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Shawn Marion (r.) spielte mehrere Jahre erfolgreich an der Seite von Dirk Nowitzki
Dirk Nowitzki (l.) und Shawn Marion gewannen 2011 den NBA-Titel mit Dallas © getty

Nowitzki will das Playoff-Rennen nicht aufgeben, an Marion nagen ersten Zweifel. Die Thunder könnten als Mutmacher herhalten.

Von Florian Pertsch

München - Das bloße Wissen um Gefahr verhindert noch lange kein Unglück.

Dies wurde den Dallas Mavericks in Oklahoma City bei der deftigen 91:112-Schlappe gegen die Thunder erneut schmerzlich vorgeführt (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Coach Rick Carlisle warnte seine Spieler vor dem Duell mit Oklahoma vor deren Stärken:

"Sie werden viel auf den Ball schlagen und Würfe blocken. In den letzten Wochen sind wir wirklich gut darin geworden, Ballverluste zu vermeiden. Diese Mannschaft wird eine Herausforderung für uns."

"Müssen wissen, wo die Monster lauern"

Sogar den zweiten Schritt beherzigte der Trainer. Zusätzlich zur Warnung gab es eine konkrete Handlungsanweisung (668542DIASHOW: Die Bilder der 14. Woche).

"Wir müssen wissen, wo die Monster lauern und nach dem Zug zum Korb den offenen Mann finden", forderte er das Team um Superstar Dirk Nowitzki auf.

Die Worte verhallten ungehört, und die Schelte des Trainers folgte prompt: "Wenn man sich gegen OKC solche Turnover leistet, dann lassen sie einen ziemlich schlecht aussehen."

Übermächtige Thunder

Die Mavericks setzten ihre Pleitenserie gegen Teams mit positiver Bilanz fort und kassierten die 21. Niederlage (nur 5 Siege) (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Seit dem Playoff-Erfolg gegen die Thunder in der Meistersaison 2010/11 ging Dallas zum zehnten Mal in elf Duellen als Verlierer vom Feld.

Die Playoffs sind selbst bei den größten Mavs-Optimisten nur noch ein hehrer Wunsch, doch Nowitzki will sich nicht geschlagen geben.

"Sind schon verrücktere Dinge in der Liga passiert"

"Es sind schon verrücktere Dinge in der Liga passiert", gibt sich "Dirkules" nach seinem Comeback und zehn Punkten kämpferisch (663580DIASHOW: Die All-Stars 2013).

Einen sehnsüchtigen Blick in die Vergangenheit kann sich der Würzburger nach der ernüchternden Pleite aber nicht verkneifen:

"Gute Teams liefern auf eine solche Niederlage immer eine Antwort. Ich kann mich erinnern, dass wir auch mal so eine Mannschaft waren."

Marion zweifelt langsam

Shawn Marion dagegen zweifelt die Comeback-Fähigkeiten der Mavericks nach einem zwischenzeitlichen 30-Punkte-Rückstand gegen OKC offen an.

"Wir haben uns ein sehr tiefes Loch gegraben, aus dem wir nicht mehr herauskamen. Ich habe schon für Teams gespielt, denen so etwas gelungen ist. Das kann ich von uns gerade nicht behaupten", gab sich "The Matrix" resigniert.

Ein Indiz dafür, dass Marion Recht hat, sind die neun Niederlagen mit mehr als 20 Punkten Unterschied sowie die Unfähigkeit, enge Spiele für sich zu entscheiden.

Nowitzki lobt die Entwicklung Oklahomas

Dallas konnte nur eine von neun Partien in Overtime gewinnen.

Für die gereiften Oklahoma City Thunder hatte Nowitzki ein großes Lob übrig, dass bei genauerer Betrachtung am Ende auch auf die Mavs gemünzt werden könnte.

"Sie haben einen riesen Schritt gemacht. Für mich sind sie aktuell im Westen das beste Team. Sie haben jetzt viel mehr Erfahrung. Sie haben harte Zeiten durchgemacht und aus schmerzlichen Niederlagen gelernt. Diese Erfahrungen haben ein sehr zähes Team aus ihnen gemacht."

Insofern könnte die Entwicklung der Thunder auch Nowitzkis Hoffnung für Dallas sein, denn welches andere Team kann schon so viele bittere Niederlagen wie die Mavericks in dieser Saison vorweisen.

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