Chicago findet bei den Nets die alte Abwehrstärke und schafft den ersten Auswärtssieg der Playoffs. D-Will trifft nicht.

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Von Eric Böhm

München/New York - Die Chicago Bulls haben nach der schwachen Leistung zum Auftakt der K.o.-Runde (Bericht) die erhoffte Reaktion gezeigt.

Der sechsmalige Champion setzte sich bei den Brooklyn Nets mit 90:82 (47:46) durch und glich die Best-of-Seven-Serie zum 1:1 aus (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Garant für den ersten Auswärtssieg der diesjährigen NBA-Playoffs war die beinharte Verteidigung. Im dritten Viertel gelangen Brooklyn nur zwei Körbe.

"Wir haben heute einfach wieder sehr leidenschaftlich gespielt. Das war nach dem unterirdischen ersten Spiel aber auch dringend nötig", sagte Joakim Noah (11 Punkte, 10 Rebounds, 2 Blocks).

"Jo war noch eingerostet"

Trotz seines nach wie vor angeschlagenen Fußes kämpfte sich der französische Center durch und gab seinem Team damit den entscheidenden Kick.

"Jo war im ersten Spiel noch etwas eingerostet, aber sein Wille ist extrem stark. Das brauchen wir. Mit ihm auf dem Court sind wir ein ganz anderes Team", lobte Coach Tom Thibodeau.

Nach der Pause setzten sich die Bulls dank ihrer gefürchteten Abwehr auf 69:57 ab und hielten dem Aufbäumen der Gastgeber in den Schlussminuten stand (706841DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde).

Noah überall zu finden

Topscorer Luol Deng (15 Punkte, 10 Rebounds) und Carlos Boozer (13:12) gelangen ebenfalls Double-Doubles, aber Noah war der Katalysator.

Zweimal beendete Noah mit wichtigen Treffern die Comeback-Versuche der Nets und übertraf an alter Wirkungsstätte - Noah spielte in Brooklyn an der High School - mit 25,5 Minuten auch sein eigentlich vorher festgesetztes Limit.

"Er war überall auf dem Court zu finden. Er lässt sich von nichts aufhalten. Das muss man ihm hoch anrechnen", betonte Thibodeau (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).

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Johnson vergibt Chance

Zu Beginn des Schlussabschnitts kamen die Hausherren auf fünf heran, ehe Noah einen Dreier Nate Robinsons mit zwei Treffern umrahmte.

Das 80:68 war aber noch nicht die endgültige Entscheidung, einen Run hatten die Nets noch in sich.

Joe Johnson (17 Zähler) hätte vier Minuten vor Schluss auf 79:80 stellen können, vergab aber seinen Dreier (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Führung futsch

Deng und Noah konterten zum 86:78. Damit war der Wille der Nets endgültig gebrochen. Die erste 2:0-Führung in einer Playoff-Serie seit 2004 war auch gestorben.

"Wir haben nicht gut verteidigt. Deshalb kamen wir auch nicht ins Laufen und fanden keinen Offensiv-Rhythmus", analysierte Deron Williams.

Williams enttäuscht

Der Point Guard erwischte trotz zehn Assists einen schwachen Tag, er traf nur einen seiner neun Würfe. Als Team verballerte Brooklyn 17 seiner 21 Dreierversuche.

"Wir müssen besser verteidigen. Ich muss alles besser machen. Das war eine ganz schwache Leistung von mir", übte "D-Will" Selbstkritik.

Center Brook Lopez (21 Zähler) war noch Brooklyns bester Akteur. Die elf Punkte im dritten Viertel waren einen Negativrekord in der Playoff-Geschichte der Nets.

Heimvorteil wechselt

In Spiel eins hatte sich Chicago noch phasenweise vorführen lassen, mit dem Coup im Barclays Center jagten sie den Nets nun den Heimvorteil ab.

"Sie haben sich exzellent auf unsere System eingestellt, und wir haben einfach nicht die richtigen Mittel gefunden", sagte Brooklyns Interimstrainer P.J. Carlesimo.

Die nächsten beiden Spiele steigen in der "Windy City". In der Nacht auf Freitag (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) findet die dritte Partie im legendären United Center statt.

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