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Dirk Nowitzki (l.) und Kobe Bryant nahmen elfmal gemeinsam am All-Star Game teil © getty

Die Mavs stehen in L.A. vor dem "größten Spiel". Nowitzki ist der Trumpf im Playoff-Kampf. Gibt Shaqs Ehrung Bryant den Kick?

Von Eric Böhm

München - Plötzlich stehen die namhaften Krisenteams der Saison doch wieder im Rampenlicht.

Im Showdown der Dallas Mavericks bei den Los Angeles Lakers (ab 4.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) trifft zwar nur der Zehnte der Western Conference auf den Neuntplatzierten, aber für Spannung ist gesorgt.

Der Dreikampf mit L.A. und Utah um das letzte Playoff-Ticket bietet vor allem Dirk Nowitzkis Mannschaft die Chance, ein verkorkstes Jahr doch noch mit der 13. Teilnahme an der K.o.-Runde in Folge zu krönen.

"Es war eine Achterbahnfahrt. In dieser Liga ist alles möglich. Wir haben nie aufgegeben und sind bereit für das größte Spiel der Saison", sagte Nowitzki.

"Fühle mich wieder gut"

Dass es für die Mavericks plötzlich überhaupt noch um etwas geht, ist vor allem dem MVP zu verdanken, der seine lang vermisste Topform im März wiederfand.

In seinen ersten 41 Partien hatte er nie mehr als 30 Punkte schafft, innerhalb von vier Tagen gelang ihm dies nun gleich zweimal. Die Gala samt Siegtreffer gegen Chicago (Bericht) machte auch dem letzten Skeptiker klar: Nowitzki ist wieder da.

"Ehrlich gesagt, liegt es nur daran, dass ich mich endlich wieder gut fühle. Eigentlich erreiche ich diese Form normalerweise im Januar, jetzt ist die Saison leider schon fast vorbei", erklärte Nowitzki (693493DIASHOW: Die Bilder der 22. Woche).

Lob von Mayo

Die ersten 27 NBA-Partien verpasste er wegen der Knie-OP aus dem Oktober, danach suchte er lange seinen Rhythmus. Auch weil von den Kollegen nur sehr sporadische Unterstützung kam.

Mit dem Schlüsselspieler in gewohnter All-Star-Verfassung erlebte aber die gesamte Truppe des Ex-Meisters ein unverhofftes Frühlingserwachen.

Durch zehn Siege in den vergangenen 14 Partien kämpfte sich Dallas (36 Siege - 37 Niederlagen) wieder an Utah (39:36) und die Lakers (38:36) heran (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Es liegt an Dirk. Er gibt alles, um uns in Schlagdistanz dieses achten Ranges zu halten. Er hat uns die Chance gegeben Jetzt müssen wir ihm helfen", forderte O.J. Mayo.

Sorgen um den Scorer

Der zweitbeste Scorer der Mavericks wäre dafür eigentlich prädestiniert, schlägt sich aber weiterhin mit seinen hartnäckigen Schulterproblemen herum.

19 seiner vergangenen 23 Würfe setzte der Shooting Guard daneben. "Trotzdem beißt er sich durch. Diese Einstellung zieht die anderen Jungs mit", lobte Coach Rick Carlisle.

Gelänge der Big Point in Los Angeles, spräche das Restprogramm der drei Kontrahenten durchaus für Dallas (ANALYSE: Dreikampf mit einem Unbekannten).

Nash fraglich

Das gerupfte Starensemble könnten die Mavericks genau zum richtigen Zeitpunkt erwischen. Im Vergleich zu dem Auswärtserfolg beim Saisonstart an gleicher Stelle hat sich in Hollywood nämlich wenig zum Guten gewendet.

Nach einem überschaubaren Hoch warfen die Lakers zuletzt die Verletzungen von Metta World Peace (Knie-OP), Steve Nash (Rücken/Oberschenkelprobleme) und Kobe Bryant zurück.

"Mein Fuß ist im Eimer. Sonst geht es mir gut", flüchtete sich der Superstar zuletzt in Sarkasmus. Nur weil er ähnlich willensstark wie Nowitzki ist, hält er Abend für Abend die Knochen hin. Ob Nash auflaufen kann, entscheidet sich kurzfristig.

O'Neal wird geadelt

Vielleicht gibt ihm Shaquille O'Neals Anwesenheit ja noch einen besonderen Kick.

Die Nummer des ehemaligen Mitspielers wird in der Halbzeit als neunte der Teamgeschichte unter das Dach des Staples Centers gehängt und nie mehr vergeben.

Trotz dreier gemeinsamer Meisterschaften gab es immer wieder Reibereien zwischen den beiden großen Egos. Deswegen stichelt Bryant schon im Vorfeld des Wiedersehens und bringt seine fünf Titel im Vergleich zu Shaq (4) ins Spiel.

"Ich erinnere ihn immer daran. Ihn nervt das natürlich, aber unsere Beziehung ist jetzt sehr gut. Er hat es verdient. Ich freue mich für ihn", sagte Bryant.

Twittern mit Trump

Auch der langjährige Lakers-Coach Phil Jackson wird dabei sein. Ihn schickten die Mavericks 2011 nach dem 4:0-Sweep in der zweiten Playoff-Runde in Rente (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).

Die Zahlen sprechen gegen einen Erfolg der Texaner. Nur zwölf der vergangenen 67 Partien in L.A. wurden gewonnen. Seit 1983/84 gelangen keine zwei Saisonsiege bei den Lakers mehr.

"Egal was gegen uns spricht, wir geben nicht auf. Das liegt an Mark (Cuban, Anm. der Red.) Er ist der größte Wettkämpfer, den ich je getroffen habe. Der twittert sogar mit Donald Trump um die Wette - die zwei Idioten", witzelte Nowitzki.

Gelingt seinem Team der Coup in der "Stadt der Engel", wird der Mavericks-Boss bei Twitter wohl noch eine Schippe drauflegen.

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