstmals nach neun Jahren nicht im All-Star Game steht, wies er an, in der Offensive die Systeme anzusagen. Und anschließend sprach Carlisle zum gesamten Team.

Wie Jason Terry den "Dallas Morning News" verriet, sagte der Trainer: "Es ist euer Team. Ich übertrage Euch die Verantwortung. Wenn ihr den Karren in den Dreck fahren wollt, nicht kämpfen, sondern die restlichen Spiele verlieren wollt, macht nur weiter so."

Das Talent auch abrufen

Neben Carlisle sollen noch andere sehr deutlich geworden sein, auch unter den Spielern "hatten wir uns einiges zu sagen", gibt Forward Josh Howard zu.

"Du kannst die Antwort darauf geben und dir den Hintern aufreißen, oder dich zurücklehnen und jammern", erklärt Terry die Alternativen. "Aber hätte sich einer zurückgelehnt, hätten wir ihn allein auf der Bank sitzen lassen."

Er fordert, weniger an Hätte und Wenn zu denken, sondern nach vorne zu schauen. "Wir haben das Talent. Es liegt an uns, es jeden Abend abzurufen."

Die Konkurrenz hat Probleme

"Wir kämpfen um unsere Identität", sagt Kidd pathetisch. Gerade er, der im Tausch für den kommenden All-Star-Debütanten Devin Harris nach Dallas kam, ließ die Mavs lange wie ein alterndes Team ohne Perspektive aussehen.

Doch er steht auch für Kampfgeist und Uneigennützigkeit. Womöglich hat er noch den Sprit für eine letzte lange Saison als Leader eines Meisterschaftsanwärters im Tank. Den Fehlstart von sieben Pleiten in den ersten neun Partien herausgerechnet, liest sich die Bilanz der Texaner (26:12) vielversprechend.

Die Formschwäche der Konkurrenten Phoenix und Utah, die beide nur vier der vergangenen Spiele gewonnen haben, sowie Verletzungen bei Schlüsselspielern der Spitzenteams L.A. Lakers (Andrew Bynum) und New Orleans Hornets (Chris Paul) könnten ihr Übriges tun.

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