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Dirk Nowitzki wurde beim Finals-Triumph 2011 zum MVP der Serie gegen Miami gewählt © getty

Die Mavs zittern um die Playoffs, Hoffnung macht Nowitzki. Bei SPORT1 spricht er über das Knie der Nation und die Lage des Teams.

Von Dean Walle

Dallas - Dem übermächtigen Titelverteidiger aus Miami hatten die Dallas Mavericks in der NBA trotz Pleite zuletzt zwar einen großen Kampf geliefert (Bericht), doch eine Gefahr bleibt:

Zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 könnten die Mavs die Playoffs im April verpassen. Hoffnung macht zumindest Dirk Nowitzki, der immer besser in Form kommt.

Der Würzburger gibt sich kämpferisch und hat die Hoffnung auf einen Playoffplatz noch nicht aufgegeben. Im SPORT1-Interview spricht der 34-Jährige über das Knie der Nation, die Lage des Teams und die Freude, endlich wieder auf dem Feld stehen zu können (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

SPORT1: Wann werden Sie denn wieder in der Startformation der Mavericks stehen?

Dirk Nowitzki: Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, das wird jetzt sehr bald passieren. Das ist eine Entscheidung, die der Coach und ich gemeinsam treffen.

SPORT1: Was muss das Team machen, um wieder an die Playoffplätze heran zu kommen?

Nowitzki: Genau das, was wir die ganze Zeit schon machen. In die Halle gehen und arbeiten. Wir haben schon seit Wochen einen tödlichen Spielplan. Ein wirklich schweres Programm und es wird nicht leichter. Wenigstens fühlen sich meine Beine jeden Tag etwas besser an.

SPORT1: Was muss von Neuzugang Chris Kaman kommen?

Nowitzki: Er ist ein großartiger Offensivspieler. Aber um erfolgreich zu sein, muss er für uns auch in der Verteidigung ein Faktor sein. Chris hat sich in dem Bereich bereits deutlich verbessert. Und genauso muss er weitermachen.

SPORT1: Die Mavericks richten sich an Ihrer Leistung auf. Was geben Sie dem Team?

Nowitzki: Erfahrung, wichtige Körbe, am Ende des Spiels normalerweise Sicherheit. Wenn ich dann bald wieder von Anfang an auf dem Feld stehe, dann hoffe ich, dass wir auch mal ein paar von den engen Spielen gewinnen können. Wir haben jetzt schon sechsmal in der Verlängerung verloren. Das tut natürlich weh. Deswegen hoffe ich, dass ich jetzt wieder mehr spielen kann, damit wir mehr von diesen engen Spielen für uns entscheiden können.

[kaltura id="0_v4rl5sr0" class="full_size" title="Mavs Overtime Pleite in Miami"]

SPORT1: Hift es dem Team, schneller zusammen zu finden, da Sie und Chris Kaman bereits zusammen in der Nationalmannschaft gespielt haben?

Nowitzki: Ja, auf jeden Fall. Mit Chris verstehe ich mich sehr, sehr gut außerhalb vom Spielfeld. Er ist mein Kumpel. Ist natürlich schon klasse, dass wir zusammen spielen können. Doch als Combo müssen wir halt auch noch besser werden. Klar sind wir beide relativ langsam auf den Beinen. Das in den Griff zu bekommen, ist die größte Herausforderung. Unsere Gegenspieler in der Verteidigung vor uns zu halten, unsere Zone schützen, bei der Pick-and-Roll Defense den extra Schritt machen und uns zeigen. Offensiv spielen wir sehr gut zusammen. Ich will, dass er aggressiv ist. Ich will, dass er seinen Wurf sucht. Da seh' ich überhaupt kein Problem (SERVICE: Der Nowitzki-Watch).

SPORT1: Sind eine bessere Verteidigung und das Gewinnen von engen Spielen die Schlüssel zum Erfolg?

Nowitzki: Wir waren in unserem Meisterjahr schon eine sehr eingespielte Truppe, deswegen haben wir den Titel gewonnen. Wir wussten damals, dass der Tyson Chandler hinten alles dicht macht. Verteidigung ist der Schlüssel. Sonst hätten wir die Meisterschaft nicht gewonnen vor zwei Jahren.

SPORT1: Haben Sie denn wieder volles Vertrauen in Ihr Knie?

Nowitzki: Das Knie ist super.

SPORT1: Juckt es wieder in den Fingern? Macht es wieder Spaß, auf dem Feld zu stehen und mit den Gegenspielern physisch um jeden Zentimeter zu kämpfen?

Nowitzki: Klar. Ich hab es richtig vermisst, die vergangenen zwei Monate. Es macht wieder riesig Spaß. Zwei Monate Pause war eine lange, lange Zeit. Es war hart, nur zuschauen zu können. Vor allem bei einigen Niederlagen zuhause, wo du dir denkst, was wäre wohl, wenn ich gerade auf dem Feld stünde (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

SPORT1: Haben Sie denn noch eine Minuten-Beschränkung?

Nowitzki: Klar. Ich bin ja die ganze Zeit von der Bank gekommen. Wir wollten die Minuten halt die ganze Zeit niedrig halten. Aber es geht jetzt aufwärts. Ich bin zwar derzeit etwas grippegeschwächt. Das hat jetzt auch nicht unbedingt geholfen. Nun hoffe ich doch mal, dass ich bald wieder über 30 Minuten spielen kann (657192DIASHOW: Die Bilder der 10. Woche).

SPORT1: Was haben Sie denn am meisten vermisst in der Zeit, in der Sie nicht gespielt haben?

Nowitzki: Den Wettbewerb. Wenn ich dann in einigen Jahren aufhören werde, dann werde ich vermissen, mit meinen Mitspielern in der Umkleidekabine zu sitzen, mit den Jungs Müll zu reden und Quatsch zu machen. Es ist toll, wieder bei den Auswärtsspielen mit dabei zu sein. Am Anfang bin ich ja die ganze Zeit zuhause geblieben, um meine Reha vernünftig zu machen. Das war schon komisch. So ein Gefühl möchte ich bis zum Ende meiner Karriere nicht noch mal haben.

SPORT1: Sehen Sie das auch so, dass sich Ihre Mitspieler an Ihnen aufrichten seit Sie wieder dabei sind und alle etwas besser spielen?

Nowitzki: Am Anfang bin ich natürlich selbst noch etwas gestrauchelt. Meine Intensität war noch nicht voll da. Da konnten sich die Jungs nicht so richtig an mir hochziehen. Jetzt, wo ich mich wieder besser fühle, kann ich auch wieder mehr reden auf dem Feld und die Mitspieler anfeuern und ihnen sagen, wie sie es besser machen können. Es wird täglich besser.

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