

Mavericks im Hoch: Kampf den Nerv-Bärten
Von Eric Böhm
München - Von der Intensivstation werden sie so schnell nicht runterkommen, aber wenigstens haben die Dallas Mavericks wieder einen Puls (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).
Mit dem 115:108 in Milwaukee (Bericht) glückte Dirk Nowitzkis Mannschaft der vierte Sieg in Folge. Vielleicht noch wichtiger ist aber das neue Selbstvertrauen des gesamten Teams.
Die Spieler lachen auf der Bank und dem Court wieder deutlich mehr, der knurrige Coach Rick Carlisle spricht plötzlich sogar enthusiastisch vom Stürmen der NBA-Arenen mit "rauchenden Colts".
"Es läuft momentan bei uns ganz gut. Ich denke, alle Jungs haben die Bärte langsam satt. Für mich gilt das jedenfalls. Dieses ganze Ding hat uns aber noch einmal angespornt", sagt Shooting Guard O.J. Mayo.
Doch noch Chancen?
Der vor einigen Wochen geschlossene Bart-Packt hat also die Erfolgsserie der Mavericks ausgelöst. Bis zum Erreichen einer ausgeglichenen Bilanz sind Rasierer tabu.
Mitten in der stabilsten Phase der gesamten Saison wächst die Hoffnung, nicht doch noch den Altrockern von ZZ Top Konkurrenz machen zu müssen.
Ähnlich wie die Gesichtsbehaarung wächst bei Nowitzki und Co. allmählich auch wieder die eigentlich schon begrabene Hoffnung auf die Playoffs.
"Wir haben jetzt noch 20 Spiele und werden die letzten Reserven aus uns herausholen. Es wird nicht leicht, aber wir haben jetzt einen ordentlichen Lauf", verspricht Nowitzki (SERVICE: Der SPORT1-Nowitzki-Watch).
Rückstand kaum verringert
Aufgrund der ähnlich guten Phase der Los Angeles Lakers (34 Siege - 31 Niederlagen) steht für Dallas (30:33) in der Western Conference nach wie vor Rang zehn zu Buche ( DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).
Die vor L.A. platzierten Golden State Warriors (36:29) und Tim Ohlbrechts Houston Rockets (34:30) sind wieder ins Blickfeld gerückt. Zwei Drittel der restlichen Partien müssten gewonnen werden, um die 13 Jahre andauernde Playoff-Serie doch noch zu verlängern.
Das folgende Programm hat es jedoch in sich. Das ist auch Nowitzki klar: "Die nächsten Wochen werden richtig hart, bieten aber auch Chancen."
Dicke Brocken vor der Brust
Nach dem Duell mit Erzrivale und West-Spitzenreiter San Antonio (Fr., ab 1 Uhr LIVESCORES) folgen innerhalb der nächsten zwei Wochen reihenweise Topspiele.
Es geht unter anderem gegen Vizemeister Oklahoma City, Brooklyn, Boston, Indiana, die L.A. Clippers, Chicago und am 2. April zu den Lakers (DIASHOW: Die Bilder der 20. Woche).
"Wir müssen jetzt anziehen. Die Playoffs sind nach wie vor unser Ziel. Wir haben noch nicht aufgegeben", betont Forward Elton Brand.
Der Ball läuft
Tatsächlich findet das Team nach endlos langer Anlaufzeit besonders im Angriff langsam eine Identität. Der Ball läuft immer besser zum freien Mann.
Mayo und Nowitzki sind besser aufeinander eingestellt und erzwingen keine schwierigen Würfe. Seit Anfang Februar gelangen nur zweimal weniger als 98 Punkte ( Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).
"Die Wurfauswahl ist für uns ganz entscheidend. Wenn wir Bewegung im Angriff haben, kommen unsere Qualitäten zum Tragen. Das haben wir zuletzt auch in den Endphasen beherzigt", lobt Carlisle.
Neben den beiden besten Scorern ist Vince Carter der Schlüssel. In den vergangenen sechs Spielen kam "Vinsanity" durchschnittlich auf mehr als 17 Punkte und eine ausgezeichnete Dreier-Quote (55 Prozent).
Carter in Topform
"Wenn wir besser dastünden, wäre Vince ein Top-Kandidat auf den Titel des besten sechsten Mannes. Über die Saison gesehen war er unser bester Spieler", rührt Eigentürmer Mark Cuban die Werbetrommel.
Die alten Highflyer-Tage sind zwar vorbei, aber sein Scorer-Instinkt ist immer noch da. Den Abgang von Jason Terry hat Carter jedenfalls gut kompensiert.
"Die Rolle von der Bank kommt mir entgegen. Ich habe meine Freiheiten und kann meine Stärken als Scorer und Verteiler optimal ausspielen", erklärt der 36-Jährige.
Carter spielt im Übrigen statt einer Rasur nur um die Ehre, denn von seinem charakteristischen Vollbart wird er sich auch bei Erreichen der Playoffs nicht trennen.