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Chris Kamans Rebound-Schnitt ist im Vergleich zur Vorsaison von 12,7 auf 9,4 gesunken © getty

Verluste von bis zu einer Milliarde tun den Teambesitzern in der NBA weh. Nun sollen offenbar Großverdiener verramscht werden.

Von Michael Spandern

München - Nachdem die Phoenix Suns ihren 26-jährigen Topscorer Amare Stoudemire beinahe ligaweit zum Tausch angeboten haben, hält das Augenreiben in der NBA an. (Shaq und Stoudemire auf der Ladentheke)

Doch womöglich sind es nicht sportliche Erwägungen, welche die Suns zu einem Trade treiben. Einem Bericht auf "nba.com" zufolge hat die Wirtschaftskrise die Teambesitzer massiv getroffen und beeinflusst deren Personalpolitik wie nie zuvor.

Der Sparstrumpf kommt in Mode, und offenbar sollen neben Stoudemire noch andere Großverdiener verramscht werden.

Chandler im Austausch für Marion?

So halten sich die Gerüchte, dass die New Orleans Hornets ihren besten Rebounder Tyson Chandler auf die Abschussliste gesetzt haben.

Schon im Dezember hatte die "Sports Illustrated" über einen Transfer von Chandler zu den Detroit Pistons spekuliert, die dafür ihr Enfant Terrible Rasheed Wallace hergeben sollten.

Nun munkelt man, dass der Center zu den Miami Heat abgeschoben werden soll und die Hornets Shawn Marion erhalten, dessen Vertrag im Sommer ausläuft.

Am Rande der Luxussteuer

Doch "Hornissen"-Coach Byron Scott plant weiterhin mit Chandler, auch wenn der fast drei Rebounds pro Spiel weniger holt als in der Vorsaison.

"Offensichtlich spielt er nicht die Saison, die wir erwartet haben. Doch das liegt auch an seinen Verletzungen. Ich denke, Tyson ist einer unserer Schlüsselspieler, sagte Scott den "New Orleans Times". Er fügte an: "Es ist jedoch wie bei jedem Spieler: Wenn der richtige Deal machbar ist, werden wohl beide Teams den Knopf drücken."

Es geht ums Geld, wie ein Angestellter des Teams zugab: Chandler wird in der nächsten Spielzeit 11,8 Millionen Dollar verdienen und die Hornets damit über die Gehaltsobergrenze von geschätzten 72 Millionen hieven. Jeder weiteren Dollar müssen die Teambesitzer doppelt zahlen: an die Spieler und als Luxussteuer an die NBA.

Auch Kaman ein Wackelkandidat?

Und genau damit tun sich die Bosse in Krisenzeiten schwer. Ein halbes Dutzend Teambesitzer hätte über einen enormen Verlust geklagt, einer habe sogar eine Milliarde verloren, verrät David Aldridge, Experte des Fernseh-Netzwerks "TNT".

Er spekuliert, dass auch die Milwaukee Bucks entweder Charlie Villanueva oder Ramon Sessions aus Kostengründen abgeben, da sie nicht beide aufstrebende Spieler halten könnten, wenn diese im Sommer Free Agents werden.

Und zudem sei wiederholt zu hören, dass die Los Angeles Clippers Chris Kaman loswerden wollen, der noch bis 2012 unter Vertrag steht. Schwer vorstellbar, dass ein Team ohne Playoff-Aussichten dem momentan verletzten deutschen Center in den nächsten drei Spielzeiten gerne ein achtstelliges Jahressalär zahlt, zumal dessen Statistiken ansonsten ohnehin rückläufig sind. (DATENCENTER: Spielplan und Ergebnisse)

Nur Cuban unbeeindruckt

Die Wirtschaftskrise ist inzwischen selbst Mark Cuban, dem Besitzer der Dallas Mavericks, ein Thema.

Der Internet-Milliardär arbeitet in seinem Blog einen "Stimulations-Plan" aus und bietet Jungunternehmern, die eine gewinnträchtige Geschäftsidee haben und diese offenlegen, seine finanzielle Starthilfe an.

Allerdings ist auch Cuban vorsichtig: Eine seiner 13 Bedingungen ist, dass die Idee binnen 90 Tage Profite abwerfen muss.

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