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Dwight Howard (r.) macht die L.A. Lakers nach seinem Wechsel 2012 kaum besser © getty

Aus dem Miami des Westens wird trotz Playoff-Einzug ein Desaster. Das Original brilliert. Nowitzkis Mavericks stürzen ab.

Von Eric Böhm

München - Am Ende hat es für die Seifenoper der NBA doch noch gereicht.

Die Achterbahnfahrt des hoch gehandelten und tief gefallenen Starensembles der Los Angeles Lakers geht auch in den Playoffs weiter (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Ohne den schwerverletzten Kobe Bryant (Achillessehnenriss) reichte es mit zwei Siegen (Bericht) gerade noch zum Einzug in die K.o.-Runde - mehr als eine Vermeidung des totalen Desasters war das aber nicht.

"Wir hatten uns die Saison natürlich ganz anders vorgestellt. Wir wollten oben dabei sein, hatten aber viele Verletzungsprobleme. Jetzt geht es bei null los", sagte Forward Pau Gasol.

Trotz des Happy Ends sind die Lakers mit dem frühen Trainerwechsel, dem Theater um Center Dwight Howard und großem Verletzungspech eine der großen Enttäuschungen.

Auch Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks gehören zu den Verlierern, während in Denver gezaubert wird. SPORT1 stellt die Tops und Flops der regulären Saison vor.

Die Tops der Saison 2012/2013:

Denver Nuggets

Ein attraktiver Stil kann auch erfolgreich sein. Die Denver Nuggets bewiesen das in der regulären Saison.

Ohne großen Star zelebrierte die Truppe von Trainerfuchs George Karl ihren Hochgeschwindigkeits-Basketball und erwies sich vor allem zu Hause als fast unschlagbar (38 Siege - drei Niederlagen).

Regelmäßig punkteten bei den Nuggets sieben oder acht Spieler zweistellig. Selbst das verletzungsbedingte Saisonende Danilo Galinaris warf sie nicht aus der Bahn.

Um Point Guard Ty Lawson formierte Karl athletische Typen wie Dunking-Monster Kenneth Faried, Ex-Maverick Corey Brewer oder JaVale McGee. Olympiasieger Andre Iguodala war das letzte Puzzleteilchen. Immer mehr Experten trauen Denver sogar den Finaleinzug zu.

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Miami Heat

Der Titelverteidiger ließ seinen herausragenden Playoffs 2012 eine noch bessere Saison folgen. Seit dem 1. Februar gingen ganze drei Spiele verloren.

Beinahe hätten LeBron James und Co. sogar den Uralt-Rekord der L.A. Lakers (1971/1972 gelangen 33 Siege in Folge) geknackt.

Selbst gesundheitliche Probleme Dwyane Wades hielten Miami auf dem Weg zur besten NBA-Bilanz nicht auf. James winkt der vierte MVP-Award.

Die Verpflichtung Ray Allens machte den Angriff noch schwerer ausrechenbar. Eigentlich kann die Heat in einer Best-of-Seven-Serie niemand schlagen.

Carmelo Anthony

Was musste sich Carmelo Anthony in den vergangenen Jahren nicht alles anhören. Ego-Shooter, eindimensionaler Scorer und selbstverliebter Zocker waren noch die harmlosesten Vorwürfe.

In dieser Saison hat der 28-Jährige die Kritiker Lügen gestraft. Er nimmt zwar immer noch viele Würfe, ist aber deutlich effizienter geworden. Als Belohnung gab es den ersten Scorer-Titel.

"Melo" hat New York zu einem Spitzenteam gemacht und auch in der Verteidigung trotz hartnäckiger Knieprobleme ungeahnten Biss bewiesen.

Dank Anthony, der sogar als MVP-Kandidat gilt, dürfen die Knicks von der ersten Meisterschaft seit 40 Jahren träumen.

Die Flops der Saison 2012/2013:

Dallas Mavericks

Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks sind nach ihrem Meistertitel 2011 in Rekordzeit tief gefallen (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).

Ein Jahr nach dem peinlichen 0:4 in der ersten K.o.-Runde gegen Oklahoma City finden die Playoffs 2013 zum ersten Mal seit 13 Jahren sogar ohne die Mavs statt.

Die im Zuge der vergeblichen Jagd nach einem Superstar zusammengewürfelte Truppe deutete ihr Potenzial zu selten an und wurde durch Nowitzkis Knie-OP vor Saisonstart zusätzlich zurückgeworfen.

Auch der Bart-Pakt und Nowitzkis ansteigende Form konnten die offensichtlichen Mängel in der Verteidigung und im Aufbau nicht übertünchen. Im Sommer folgt der nächste Umbau.

Los Angeles Lakers

Für die Playoffs hat es gerade so noch gereicht, trotzdem wurden die hohen Erwartungen an die Lakers böse enttäuscht.

Statt ein "Miami des Westens" um Bryant, Howard und Steve Nash zu formieren, mühte sich die überalterte Truppe mehr schlecht als recht durch die Saison. Einzig Bryant hielt das Team bis zu seiner Verletzung auf Kurs.

Die viel diskutierten Ausfälle einiger Schlüsselspieler sind aber nicht nur Pech, schließlich birgt ein Kader mit Problemfällen und zahlreichen Ü30-Akteuren große Risiken.

Coach Mike D'Antoni schaffte es nie, seine Vorstellungen dem Personal anzupassen. In den Playoffs bekommt er nun eine weitere Chance, sonst wackelt auch sein Stuhl.

Der Howard-Trade

Dwight Howard ist der beste Rebounder der Liga, trotzdem macht einer der größten Trades der vergangenen Jahre kaum ein beteiligtes Team besser - im Gegenteil.

Die Lakers mussten sich tagtäglich mit dem Drama um "Superman" und seiner Inkonstanz im Angriff auseinandersetzen.

Noch schlechter erging es den Philadelphia 76ers. Der vermeintliche Hauptgewinn Andrew Bynum erwies sich als Niete.

Er absolvierte wegen chronischer Knieprobleme kein Spiel und könnte im Sommer wieder weggehen. Dafür wurden Draftpicks, Leistungsträger Iguodala und Supertalent Nikola Vucevic abgegeben.

In Orlando trumpfte der Montenegriner zwar mit starken Leistungen auf, trotzdem versanken die Magic ohne Howard in der Bedeutungslosigkeit und wurden zum schlechtesten NBA-Team.

[kaltura id="0_cczmbe98" class="full_size" title="Lakers ziehen in die Playoffs ein"]

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