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Rick Carlisle (r.) trainiert die Dallas Mavericks seit der Saison 2008/09 © getty

Carlisle klagt über die mangelnde Erfahrung, Nowitzki kritisiert die Defense. Cuban reagiert auf den Twitter-Shitstorm.

Von Florian Pertsch

München/Los Angeles - Die Köpfe hingen tief, der Blick war leer. Müde trotteten die Vollbärte aus Dallas vom Feld.

Die Mavericks wurden beim Schlüsselspiel ums letzte NBA-Playoffs -Ticket im Westen von den Los Angeles Lakers mit 81:101 vorgeführt und stehen diesmal ziemlich sicher endgültig vor den Trümmern einer verkorksten Saison (ab 20:35 Uhr Wiederholung im TV auf SPORT1+).

Mit einer Bilanz von 36 Siegen bei 38 Niederlagen ist der Abstand auf die Lakers und Utah (beide 39:36) bei acht verbleibenden Spielen fast nicht mehr aufzuholen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Reservist Clark springt in die Bresche

Was die Pleite besonders bitter macht: Los Angeles benötigte keine Gala zum Sieg (Bericht).

Ohne Star-Aufbau Steve Nash und Metta World Peace sprangen Reservisten wie Earl Clark (17 Punkte, 12 Rebounds, 5 Blocks) in die Bresche und stellten die Mavs vor immense Probleme.

"Die Verteidigung hat nicht so toll gestanden. Wir haben Dwight gedoppelt, was den Schützen Platz eröffnet hat. Clark hat ein gutes Spiel gemacht, den hatten wir nicht so auf der Rechnung", räumte Nowitzki im Exklusiv-Interview mit SPORT1 die Fehler der Mavs ein (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).

Wirre Verteidigung

Dabei ist die Einschätzung des 34-Jährigen noch höflich, denn phasenweise wirkte die Verteidigung wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen.

Nicht selten stürmten zwei Spieler gleichzeitig auf den ballführenden Gegner und bescherten den Lakers offene Würfe.

Das Verteidigung des Pick and Rolls gegen Center Dwight Howard (24 Punkte, 12 Rebounds) funktionierte nur in Ausnahmefällen und wirft nach einer fast komplett absolvierten Saison die Frage nach der Kommunikation auf.

Hinzu kam diesmal der einfallslose Angriff der Mavs. Teamplay war zumeist ein Fremdwort, jeder kämpfte für sich allein, und selbst die einfachsten Dinge funktionierten nicht.

Wright spielen die Nerven einen Streich

Bestes Beispiel: Brandan Wright verpatzte beim Spielstand von 68:78 aus Sicht der Mavs im dritten Viertel einen Dunking (696095DIASHOW: Die Bilder der 23. Woche).

"Normalerweiser war unsere Offensive in den letzten Wochen sehr gut, und wir haben unsere Würfe von außen getroffen. Das haben sie ganz gut weggenommen", erklärte Nowitzki und bemängelte einmal mehr das Rebound-Verhalten:

"Wir haben zu viele Offensivrebounds abgegeben. So ist es schwer zu gewinnen."

Auch Nowitzki (11 Punkte) selbst zeigte keine überzeugende Leistung (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Nur schwere Würfe für Dirk

"Die haben mich gut verteidigt, mich nirgendwo frei stehen lassen und mich auch im Fast-Break gleich gefunden. Wenn ich Würfe hatte, waren es sehr schwere", zollte Nowitzki der Lakers-Defense Tribut.

Im Gegensatz zum Clippers-Spiel ging "Dirkules" zudem selten aggressiv zum Korb und cuttete fast nie in die Zone.

So hatte Pau Gasol eigentlich keine Schwierigkeiten, an Nowitzki dran zu bleiben.

Coach Rick Carlisle schob die Niederlage überwiegend auf die Unerfahrenheit des Kaders:

"Dirk versteht, worauf es in dieser entscheidenden Phase der Saison ankommt. Wir spielen aber auch mit vielen unerfahrenen Spielern. Es ist eine wertvolle Lernerfahrung, aber sie hat eben auch einen Preis."

Marion legt Finger in die Wunde

Routinier Shawn Marion legte den Finger in die nächste Wunde und traf damit wohl den wichtigsten Punkt: Einsatz.

"Wenn man den Sieg wirklich will, dann bringt man den Einsatz und holt sich jeden Abpraller oder freien Ball. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Es ist sehr frustrierend, an diesem Punkt angelangt zu sein?, machte "The Matrix" seinem Ärger Luft.

Auch abseits des Parketts schlug die Partie hohe Wellen.

Mavs-Besitzer Mark Cuban lief in L.A. zu Hochform auf und tobte hinter der Dallas-Bank wie in den guten alten Zeiten.

Twitter-Shitstorm gegen Cuban

Als Cuban die fragwürdige "Hack-a-Howard"-Taktik der Texaner beklatschte, brachen im Staples Center und auch in der Twitter-Sphäre alle Dämme.

Cuban wurde von den Lakers-Anhängern massiv angefeindet und beleidigt und antwortete auf seine ganz eigene Art und Weise.

Der exzentrische Multimillionär retweetete die Beschimpfungen einfach auf seinem Twitter-Profil und kommentierte die Geschehnisse nicht weiter.

Bis zur Nacht auf Freitag haben die Mavs nun Zeit zum Wundenlecken, wenn bei den Denver Nuggets das nächste schwere Auswärtsspiel ansteht.

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