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Chris Paul (l.) wurde 2006 zum NBA-Rookie des Jahres gewählt © getty

Die Clippers entscheiden den Start gegen Memphis auf ungewohnte Art. Die Bulls gehen in Brooklyn unter. Rose kommt nicht zurück.

Von Eric Böhm

München - Die Los Angeles Clippers haben mit einem furiosen Endspurt einen perfekten Auftakt in die Playoffs geschafft.

Dank 37 Punkten im Schlussviertel bezwangen sie die Memphis Grizzlies 112:91 (57:51) und gingen in der Best-of-Seven-Serie mit 1:0 in Führung (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Point Guard Chris Paul war der überragende Mann auf dem Parkett. Der MVP des All-Star Games brachte es auf 23 Punkte und sieben Rebounds.

"Es war das erwartet harte Spiel. Wir waren sehr konzentriert und haben unseren Plan sehr gut umgesetzt", sagte Paul.

"Leben nicht für den Dunking"

Statt ihren spektakulären Highlight-Show setzten die Clippers gegen die beste Verteidigung der NBA auf konservative Mittel. Ihnen gelang nur ein Dunking.

"Ich habe mich einfach entschieden, nicht so oft zu stopfen. Ich weiß nicht, was Blakes Problem war", witzelte Paul, der mit 1,83 Meter nicht zu den Fliegern gehört (706841DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde).

Der angesprochene Blake Griffin spielte den Ball umgehend zurück: "Ich wollte nur foulen. Nein, Memphis ist in der Mitte sehr stark. Wir leben nicht für den Dunking, es passiert eben - oft."

Hartes Duell

Der All-Star (10 Zähler, 5 Rebounds) blieb auch aufgrund der Foulprobleme unter seinen Möglichkeiten, lieferte aber in der Abwehr Grizzly Zach Randolph (13 Punkte) einen großen Kampf, der oftmals an Ringen erinnerte.

"Ich bin bereit, so weiterzumachen. Egal wie viele Spiele nötig sind, wenn er es so will, legen wir los", sagte Griffin (704065DIASHOW: Die Bilder der 25. Woche).

Schon in den Playoffs 2012 hatte sich beide Teams sieben heiße Erstrundenduelle geliefert, bis sich L.A. durchsetzte.

Die Clippers kontrollierten die Partie von Beginn an, aber nur zu Beginn der Viertel zwei und drei lagen sie zweistellig in Front.

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Bledsoe trumpft auf

Memphis biss sich immer wieder heran. Angeführt von Bankscorer Jerryd Bayless (19 Zähler) und Marc Gasol (16) kamen sie zu Beginn des letzten Abschnitts auf 76:77 heran.

Clippers-Reservist Eric Bledsoe (15 Punkte) befeuerte dann aber einen 15:3-Lauf, der L.A. endgültig auf die Siegerstraße brachte (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).

"Bled ist einfach nicht zu packen. Er hat uns mit seinem Zug zum Korb vielseitiger gemacht. Sie konnten ihn nicht verteidigen", lobte Paul.

Gasol sauer

Entscheidend war zudem die eigentliche Stärke der Grizzlies. Das sonst so guten Rebounder hatten an den Brettern in L.A. einen deutlichen Nachteil (23:47).

"Das ist nicht akzeptabel. Wenn wir ihre Angriffe gestoppt hatten, kamen sie ungehindert zum Offensiv-Rebound. Das hat den Unterschied gemacht", kritisierte Gasol.

Spiel zwei steigt in der Nacht auf Dienstag ebenfalls in Los Angeles (ab 4.30 Uhr LIVESCORES), bevor die Serie nach Memphis wechselt.

SPORT1 fasst das weitere Playoff-Geschehen in der NBA zusammen:

Brooklyn Nets - Chicago Bulls 106:89

Die Nets gewannen ihr erstes Playoff-Spiel in Brooklyn souverän mit 106:89 (60:35) gegen die Chicago Bulls. Bereits zur Halbzeit war die Entscheidung gefallen (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Point Guard Deron Williams (22 Punkte) und Center Brook Lopez (21) waren die besten Schützen der Gastgeber, die den sechsmaligen Champion aus dem Barclays Center fegten.

"Alle waren extrem aufgeregt. So ein Spiel hat das Team mit dem Umzug und allem herbeigesehnt. Entsprechend fokussiert sind wir aufgetreten. Das war richtig stark", bilanzierte "D-Will".

Thibodeau schreibt Rose ab

Bei den Gästen leistete einzig Carlos Boozer mit 25 Zählern Widerstand. Luol Deng (6 Punkte) und der durch Fußprobleme gehandicapte Center Joakim Noah (5 Rebounds) enttäuschten (SERVICE: Die Tagesbesten).

Zusätzlich gab es auch von Ex-MVP Derrick Rose schlechte Nachrichten. "Er wird in den Playoffs höchstwahrscheinlich nicht spielen", sagte Coach Tom Thibodeau.

Rose hatte sich vor einem Jahr im ersten Playoff-Spiel einen Kreuzbandriss zugezogen. Schon seit Februar hatte er mit dem Team trainiert und die Freigabe der Ärzte erhalten, sich aber das Comeback noch nicht zugetraut.

Denver Nuggets - Golden State Warriors 97:95

Die Denver Nuggets haben ihre Heimstärke in die Playoffs herübergerettet. Im Duell mit den Golden State Warriors glückte ihnen ein 97:95 (44:48).

Allerdings brachte erst 1,3 Sekunden vor dem Ende ein Korbleger des fantastisch aufgelegten Routiniers Andre Miller (28 Punkte) die Entscheidung.

"Ich habe noch nie einen Gamewinner geschafft - nicht einmal in der Schule oder am College. Das war großartig", jubelte der 37-Jährige.

Lee verletzt

Während der regulären Saison hatten die Nuggets nur drei von 41 Heimspielen verloren, die Warriors machten es ihnen nach einem schwachen Auftakt aber extrem schwer.

Ihr bester Scorer Steph Curry (19 Zähler) schüttelte einen Horror-Auftakt mit neun Fahrkarten bei zehn Würfen ab und versenkte einen wahnsinnigen Dreier zum 95:95, doch dann war Miller-Time.

"Wir hatten es in der Hand, im zweiten Spiel haben wir eine neue Chance", sagte Curry. Allerdings verletzte sich Forward David Lee (10 Punkte, 14 Rebounds) an der Hüfte und droht auszufallen.

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