Nowitzkis Team scheidet nach der peinlichen Pleite auch rechnerisch aus. Der Ex-Bamberger Tucker besiegelt das Ende der Serie.

[kaltura id="0_f8jxz341" class="full_size" title=""]

Von Eric Böhm

München/Dallas - Nun ist es amtlich: Die Dallas Mavericks haben zum ersten Mal seit 2000 die Playoffs verpasst (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Dirk Nowitzkis Meister von 2011 verlor überraschend mit 91:102 (51:61) gegen die Phoenix Suns und war nach dem Sieg der L.A. Lakers in Portland (Bericht) auch rechnerisch eliminiert.

Vier Spiele vor Schluss wären nun maximal noch 42 Siege bei 40 Niederlagen drin, aber die Lakers (42:37) haben den direkten Vergleich auf ihrer Seite.

"Es ist nicht so, dass unsere Hoffnungen heute zerschmettert wurden. Es sah ja schon seit zwei, drei Wochen nicht gut aus. Wir hatten eh keine große Chance mehr", sagte Nowitzki.

Nowitzki frustriert

Der 34-Jährige zeigte mit 21 Punkten und acht Rebounds eine ordentliche Leistung, wird nach zwölf Playoff-Teilnahmen in Folge diesmal aber nicht beim Höhepunkt der NBA-Saison mitmischen.

Dass die vagen Hoffnungen letztlich durch eine peinliche Heimpleite gegen das Schlusslicht der Western Conference beendet wurden, passt zu einer von Anfang an verkorksten Spielzeit (696578DIASHOW: Bilder der 24. Woche).

"Immer wenn wir dran waren, haben wir uns selbst so ein Ei ins Nest gelegt. Das ist eine schrecklich enttäuschende Niederlage", stöhnte Nowitzki.

Saison im Zeitraffer

Angefangen bei der Unfähigkeit, die Wunschspieler zu verpflichten, über die zu späte Knie-OP des 34-Jährigen im Oktober bis hin zu der quälenden Inkonstanz des zusammengewürfelten Kaders: Das Aus hat viele Gründe.

Der letzte Akt taugte als Spiegelbild der Misere. Trotz zuvor zehn Pleiten in Folge - die längste Negativserie seit 16 Jahren - lag Phoenix fast durchgehend in Front.

"Wir haben einem Team, das um nichts mehr gespielt hat, am Anfang Leben eingehaucht. Später konnten wir ihren Rhythmus nicht mehr brechen", sagte Vince Carter (18 Zähler).

Nur phasenweise gute Leistungen

Die Suns führten im ersten Viertel bereits mit 14 Punkten. Neben Nowitzki und Carter zeigte bei den Mavs erneut einzig Shawn Marion (22 Zähler, 9 Rebounds) gehobene Klasse.

Ähnlich wie über die gesamte Saison hinweg deutete Dallas auch in dieser Partie das spielerische Potenzial phasenweise an und glich dank eines 12:2-Starts in die zweite Hälfte aus (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).

Darauf folgten allerdings minutenlange Durststrecken im dritten und vierten Viertel. Der hochveranlagte O.J. Mayo traf nur zwei von zehn Würfen und verlor viermal den Ball.

"Haben sie wohl unterschätzt"

Auch Spielmacher Darren Collison (1 von 6 aus dem Feld) lieferte seinen Kritikern wieder einmal Munition. Dazu kam die gewohnt schwache Verteidigung.

Selbst die äußerst limitierten Suns hatten sechs zweistellige Scorer. Point Guard Goran Dragic (21 Punkte, 13 Assists) konnte wie Magic Johnson durch die Reihen der Mavs wirbeln.

"Wir haben sie wohl unterschätzt. Sie haben sich den Sieg erarbeitet", sagte Marion.

Tucker netzt ein

Kampfgeist und Moral war hingegen zu keinem Zeitpunkt das Problem der Truppe von Coach Rick Carlisle. Bis zum Ende gaben die Texaner nicht auf.

Nowitzki verkürzte zwei Minuten vor dem Ende sogar auf 89:93, ehe der starke Ex-Bamberger P.J. Tucker mit (21 Punkte, 10 Rebounds) mit zwei Körben den Sack zu machte.

"Zu dem Zeitpunkt brauchten wir unbedingt Punkte und mussten antworten. Ich hatte vorher schon drei, vier Möglichkeiten. Das war wichtig", meinte Tucker.

Auch die Bärte bleiben

Nach 13 Jahren findet die K.o.-Runde somit erstmals ohne Dallas statt. Die Lakers und Utah (41:38) rangeln um das letzte Ticket in der Western Conference (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Auch die Chance, die Bärte loszuwerden, war zum bereits dritten Mal dahin. Zuletzt stand Mitte Dezember eine ausgeglichene Bilanz zu Buche.

Der Frust musste auch bei Meistertrainer Carlisle raus, der sich nach einer Aktion des deutschen Centers Chris Kaman (2 Punkte, 8 Rebounds) gegen Dragic ein technisches Foul abholte.

Die Mavericks haben nun noch vier Partien zu absolvieren, bevor der Urlaub und der dritte Neuaufbau in knapp zwei Jahren seit dem Titel beginnt.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel