Nach der Pleite gegen den verjagten Brewer bleiben Dirk Nowitzkis Team noch sieben "Mini-Saisons". In Sacramento geht es los.

[kaltura id="0_hheym4dd" class="full_size" title=""]

Von Eric Böhm

München - Es gibt eine große Auswahl, aber diese Pleite gehört zu den bittersten der Saison.

Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks waren ganz nahe dran, die längste Heimsiegesserie der NBA zu beenden, bevor sie den Denver Nuggets durch stümperhafte Aktionen doch noch zum Sieg verhalfen (Bericht).

In der Zweiten Hälfte führten die Nuggets ganze 2,8 Sekunden - es waren die letzten Momente der Partie (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

"Ich kann es nicht fassen. Wir hätten das Spiel gewinnen müssen. Das ist die Geschichte unserer Saison. Das ist die schlimmste Niederlage", stöhnte Brandan Wright.

Nowitzki im Pech

Selbst Nowitzki ließ sich von dem neuerlichen Einbruch anstecken und war auf dem Olymp der Nuggets diesmal nicht der strahlende "Dirkules".

Ein vergebener Wurf und der kritische Ballverlust leitete die Pleite in der Schlussminute ein. Höhepunkt war der kollektiv zugelassene Offensiv-Rebound nach einem vergebenen Freiwurf durch Kenneth Faried (696095DIASHOW: Die Bilder der 23. Woche).

"Kurz vorher waren wir noch mit drei vorn. Plötzlich wurde aus Zucker dann Scheiße. Wir haben plötzlich unser Passspiel vergessen und den Sieg verschenkt", meckerte Shawn Marion.

"Kann sie nicht selber holen"

Neben der seit 75 Spielen gewohnt schwachen Verteidigung, die exemplarisch bei Andre Iguodalas siegbringendem Korbleger zu besichtigen war, erzürnte die chronische Rebound-Schwäche Coach Rick Carlisle.

"Wir haben offensiv keine guten Möglichkeiten herausgespielt. Dafür übernehme ich die Verantwortung, aber die Rebounds kann ich nicht selber holen", kritisierte Carlisle.

Warum sein bester Spieler nach der Pause nur noch vier Würfe bekam und nicht einen Freiwurf herausarbeiten konnte, erklärte er nicht.

Rückstand bleibt groß

So stand eine neuerliche knappe Niederlage, die zum schmerzhaften Sargnagel der schon vorher bestenfalls dünnen Playoff-Hoffnungen werden könnte.

"Solche Spiele hatten wir mittlerweile bestimmt schon 20. Das tut noch mehr weh als die klaren Pleiten. Ein Rebound und ein Korb stehlen es dir", haderte Nowitzki.

Dallas (36 Siege - 39 Niederlagen) blieb so weiterhin auf Rang zehn der Western Conference kleben. Die L.A. Lakers (39:36) und Utah (39:37) sind kaum noch einzuholen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Carter hat einen Plan

Beginnend mit dem Auftritt in Sacramento (ab 4 Uhr LIVESCORES) helfen jetzt in den verbleibenden sieben Partien nur noch Erfolge, um mit 43 Siegen noch die minimale Möglichkeit auf Rang acht und das letzte Playoff-Ticket zu wahren.

Die beiden Kontrahenten dürften dann nicht mehr als drei ihrer ausstehenden Spiele gewinnen, was bei durch aus schwierigen Restprogrammen gar nicht so unwahrscheinlich ist.

"Wir müssen das jetzt wie sieben Mini-Saisons angehen. Wenn wir das nächste Spiel nicht gewinnen, wird unser Fenster immer kleiner", sagte Vince Carter.

Wiedersehen mit Brewer

Nicht zuletzt für den Routinier hatte vor knapp zwei Jahren ein gewisser Corey Brewer seinen Kaderplatz nach der Meisterschaft 2011 räumen müssen.

Die späte Rache gelang dem Flügelspieler nun nicht nur mit 23 Punkten, sondern auch mit dem Steal gegen Nowitzki und dem vielzitierten Offensiv-Rebound.

Sein achtminütiger Auftritt im Mai vor zwei Jahren in Playoff-Spiel eins gegen den damaligen Titelverteidiger L.A. Lakers ist fast schon legendär. Er leitete den unglaublichen 4:0-Sweep der Mavs ein.

"Corey hat das Spiel damals für uns gewonnen. Deshalb stehen wir für immer in seiner Schuld", sagte nun Eigentümer Mark Cuban.

Lob von Carlisle

Statt sich mit Hirngespinsten über den weiblichen College-Star Brittney Griner zu beschäftigen, müsste er sich eigentlich fragen, weshalb er Brewer für einen Draftpick im Jahr 2016 vom Hof jagte.

"Er passt perfekt zu ihrem Stil. Es hätte bei uns kaum Minuten für ihn gegeben. Ich freue mich für Brew", sagte Carlisle (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).

Sein eigenes Team weckt nur selten solche Gefühle. Die letzte Hoffnung ist eine Siegesserie, die der Truppe in dieser Zusammensetzung allerdings noch nie gelang.

Bangen um Brand

Der finale Angriff auf die magische 43 startet wenigstens bei einem Lieblingsgegner.

14 der vergangenen 15 Duelle mit Sacramento wurden gewonnen - im Januar klappte es in Kalifornien jedoch erst nach Verlängerung.

Bei den Kings wartet in DeMarcus Cousins allerdings ein dominanter Center, der Wright, Nowitzki und Chris Kaman an den Brettern zusetzen wird.

Ob Elton Brand helfen kann, ist noch unklar. Der erfahrene Big Man plagt sich nach wie vor mit Wadenproblemen herum.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel