

Nach Trainer-Machtwort: Mavericks bremsen Absturz
Von Eric Böhm
München/Washington - Die Dallas Mavericks haben ihre längste Niederlagenserie seit 14 Jahren gerade noch vermieden (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).
Nach sechs Pleiten in Folge gewann Dirk Nowitzkis Team bei den Washington Wizards mit 103:94 (48:52) und feierte erst den fünften Auswärtssieg der Saison.
Der deutsche Superstar kam auch in seinem fünften Einsatz nach langer Verletzungspause von der Bank. Mit elf Punkten gelang ihm in 17 Minuten erstmals eine zweistellige Ausbeute.
"Wenn wir verlieren, herrscht in der Kabine und bei den Coaches miese Stimmung. Deswegen wollten wir diesen Sieg unbedingt", betonte Nowitzki.
Carlisle rudert zurück
Das schwache Abschneiden in den letzten beiden Wochen des vergangenen Jahres hatten den Mavericks stark zu schaffen gemacht.
Zumindest in Washington zeigten Coach Rick Carlisles Rauswurf-Drohungen und der neueingeführte Dresscode Wirkung ( Bericht).
"Das waren schon sehr schwierige Tage. Meine Aussagen entstanden aus Frustration nach dem Spurs-Spiel. Das wurde etwas zu sehr aufgebauscht", relativierte Carlisle.
Neuer Anfang?
Seit Nowitzkis Rookie-Saison 1999 hatte Dallas keine so schlechte Phase mehr erlebt. Die sechs Pleiten gab es mit durchschnittlich 19 Punkten Unterschied (DIASHOW: Die Bilder der 10. Woche).
Mit seinen ungwöhnlichen Maßnahmen versuchte Carlisle, das Team wachzurütteln und gleichzeitig eine Einheit zu schaffen. Die imposante Playoff-Serie (seit 2000) steht auf dem Spiel.
"Wir sind es hier nicht gewohnt, zu verlieren. Wir müssen uns noch deutlich steigern, ob das ein erster Schritt war, muss man abwarten", blieb Nowitzki vorsichtig.
Carters Dunkings geben Kick
Bester Akteur der Mavericks war Routinier Vince Carter (23 Zähler). Shawn Marion steuerte elf Punkte sowie 14 Rebounds (Saisonbestmarke) bei.
Gegen das schwächste Team der NBA (4 Siege - 25 Niederlagen) lag Dallas im zweiten Viertel bereits mit 14 Punkten hinten, riss sich aber nach der Pause zusammen.
Durch das starke dritte Viertel (35:19) wendete der Meister von 2011 das Blatt. Carters Dunking zum 101:93 beseitigte 71 Sekunden vor Schluss die letzten Zweifel.
"Ich war im Angriffsmodus und habe mich sehr gut gefühlt. Ich kann nicht mehr so oft dunken wie früher, aber ab und zu geht es schon noch", meinte "Vinsanity".
Trip nach Miami
Center Chris Kaman sammelte zwölf Punkte, aber in seinem zweiten Start der Saison zeigte vor allem Carter, dass er auch mit fast 36 Jahren noch ein Leistungsträger sein kann.
"Er lässt diese spektakulären Aktionen immer noch aufblitzen. Zu Beginn hatte er einen Dunking, der uns aufgeweckt. Sein Big Play am Ende gab den Ausschlag", lobte Carlisle.
Die Mavs (13:19) bleiben in der Western Conference dennoch Zwölfter. Im Rematch der NBA-Finals von 2011 in Miami (ab 1.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) droht der nächste Rückschlag.
Nowitzki findet langsam den Wurf
Kurz vor Weihnachten waren die Mavs schließlich im Heimspiel gegen LeBron James' Titelverteidiger chancenlos gewesen ( DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).
Immerhin setzte Nowitzki seinen Aufwärtstrend fort. Der 34-Jährige traf fünf seiner sieben Würfe aus dem Feld ( SERVICE: Der Nowitzki-Watch).
"Wir hatten einen guten Start, aber sie sind verdammt erfahren. Wir haben die Bestie dann mit Fehlern geweckt. Nowitzki kam rein und traf. Vince sah wie der junge Vince Carter aus", sagte Washingtons Center Nene.
Mayo kann wieder schlafen
Bei den Wizards - sie verloren zum sechsten Mal in Folge gegen Dallas - überzeugte Rookie Bradley Beal (22 Zähler).
Das zuletzt arg kritisierte Backcourt-Duo Darren Collison und O.J. Mayo (je 15 Punkte, insgesamt 13 Assists) holte sich aufseiten der Mavs etwas Selbstvertrauen zurück.
"Es war zuletzt schon verrückt. Die Niederlagen raubten uns den Schlaf. Wir waren ziemlich gestresst und angespannt. Hoffentlich läuft es jetzt wieder besser", meinte Mayo.