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Jamal Crawford wurde 2012 von den Portland Trail Blazers zu den L.A. Clippers gedraftet © getty

Clippers-Zugang Jamal Crawford gibt bei SPORT1 den Titel als Ziel aus und spricht über seine Spitznamen sowie Chris Paul.

Von Dean Walle

Los Angeles - Im Sommer ist Jamal Crawford umgezogen - mal wieder. Die Los Angeles Clippers sind die sechste Station seiner NBA-Karriere.

Doch obwohl er nicht zur Startformation gehört, scheint der 1,95 Meter lange Shooting Guard endlich angekommen zu sein. (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM)

Als zweitbester Scorer der Clippers (16,9 Punkte pro Partie) hat der 32-Jährige gute Chancen, zum besten sechsten Mann der NBA gewählt zu werden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Daran ändern auch seine leichten Schulterprobleme nichts, die ihn beim 86:76-Sieg in Orlando zum Aussetzen zwangen. Im Kracher beim Meister Miami (ab 2 Uhr LIVESCORES) hofft er aber, wieder dabei zu sein.

Bei SPORT1 spricht Crawford über die außergewöhnliche Kameradschaft beim Drittplatzierten im Westen, seine Enttäuschung über die Nicht-Nominierung zum All-Star Game, die Chance auf den Titel und seine Spitznamen.

SPORT1: Wie war der Einstieg für Sie bei den Clippers?

Jamal Crawford: Fantastisch! Alle haben mich mit offenen Armen empfangen. Wir haben sieben neue Gesichter im Team, aber die Spieler, die noch hier waren, haben uns super aufgenommen. Alle verstehen sich super.

SPORT1: Es wird viel geschrieben über die außergewöhnlich gute Kameradschaft im Team. Ist da was dran?

Crawford: Wir haben eine Kameradschaft, die unvergleichlich ist. Das macht uns so stark. Genau das ist die Basis für unser Team und unsere Leistung. Wenn man uns zuschaut, sieht man, wie viel Spaß wir daran haben, zusammen zu spielen.

SPORT1: Gilt dieser Fun-Faktor auch abseits des Spielfeldes?

Crawford: Oh ja. Ich verbringe mehr Zeit mit meinen Mitspielern als mit meiner Familie. Jeder im Team behandelt den anderen wie Familie. Das ist echt einzigartig.

SPORT1: Wie war es denn bei anderen Teams, in denen Sie bisher gespielt haben?

Crawford: Da gibt es so etwas nicht. Was wir hier haben, ist ganz selten. Die, die von anderen Teams hergekommen sind, werden Ihnen das Gleiche erzählen.

SPORT1: Glauben Sie, dass sie als Team schon soweit seid, den Titel zu gewinnen?

Crawford: Absolut. Bisher waren noch nicht einmal alle 14 Spieler fit und gesund. Sobald erst mal alle an Bord sind, werden wir richtig stark sein. Wir wollen den Titel. Das ist unser Ziel, und darauf arbeiten wir hin.

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SPORT1: Wie gefällt Ihnen Los Angeles?

Crawford: Die Stadt ist toll. Die Fans stehen voll hinter einem. Meine Mitspieler sind klasse.

SPORT1: Merken Sie, dass die Clippers in der Gunst bei den Fans gegenüber den Lakers gestiegen sind?

Crawford: Davon merke ich nicht so viel. Ich gehe immer nur zum Training und dann direkt nach Hause. Die Lakers haben eine lange, erfolgreiche Geschichte hinter sich. Die haben ihre Fans und wir haben unsere. Unsere Fans stehen auf jeden Fall voll hinter uns.

SPORT1: Wie ist es, mit Chris Paul zusammen zu spielen?

Crawford: Chris ist unglaublich. Er ist der beste Point Guard der Welt und macht den Job für uns alle wesentlich einfacher.

SPORT1: Wie definieren Sie denn ihre Rolle im Team?

Crawford: Ich versuche, für unser Team was zu bewegen. Jeder im Team hat seine Rolle. Meine Aufgabe ist es, Punkte zu erzielen sowie offensiv und defensiv aggressiv zu sein, und genau das versuche ich jeden Abend zu bringen.

SPORT1: Sie haben ein unglaubliches Ball Handling. Damit gehören Sie eindeutig zu den Besten der NBA. Wie haben Sie sich diese Ballbehandlung angeeignet?

Crawford: Ehrlich gesagt weiß ich das gar nicht. Ich habe das nie besonders trainiert. Als ich jünger war, hatte ich ständig einen Ball bei mir. Das hat bestimmt geholfen. Es ist aber wohl was, dass mir irgendwie angeboren ist.

SPORT1: Besonders ihr Crossover Dribbling ist atemberaubend...

Crawford: Ja, das Crossover Dribbling hilft meinem Spiel ungemein. Es schafft mir auf dem Flügel den nötigen Freiraum, um einen guten Wurf von Außen zu bekommen oder zum Korb ziehen zu können. Ich plane aber meine Offensivaktionen nicht, sondern gucke mir einfach an, was die Verteidigung mir anbietet.

SPORT1: Ihre Mitspieler haben diverse Spitznamen für Sie und besonders ihre Crossover Dribblings. Können Sie uns einige davon nennen?

Crawford: Die Jungs haben sich diese Saison so viele einfallen lassen, dass ich sie mir gar nicht alle merken kann. Grant Hill nennt mich ?Barbeque Pit?, da sich meine Verteidiger drehen und wenden wie Fleisch auf dem Grill. Und Chauncey Billups nennt mich ?The Mechanic?, da ich die Defense auseinander nehme wie ein Mechaniker. Immer wieder was anderes. Das ist schon ziemlich cool.

SPORT1: Welcher davon gefällt Ihnen am besten?

Crawford: Ich mag sie alle. Sie kommen von meinen NBA-Kollegen und Mitspielern. Das ist schon eine Ehre.

SPORT1: Was ist für Sie anders als sechster Mann gegenüber einem Platz in der Startformation?

Crawford: Die Mentalität ändert sich. Wenn du von der Bank kommst, dann willst du sofort dem Spiel deinen Stempel aufdrücken. Als Starter weißt du etwa, wie viele Minuten du auf dem Court stehen wirst und kannst das Spiel auf dich zukommen lassen.

SPORT1: Würde es Ihnen etwas bedeuten, zum zweiten Mal nach 2010 zum besten sechsten Mann der Saison gewählt zu werden?

Crawford: Es würde bedeuten, dass wir eine erfolgreiche Saison hatten, denn der sechste Mann einer Verlierermannschaft bekommt so eine Auszeichnung nicht. Es spräche meiner Meinung nach für die Leistung meiner Mitspieler und den Trainerstab. Allzu wichtig ist mir persönlich das aber nicht. Ich will einfach nur im Juni in den NBA-Finals stehen.

SPORT1: Charles Barkley hätte Sie gerne im All-Star Game gesehen. Haben Sie insgeheim darauf gehofft, dieses Jahr eingeladen zu werden?

Crawford: Ja, irgendwie schon. Solche Gelegenheiten bekommt man nicht oft. Es ist schon frustrierend, wenn man so nah dran ist und dann doch nicht eingeladen wird. Aber dafür spielen wir mit den Clippers um die Meisterschaft. Das ist eine gute Entschädigung.

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