Der verletzte Bryant gratuliert zum Spurs-Coup. Das Playoff-Ticket winkt. Die Knicks sichern Rang zwei. Miami nimmt Revanche.

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Von Eric Böhm

München - Die Los Angeles Lakers haben das erste Spiel ohne Kobe Bryant gewonnen und stehen mit einem Bein in den Playoffs (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Gegen die San Antonio Spurs gelang ein überraschender 91:86 (43:43)-Heimerfolg. Ein Sieg im letzten Saisonspiel gegen Houston oder eine Niederlage der Utah Jazz würde Rang acht in der Western Conference sichern.

"Starke Leistung von meinen Jungs! Noch einen Sieg mehr und ab in die Playoffs", twitterte der verletzte Anführer. Zuvor hatte er noch angekündigt, in der Halbzeit per Telefon taktische Hilfestellung zu geben.

Howard übernimmt

Bryant hatte sich beim Sieg über Golden State die linke Achillessehne gerissen (Bericht) und wurde bereits am Wochenende operiert.

Gegen die Spurs sprang vor allem Center Dwight Howard mit 26 Punkten, 17 Rebounds und drei Blocks hervorragend ein (SERVICE: Die Tagesbesten).

"Wir wussten, dass nun jeder an uns zweifeln würde, aber das ist in Ordnung. Wir arbeiten noch härter", versprach Howard.

Utah unter Druck

Aufgrund des verlorenen direkten Vergleiches gegen Utah (42 Siege - 38 Niederlagen) müssen die Lakers (44:37) vor den Jazz landen, um das letzte Playoff-Ticket zu erhalten.

Sollte Utah in Minnesota (ab 2 Uhr LIVESCORES) verlieren, wäre L.A. bereits durch. Das letzte Spiel gegen Houston (Do., ab 4:30 Uhr LIVESCORES) wäre bedeutungslos.

"Wir haben uns diese Chance erkämpft. Dieses Team hat heute viel Herz bewiesen", bilanzierte Coach Mike D'Antoni (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).

Reaktion der Mitspieler

Für die Einstellung der in den letzten Monaten häufig phlegmatischen Akteure um Howard hat der Ausfall ihres Kopfes bereits ein kleines Wunder bewirkt.

Nie zuvor präsentierte sich das stark ersatzgeschwächte Starensemble so leidenschaftlich, obwohl ihnen neben Bryant auch Spielmacher Steve Nash (Rückenprobleme) weiterhin fehlte.

"Kobe ist so ein dominanter Spieler, der in den wichtigen Momenten den Ball bekommt. Heute konnte jeder zeigen, was er drauf hat", meinte Point Guard Steve Blake (23 Zähler).

"Sie waren energischer"

Es lief aber bei weitem nicht alles rund. Pau Gasol (16 Rebounds) verfehlte 13 seiner 17 Würfe, Bryants Ersatz Jodie Meeks traf auch nur drei von elf.

Trotzdem hielten sie über drei Viertel Punkt für Punkt mit den Spurs mit. In den letzten Minuten zeigten sie dann selten gesehene Cleverness (696578DIASHOW: Bilder der 24. Woche).

Einen 15:4-Lauf krönte Howard vier Minuten vor Schluss, danach blieben sie von der Freiwurflinie cool und gaben den Texanern keine Ausgleichschance mehr.

"Sie waren viel energischer. Wir haben uns durch das Spiel treiben lassen. Timmmy war der einzige Spieler, der auftrat, als wolle er eine Meisterschaft gewinnen", haderte Spurs-Coach Gregg Popovich.

Spurs mit Problemen

San Antonio (58:22) muss sich im Duell mit Spitzenreiter Oklahoma City (59:21) um Rang eins im Westen wohl geschlagen geben (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Der angesprochene Tim Duncan (23 Punkte, 10 Rebounds) lieferte eine starke Leistung ab. Spielmacher Tony Parker traf dagegen nur einen von zehn Würfen.

"Wir stehen zwei Spiele vor den Playoffs: Manu (Ginobili, Anm. der Red.) ist nicht da, Tony sucht seinen Rhythmus. Es ist schwierig", sagte Duncan.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen in der NBA zusammen:

New York Knicks - Indiana Pacers 90:80

Die New York Knicks sicherten sich durch das 90:80 (47:40) über den direkten Konkurrenten Indiana Pacers Position zwei in der Eastern Conference.

NBA-Topscorer Carmelo Anthony (25) und der ehemaliger Trierer Chris Copeland (20) waren die besten Schützen.

"Ich habe immer betont, dass das heute ein ganz wichtiges Spiel sein würde. Jetzt haben wir für mindestens zwei Runden Heimvorteil und können uns für die Playoffs schonen", sagte Anthony.

Duell mit Boston steht

Während New York somit in K.o.-Runde eins auf die Boston Celtics trifft, muss sich Indiana mit Rang drei und einem Duell mit Chicago oder Atlanta begnügen.

"Wir haben eine gute Saison gespielt, sind aber noch lange nicht zufrieden", sagte All-Star Paul George, der es nur auf neun Punkte brachte, aber immerhin elf Assists gab.

Miami Heat - Chicago Bulls 105:93

Die Miami Heat haben Revanche an den Serienkillern genommen. Das Team um Superstar LeBron James gewann 105:93 (56:54) gegen die Chicago Bulls, die im März ihre 27 Spiele andauernde Siegesserie beendet hatten.

James (24 Punkte) und Dwyane Wade (22) waren die besten Werfer des Titelverteidigers, der bereits als Meister der Eastern Conference feststeht.

"Es war gut - speziell gegen dieses Team. Sie sind so stark, da gewinnst du nicht im Vorbeigehen", meinte James.

Noah fehlt weiter

Für die Bulls (43:37) geht es dagegen noch um Rang fünf. Die Atlanta Hawks liegen knapp vor dem sechsmaligen Champion.

In Miami konnten einzig Luol Deng (19 Punkte) und Carlos Boozers (16 Zähler, 20 Rebounds) restlos überzeugen. Die Big Men Joakim Noah und Taj Gibson fehlten nach wie vor

"Wir müssen nach vorn schauen. Hoffentlich bekommen wir die beiden schnell zurück. Jetzt sind nicht die Playoffs wichtig, sondern das nächste Spiel", sagte Trainer Tom Thibodeau.

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