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Dirk Nowitzki (l.) und Mark Cuban feierten 2011 gemeinsam den NBA-Titel © getty

Eigner Cuban sieht Dallas trotz verpasster Playoffs nur als einen von 29 Verlierern und will Dirk Nowitzkis Herbst vergolden.

Von Eric Böhm

München - Der erste Schock ist allmählich verdaut: Bei den Dallas Mavericks läuft die Aufarbeitung der desaströsen Saison langsam an.

Während die Spieler sich auf die letzten vier Spiele einschwuren, um doch noch die nervigen Zauselbärte loszuwerden, war der Boss schon einen Schritt weiter (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Eigentümer Mark Cuban ließ einen Tag nach dem endgültigen Verpassen der Playoffs keinen Zweifel an seiner Entschlossenheit, den Ex-Meister wieder konkurrenzfähig zu machen.

"In der NBA gibt es einen Gewinner und 29 Verlierer. Wir wollen Meisterschaften gewinnen. Wir werden im nächsten Jahr stärker und besser zurückkommen", tönte Cuban.

Plan geht nicht auf

Zum ersten Mal erreichten die Mavs in einer kompletten Saison unter Cubans Führung nicht die Playoffs. Nach dem Titel 2011 ging es rasend schnell bergab.

Das Risiko, die Meistermannschaft nach dem Lockout aus finanziellen Gründen zu sprengen, zahlte sich nicht aus. Die Seifenblase von einem zweiten Superstar an Dirk Nowitzkis Seite platzte (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).

"Das ist nach wie vor unser Plan. Wenn ihr einen Kerl kennt, der zu den Mavericks will, lasst es mich wissen. Wir werden alles in unserer Macht stehende unternehmen", versprach Cuban.

Nur vier Spieler

Ein Topmann a la Dwight Howard oder Chris Paul erscheint dennoch unrealistisch und würde auch als einzige Maßnahme nicht ausreichen.

Schließlich stehen nur vier gestandene Spieler für die nächste Saison definitiv unter Vertrag. Neben Nowitzki sind das die Routiniers Vince Carter und Shawn Marion sowie Rookie Jae Crowder (BERICHT: Dirkules früh wie nie im Urlaub).

Trades dürften daher ebenfalls sehr schwer zu realisieren sein. Der einzige Trumpf ist der riesige Spielraum unter der Gehaltsobergrenze und die vielen Kontrahenten drohende Luxussteuer.

Steuer macht Hoffnung

In ihrer jetzigen Zusammensetzung würden die L.A. Lakers beispielsweise rund 65 Millionen Dollar zahlen. Dallas könnte einige teure Spieler aufnehmen.

Zudem dürfen Teams, die vier Millionen Dollar über dem "Salary Cap" liegen, keine Spieler in einem Sign-and-Trade-Geschäft verpflichten.

Die Mission ist klar: Im Sommer ein starkes Team um Nowitzki formieren, das später auch ohne den deutschen Ausnahmespieler vorn mitmischen kann.

"Wir haben die erste Phase von Dirks goldenen Jahren mit dem Titel gekrönt, jetzt tun wir alles für die nächste Phase bis ihm die goldenen Jahre ausgehen", sagte Cuban.

Viele Probleme

Dafür müssen er und Teampräsident Donnie Nelson aber Leute holen, die sportlich und menschlich besser zusammenpassen als die aktuelle Truppe.

Abgesehen von Shawn Marion fehlen echte Abwehrspezialisten, die Probleme im Spielaufbau zogen sich durch die Saison.

Ebenso frappierend war aber die eklatante Nervenschwäche in engen Situationen. Die Routiniers kritisierten zudem häufig und in ungekannter Schärfe die Einstellung.

"Du kannst nicht kontrollieren, ob der Ball in den Korb geht, aber du kannst deinen Einsatz kontrollieren. Da haben wir Defizite", hatte Marion nach dem Phoenix-Fiasko (Bericht) gesagt.

Viele Möglichkeiten

Es müssen also entwicklungsfähige, aber auch mental robuste Spieler her, die All-Star-Potenzial mitbringen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

O.J. Mayo passt in dieses Raster, wird aber wohl aus seinem Vertrag aussteigen und neu verhandeln. Davon unabhängig besteht speziell im Aufbau und auf der Center-Position akuter Handlungsbedarf.

In einem kleinen NBA-Markt festsitzende Topspieler wie Point Guard Brandon Jennings, Combo-Guard Monta Ellis, Center Larry Sanders (alle Milwaukee) oder Center DeMarcus Cousins (Sacramento) könnten interessant sein und werden in Dallas gehandelt.

Auch der ehemalige Deutschland-Legionär Marcin Gortat könnte auf dem Radar sein. Der Pole ist in Phoenix schon seit längerem nicht mehr glücklich.

Bynum als Risikovariante

Potenziell interessante Free Agents auf der Spielmacherposition sind zudem Jeff Teague, Jarrett Jack oder Jose Calderon.

Unter dem Korb böten sich Samuel Dalembert, Nikola Pekovic oder Al Jefferson an. Die meisten dieser Spieler sind jedoch "restricted" - die aktuellen Teams könnten also mit allen Angeboten mithalten.

Viel Risiko aber auch das meiste Potenzial hätte ein Angebot für den an beiden Knien operierten Big Man Andrew Bynum, der seit Mai 2012 nicht mehr gespielt hat.

Auch die Flügelspieler Andre Iguodala, Josh Smith, Tony Allen oder Tyreke Evans wären Upgrades. Die kommenden Monate werden für die Mavericks zum entscheidenden Wegweiser für die nächsten Jahre.

[kaltura id="0_f8jxz341" class="full_size" title="Blamage beendet Mavericks Hoffnungen"]

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