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Lieblingsbeschäftigung: Hamed Ehadadi (r.) blockt den Australier David Andersen © getty

Ein Gesetz droht einen Wechsel von Center Hamed Ehadadi in die NBA zu verhindern. Das iranische Talent überzeugt bei Olympia.

Von Felix Götz

Peking - Helle Aufregung in der NBA: Die Liga warnt ihre Teams in einem Brief davor, Verhandlungen mit dem iranischen Spieler Hamed Ehadadi zu führen.

Der Center spielte sich bei den Olympischen Spielen mit starken Leistungen ins Rampenlicht verschiedener NBA-Scouts.

Das veranlasste die NBA jetzt dazu, ein Schreiben an ihre 30 Klubs zu schicken. Darin erinnerte die Liga daran, dass es in den USA derzeit gesetzlich verboten ist, mit Iranern in geschäftliche Beziehungen zu treten.

Die Liga vermutet, dass Berater des 23-Jährigen an interessierte Klubs herantreten könnten, um einen Vertrag auszuhandeln.

Iran in der Summer League

NBA-Commissioner David Stern hatte die iranische Nationalmannschaft noch im Juli dazu eingeladen, sich in der Summer League in Utah auf Olympia vorzubereiten.

Schon da war einigen Scouts das gute Offensiv-Spiel des Iraners aufgefallen. Außerdem gefielen den Beobachtern seine überragenden Shot-Blocker-Qualitäten.

Diese Leistungen bestätigte der 2,19-Meter-Riese jetzt in Peking eindrucksvoll, obwohl seine Mannschaft bislang alle Partien deutlich verlor.

Starke Ausbeute

Im Durchschnitt kam Ehadadi in fünf Spielen auf 16,6 Punkte, 11,2 Rebounds und 2,6 Blocks pro Spiel. Eine absolut überzeugende Ausbeute.

Bei der 82:97-Pleite gegen den Olympiasieger von 2004, Argentinien, überragte der Iraner mit beeindruckenden 21 Punkten und 16 Rebounds.

Nach diesem Spiel ließ der Center über einen Assistenz-Coach der iranischen Nationalmannschaft sein Interesse an einem Wechsel in die USA verkünden.

Der Traum von der NBA

"Die NBA ist sein Traum und ich bin sicher, er wird dort in der kommenden Saison spielen, weil er ein talentierter Basketball-Spieler ist und in Peking super gespielt hat", wird Mehran Hatami bei "Yahoo Sports" zitiert.

Anschließend ergänzte der Trainer voller Überzeugung: "Nach ein paar Jahren wird er einer der Großen dieser Liga sein."

Im Draft nicht gezogen

2004 wurde das iranische Talent im NBA-Draft nicht gezogen. Also spielte er für verschiedene Klubs in der ersten Liga in seinem Heimatland.

Jetzt soll aber der Sprung gelingen. "Er soll zu einem Verein wechseln, bei dem er spielt und nicht nur auf der Bank sitzt", schlug Hatami vor.

"Der iranische Basketball-Verband wird mich bei meinem Vorhaben unterstützen", ist sich Ehadadi sicher.

Politik als Hürde

Auch die NBA will sich bei den zuständigen Behörden darüber informieren, ob eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden kann.

Zu bezweifeln bleibt allerdings, ob auch die Politik sein Vorhaben wohlwollend unterstützen wird. Sie könnte, angesichts der angespannten Lage zwischen den USA und dem Iran, durchaus eine Hürde darstellen.

Zunächst steht das amerikanische Gesetz im Weg. Und man kann davon ausgehen, dass auch einige iranische Politiker über einen Wechsel von Ehadadi nach Amerika ziemlich enttäuscht wären.

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