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Dirk Nowitzki (r.) wurde 2007 als erster Europäer zum MVP gewählt © getty

Nowitzki und Dallas präsentieren sich im Meister-Duell bei den Heat stark formverbessert, verspielen aber spät eine Führung.

Von Eric Böhm

München/Miami - Die Dallas Mavericks haben dem übermächtigen Titelverteidiger einen großen Kampf geliefert, stehen aber erneut ohne zählbaren Erfolg da (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Dirk Nowitzkis Mannschaft musste sich bei den Miami Heat mit 109:119 (103:103, 52:50) nach Verlängerung geschlagen geben - damit wurde auch das sechste Overtime-Spiel der Saison verloren.

Dennoch zeigten die Mavs im Duell der beiden vergangenen NBA-Meister eine ihre stärksten Saisonleistungen. Nowitzki kam in 29 Minuten auf 19 Punkte und holte sechs Rebounds.

"Wir machen am Ende den Sack einfach nicht zu. Das zieht sich durch die gesamte Saison. Daran müssen wir arbeiten", ärgerte sich der Finals-MVP von 2011.

Lob von Spoelstra

In seinem besten Auftritt seit dem späten Saisoneinstand brachte der 34-Jährige Dallas dreieinhalb Minuten vor Schluss sogar mit 100:94 in Führung (SERVICE: Der Nowitzki-Watch).

Nach der Standpauke von Coach Rick Carlisle (Bericht) und dem Pflichtsieg in Washington (Bericht) hatte sein Team von Beginn an lang vermisste Qualität gezeigt und in der ersten Hälfte deutlich geführt.

"Dallas gebührt großer Respekt. Sie haben vor allem im Angriff ein starkes Spiel gemacht", lobte auch Heat-Coach Erik Spoelstra (657192DIASHOW: Die Bilder der 10. Woche).

Auch Mayo und Kaman überzeugen

Selbst ein plötzlicher 69:78-Rückstand im dritten Spielabschnitt brachte den kriselnden Ex-Champion nicht aus dem Konzept.

Nowitzki und Shooting Guard O.J. Mayo (30 Zähler, 4 Dreier) schlugen sofort zurück. Der deutsche Center Chris Kaman schaffte dank 14 Punkten und zehn Rebounds ein Double-Double.

Im Vergleich zu der deftigen Heimschlappe vor Weihnachten war die Truppe kaum wiederzuerkennen.

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"Es hätte nicht so weit kommen dürfen"

Der überragende LeBron James (32 Zähler, 12 Rebounds, 9 Assists) und die Heat hatten aber die größeren Kraftreserven. Dwyane Wade steuerte 27 Punkte sowie zehn Rebounds bei.

In den letzten Sekunden rettete Nowitzki die Gäste mit einem seiner unwiderstehlichen Treffer zwar noch in die Verlängerung, dort ging aber nichts mehr.

"Es hätte gar nicht so weit kommen dürfen. Wir waren kurz vor Schluss sechs vorn, konnten sie aber nicht aus der Zone raushalten. Das war unser Untergang", haderte Carlisle.

Allen trifft eiskalt

Ein Dreier durch Ray Allen (15 Zähler) sowie Punkte von James und Wade raubten den Mavericks gleich zu Beginn der fünf zusätzlichen Minuten die Chance auf den Überraschungscoup.

"Das ist die NBA. Wir können nicht alle Teams aus der Halle fegen, so dominant sind wir nicht. Wie ein Sieg zustande kommt, ist unwichtig", meinte Wade.

Die Mavericks (13 Siege - 20 Niederlagen) bleiben im Westen Zwölfter. Miami (22:8) verteidigte die Spitze in der Eastern Conference (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Carlisle sieht positive Ansätze

Vor einem kurzen Auswärtstrip mit drei Partien kehrt Dallas nun für ein Duell mit den New Orleans Hornets (So., ab 2.30 Uhr LIVESCORES) nach Hause zurück.

Obwohl Nowitzkis Serie von 20 Spielen mit mindestens 20 Punkten gegen Miami endete, macht die Leistung Mut. Erstmals deuteten "Dirkules" und Mayo ihre Gefährlichkeit als Duo an.

"Ich habe ja schon mehrfach gesagt, dass wir Potenzial haben. Wir müssen es nur konstant abrufen. Daran arbeiten wir. Aus diesem Spiel können wir viel mitnehmen", meinte Carlisle.

Heat bleiben cool

Die Heat bewiesen dagegen zum wiederholten Mal ihren Killerinstinkt. Sie beendeten die Partie mit einem 25:9-Lauf und feierten im 17. Heimspiel den 15. Sieg.

"Das gibt uns viel Selbstvertrauen. Wir wissen, wir können jederzeit zurückkommen und so ein Spiel drehen. Der Glaube an das Team ist entscheidend", betonte Chris Bosh (17 Punkte).

Dieses Vertrauen geht den Mavericks derzeit noch ab.