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Kenyon Martin (M.) kam erst während der Saison zu den New York Knicks © getty

Nach mageren Jahren sind die Knicks gegen Boston nun Favorit. Miami ist bereit. Die Bulls bangen. Die Playoff-Duelle im Osten.

Von Eric Böhm

München - Das Vorspiel ist vorbei, die heiße Phase der NBA-Saison beginnt.

In der ersten Playoff-Runde elektrisiert Fans wie Experten dabei vor allem die Neuauflage der Mega-Rivalität zwischen Boston und New York.

Allerdings gehen die Celtics aus dem sportlich erfolgsverwöhnten diesmal nur als Außenseiter in das Duell mit den Knicks (Spiel eins, ab 21 UhrLIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Angeführt von Scoring-Champion Carmelo Anthony haben die New Yorker ihre beste Saison seit 19 Jahren hingelegt und wollen 40 Jahre nach ihrem letzten Titel wieder zuschlagen.

"Ich denke, wir haben das Zeug dazu. Es ist in jedem Fall unser Ziel, aber wir schauen von Serie zu Serie. Gegen Boston wird es sicher heiße Spiele geben", sagt Anthony.

Topfavorit in der Eastern Conference ist ohnehin der Titelverteidiger. LeBron James und seine Miami Heat verloren seit dem 1. Februar nur zwei Spiele verloren und scheinen in einer Best-of-Seven-Serie fast unschlagbar.

SPORT1 blickt auf die Erstrundenduelle der Eastern Conference:

(1) Miami Heat - (8) Milwaukee Bucks

Aufeinandertreffen in der Regular Season: 3:1 (113:106, 85:104, 107:94, 94:83)

Miami marschierte in beeindruckender Manier durch die reguläre Saison, obwohl phasenweise zwei der drei Superstars James, Dwyane Wade und Chris Bosh ausfielen. Der Meister geht ausgeruht und fit in die Playoffs.

Seit dem Titelgewinn wurde die Truppe von Coach Erik Spoelstra durch die starken Schützen Ray Allen und Rashard Lewis unberechenbarer und stabiler (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).

Milwaukee erreichte dagegen nur aufgrund der schwachen unteren Hälfte der Conference auch mit einer negativen Bilanz problemlos die K.o.-Runde.

In den direkten Duellen leisteten sie Miami aber durchaus Widerstand. In Center Larry Sanders und den abschlussstarken Guards Brandon Jennings und Monta Ellis haben sie durchaus gefährliche Spieler. Jennings tönte schon vor Wochen, die Bucks lägen Miami nicht.

SPORT1-Prognose: 4:1, Miami ist zu talentiert und in den Playoffs mittlerweile auch zu nervenstark, um ernsthaft in Schwierigkeiten zu kommen.

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(2) New York Knicks - (7) Boston Celtics

Aufeinandertreffen in der Regular Season: 3:1 (96:102, 89:86, 100:85, 108:89)

Im bis dato letzten Playoff-Duell 2011 waren die Vorzeichen genau umgekehrt. Damals schleppten sich die Knicks gerade noch in die Playoffs, während Boston Krösus Miami attackieren wollte. Die Celtics siegten 4:0.

Die abgelaufene Saison lief für den Rekordmeister aber nicht nach Wunsch. Rajon Rondos schwere Verletzung, ständige Zipperlein bei Kevin Garnett und anderen wichtigen Spielern ließen keinen vernünftigen Spielrhythmus zu.

Der zuletzt viel geschonte Garnett ist neben Kapitän Paul Pierce die große Hoffnung. In der K.o.-Runde legt das vielleicht abgzockteste Team der NBA noch eine Schippe drauf.

Forward Jeff Green muss als Scorer zum X-Faktor werden, um die Knicks ausschalten zu können.

Der Favorit muss wohl auf Amare Stoudemire verzichten, der nach wie vor an Knieproblemen leidet und kämpf gegen ein Trauma. Seit 13 Jahren wurde keine Playoff-Serie mehr gewonnen.

Mit Anthony und J.R. Smith haben sie jedoch ein starkes Duo, das plötzlich auch effektiv trifft. Dazu kommen ausgezeichnete Nebenakteure wie Raymond Felton, Tyson Chandler und Jason Kidd.

SPORT1-Prognose: 4:3, die Celtics werden dem größeren Talent der Knicks ihre geballte Erfahrung entgegen werfen, ohne Rondo fehlt dem Angriff jedoch die letzte Qualität.

(3) Indiana Pacers - (6) Atlanta Hawks

Aufeinandertreffen in der Regular Season: 2:2 (86:89, 100:109, 114:103, 100:94)

Liebhaber des Offensiv-Basketballs sollten sich von dieser Serie fernhalten. Die Pacers bauen auf die zweitbeste Defensive der NBA, während die Hawks nicht gerade zu den offensivstärksten Teams zählen.

Trotzdem könnte Atlanta den Pacers Probleme bereiten. Mit Josh Smith, Al Horford und Zaza Pachulia haben sie große Leute, die Center-Gigant Roy Hibbert und David West das Wasser reichen können.

Indiana hat unter Coach Frank Vogel eine konstante Entwicklung durchlaufen. Selbst der Ausfall des ehemals besten Scorers Danny Granger wurde durch Paul George mehr als aufgefangen.

Der Forward wurde sogar zum All-Star. Die Truppe ist im Osten für viele Experten der einzige mögliche Stolperstein Miamis (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

SPORT1-Prognose: 4:2, die Hawks sind mit ihrer Länge und dem starken Spielmacher Jeff Teague ein unangenehmer Gegner für die favorisierten Pacers. Trotzdem sollten sich die Pacers durchsetzen.

(4) Brooklyn Nets - (5) Chicago Bulls

Aufeinandertreffen in der Regular Season: 1:3 (82:83, 93:89, 85:96, 90:92)

Der erste Teil des Vorhabens von Nets-Eigentümer Michail Prochorow ist geglückt.

Nach dem Umzug nach Brooklyn konnte schnell eine neue Identität und um Deron Williams ein konkurrenzfähiges Team gebaut werden.

Interimscoach P.J. Carlesimo bastelte nach Avery Johnsons Entlassung aus dem großen Kader eine erfolgreiche Rotation, um Williams, Joe Johnson, Brook Lopez und Rebound-Monster Reggie Evans.

Kaum eine Mannschaft musste mit mehr Verletzungsproblemen kämpfen als die Bulls.

Dazu kommt die Hängepartie um Ex-MVP Derrick Rose, der nun wohl doch erst in der nächsten Saison zurückkommen wird.

Bankdrücker wie Nate Robinson hielten den sechsmaligen Meister auf Kurs, der um Center Joakim Noah bangt. Der Franzose konnte wegen starken Fußproblemen zuletzt kaum trainieren.

Trotzdem kann Chicago aufgrund seiner Abwehrstärke jeden Gegner schlagen. Sie beendeten unlängst die langen Siegesserie der Heat und Knicks.

SPORT1-Prognose: 2:4, die Bulls sind unberechenbar, verfügen aber über viel mehr Playoff-Erfahrung als die Nets. In Runde zwei käme es zum spannenden Duell mit Miami.

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