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Nach insgesamt elf NBA-Meisterschaften, fünf davon mit den Lakers, gibt er seinen Rücktritt bekannt
Phil Jackson gewann mit den New York Knicks in den 70er Jahren zwei Titel als Spieler © getty

Phil Jackson hat offenbar genug vom Farmleben. Die Trainerlegende führt Gespräche mit den Cavaliers. Das Potenzial reizt ihn.

Von Eric Böhm

München - Gelingt Dan Gilbert im zweiten Versuch der gewaltige Coup?

Vor acht Jahren hatte der Eigentümer der Cleveland Cavaliers bereits Phil Jackson gejagt, jetzt besteht offenbar auch bei einem der erfolgreichsten Trainer aller Zeiten Interesse.

"FoxSports Ohio" berichtet unter Berufung auf eine Jackson "nahestehende Quelle" vom Interesse des 67-Jährigen, der seit 2011 nicht mehr in der NBA gearbeitet hat.

"Natürlich würde er sich das anhören. Will er Titel gewinnen? Natürlich, aber ein junges Team nach oben zu führen, hat für ihn einen Reiz", wird der anonyme Intimus zitiert.

Sondierung läuft wohl bereits

Eine erste Kontaktaufnahme hat nach Informationen von "ESPN" bereits stattgefunden. Es wäre nach LeBron James' Wechsel 2010 die Rückkehr der Cavs ins Rampenlicht.

Jackson juckt es ja schon länger wieder in den Fingern, im November hätte er nach Mike Browns Entlassung fast die Lakers wieder übernommen - ehe sich sein Ex-Team für Mike D'Antoni entschied.

Jener Brown bekam im Übrigen 2005 den Cavaliers-Job - auch weil sich Gilbert und Jackson nicht einigen konnten.

Junge Stars versprechen viel

Browns Nachfolger Byron Scott musste in der vergangenen Woche nach einer weiteren enttäuschenden Saison seinen Hut nehmen (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Allerdings plagten das Team auch große Verletzungsprobleme. Die Stars Kyrie Irving, Anderson Varejao, Dion Waiters und Tristan Thompson bilden einen talentierten Kern mit Potenzial.

"Sie sind eine Auswahl von College-Stars in der NBA. Phil würde dieses Team in seinem System viel Spaß machen", meint die Quelle aus Jacksons Umfeld.

Jacksons will die Kontrolle

Die Triangle-Offense des elfmaligen Meistertrainers - fünf Titel mit den Lakers, sechs mit Michael Jordans Chicago Bulls - würde in der Tat sehr gut zu der Truppe passen. Ein Problem könnte die Machtverteilung sein.

Schon 2005 bei den Cavaliers-Verhandlungen und in den November-Gesprächen mit den Lakers scheiterte der Deal vor allem an Jacksons Forderung nach der kompletten Management-Kontrolle.

Der "Zen-Meister" will das Sagen haben. Ihm schwebt mittelfristig eine Rolle nach dem Vorbild Pat Rileys in Miami vor (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).

Zwei Mitbewerber

Demnach würde Jackson seinen Zögling und Ex-Spieler Brian Shaw als Assistenten mitbringen, der dann sein Nachfolger als Chefcoach würde.

Ob diese Konstellation mit einem extrovertierten Eigner wie Gilbert funktionieren kann, ist fraglich. Ein solches Engagement Jacksons wird auch in Seattle favorisiert, falls die Kings Sacramento in Richtung Nordwesten verlassen.

Die Brooklyn Nets sind ebenfalls stark an Jackson interessiert, allerdings sind die Aktien von Interimstrainer P.J. Carlesimo bei Besitzer Michail Prochorow gestiegen.

Walton noch nicht überzeugt

Nach dem denkwürdigen 0:4-Aus in der zweiten Playoff-Runde 2011 gegen Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks hatte Jackson eigentlich genug von der NBA (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Er wollte sich auf seine Farm in Montana zurückziehen und nur noch meditieren. Durch das vor einem Jahr erhaltene künstliche Kniegelenk ist aber offenbar neben der Beweglichkeit auch die Motivation zurückgekehrt.

"Ich wäre überrascht, wenn er ein so junges Team übernehmen würde. In dieser Liga wirst du aber ständig geschockt", meint Cavs-Forward Luke Walton, der einst unter Jackson in L.A. spielte.

Super-Duo mit James?

Vielleicht spielt ja auch das nicht zuletzt vom eigenen Berater gestreute Gerücht von James' Rückkehr nach Cleveland eine Rolle. 2014 kann der MVP aus seinem Vertrag aussteigen.

Die Heat können sich aufgrund des neuen Tarifvertrages ihr Star-Trio aus James, Chris Bosh und Dwyane Wade über die nächste Saison hinaus kaum noch leisten.

Ein Gespann mit Jackson in der Heimat zu bilden, wäre sicher auch für den "King" eine reizvolle Möglichkeit - die Fans würden LeBron sowieso schnell vergeben.

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