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Allen Iverson (l., gegen Vince Carter) wechselte im November 2008 zu den Pistons © getty

Kurz vor Ende des Transferfensters: Sport1.de stellt fünf Kandidaten vor, die aus einem Team einen echten Titelanwärter machen.

Von Rainer Nachtwey

München - Am 6. Februar brachten die Phoenix Suns das Transferkarussell in Schwung: Der Klub aus Arizona gab bekannt, Amare Stoudemire und Shaquille O'Neal traden zu wollen.

Nun brodelt es in der Gerüchteküche. Wer holt wen? Und was sind die Klubs bereit, für einen der beiden Stars abzugeben?

Den Suns geht es nicht darum, gleichwertigen Ersatz zu holen, vielmehr um Sparmaßnahmen und Gehälter einzusparen, um 2010 Platz für große Verträge unter der Gehaltsobergrenze zu schaffen.

Denn dann endet der Kontrakt von LeBron James bei den Cleveland Cavaliers und zudem sind weitere Hochkaräter wie Dwyane Wade, Chris Bosh oder eventuell auch Dirk Nowitzki über den Free-Agent-Markt erhältlich.

Transferfenster endet am Donnerstag

Aufgrund dieser Überlegungen erwarten die Experten ein reges Kommen und Gehen bis zum Ende der Wechselfrist, die für den 19. Februar - nur wenige Tage nach dem All-Star Game - datiert ist.

Besonders gefragt auf dem Transfermarkt sind Spieler, deren Verträge zum Ende dieser oder der folgenden Saison auslaufen.

Sport1.de stellt im ersten Teil drei Kandidaten vor, die diese Voraussetzungen erfüllen und zugleich aus einem Playoff-Teilnehmer einen echten Meisterschaftsanwärter machen.

Allen Iverson (Detroit Pistons), Guard

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23:24 - das ist die Bilanz der Pistons seit dem Trade, der Iverson aus Denver nach "Motown" führte und Chauncey Billups im Gegenzug in die Rocky Mountains. Der Shooting Guard ist bei den Pistons nicht unumstritten.

Iverson selbst versucht die Krise mit Durchhalteparolen herunterzuspielen. Aber sein Vertrag läuft aus und Detroit hätte sicherlich nichts gegen ein zusätzliches Erstrunden-Draftrecht einzuwenden.

Warum Detroit Iverson traden wird: Iverson sollte eigentlich an der Seite von Richard Hamilton den Backcourt bilden, doch seine Qualitäten liegen mehr im Punkten denn im Aufbauspiel. Hamilton ist der bessere Verteidiger und prägt den Stil, der seit Jahren in Detroit gespielt wird.

Warum Detroit Iverson nicht traden wird: Sollten die Pistons Iverson wieder abgeben, würde President of Basketball Operations Joe Dumars einen kapitalen Fehler eingestehen. Außerdem ist Iverson der verlässlichste Punktesammler der Pistons.

Tradechancen der Mavericks: Als Gegenwert zu Iversons 20,8 Millionen-Dollar-Vertrag käme nur Jason Kidd (21,4 Millionen) in Frage. Die Chancen, dass Mavs-Coach Rick Carlisle seinen Regisseur gegen einen Scorer zu so später Zeit eintauscht, sind aber eher gering.

Allerdings: So lange Jason Terry verletzt ausfällt, brauchen die Mavericks einen Scorer und Kidds fehlende Playmaker-Qualitäten könnten sie durch eine Kombination aus J.J. Barea und später Terry abfangen.

Vince Carter (New Jersey Nets), Guard:

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Die Nets wollten Carter schon vor und während der Saison abgeben. Doch die ehemalige "Air Canada" hob auch diese Spielzeit ab und spielt herausragend. Mit Devin Harris bildet er ein kongeniales Gespann im Backcourt. Auch dank ihm sind die Nets auf Playoffkurs und Carter ist einer der wenigen Routiniers in dem jungen Nets-Kader.

Warum New Jersey Carter traden wird: Carters Vertrag läuft zwar erst 2011 aus, doch um Platz unter dem Salary Cap für 2010 und Free Agent James zu schaffen, können die Nets ihn nicht länger halten. Und nur jetzt würden sie für ihn noch einen entsprechenden Gegenwert - z.B. ein Erstrunden-Pick - erhalten.

Warum New Jersey Carter nicht traden wird: Der Shooting Guard hält die Playoffchancen New Jerseys am Leben und sein auslaufender Vertrag ist ein wichtiger Bestandteil für den Sommer 2010.

Tradechancen der Mavericks: Die Nets sind bereits letztes Jahr bei einem Trade mit Dallas - Devin Harris und zwei Erstrunden-Picks für Kidd - als Gewinner hervorgegangen. Deshalb würden sie sich ein Angebot der Mavs sicher genauestens anhören. Die Frage ist, ob Mavericks-Spieler die Kriterien Gehalt, Qualität und auslaufender Vertrag erfüllen können.

Chris Bosh (Toronto Raptors), Forward/Center:

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Der Vertrag des Olympiasiegers läuft im Gegensatz zu den beiden vorher genannten erst in eineinhalb Jahren aus. General Manager Jerry Colangelo kann aus dieser Situation allerdings nur als Verlierer hervorgehen oder zumindest nicht als Gewinner. Tradet er Bosh, werden ihn die Fans verdammen, weil er den Franchise Player abgegeben hat.

Hält er ihn bis zum Vertragsende und Bosh verlässt anschließend den Klub - wonach es derzeit aussieht - werden sie ihn ebenfalls verdammen, weil er ihn nicht vorher getradet und daraus Kapital geschlagen hat.

Warum Toronto Bosh traden wird: Bosh ist mit der momentanen Situation nicht zufrieden. Aus einem Geheimtipp auf den Titel wurde die wohl größte Enttäuschung der Spielzeit. Den größten Gegenwert für Bosh würden die Raptors nur jetzt erhalten.

Warum Toronto Bosh nicht traden wird: Colangelo kann es sich nicht noch einmal leisten, einen Publikumsliebling zu vergraulen (Vince Carter lässt grüßen!). Zudem bleiben die Chancen auf die Playoffs nur mit Bosh erhalten.

Tradechancen der Mavericks: Bosh ist in Dallas geboren und in der Umgebung aufgewachsen. Für die Mavericks ist das das große Plus. Als mögliches Tauschobjekt käme aufgrund des Gehalts aber wohl nur Josh Howard in Frage, der dann wohl im Paket mit Jerry Stackhouse den Gang nach Kanada antreten würde.

Hier geht es zum zweiten Teil...

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