Dennis Schröder verdient sich beim Hoop Summit ein Lob von Dirkules. Okulaja preist bei SPORT1 seine Qualitäten.

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Von Raphael Weber und Eric Böhm

München - Das phänomenale Coming-Out hat Spuren hinterlassen.

Der Auftritt beim alljährlichen Hoop Summit in Portland (Bericht) katapultierte Dennis Schröder ins Rampenlicht und ganz nach oben auf die Listen der NBA-Scouts.

19-jährige Point Guards mit Gardemaß, riesiger Spannweite, immenser Schnelligkeit und Vorliebe für aggressive Verteidigung wachsen schließlich auch im Mutterland des Basketballs nicht auf den Bäumen.

"Es gibt immer weniger klassische Point Guards, die dazu noch die Schnelligkeit von Dennis mitbringen. Diese Vielseitigkeit an beiden Enden des Courts wird immer seltener", betont Ex-Nationalspieler Ademola Okulaja bei SPORT1.

Gratulation von Nowitzki

Der "Warrior" ist für Schröder Berater und Mentor.

Okulaja begleitete das größte deutsche Aufbau-Talent auch nach Portland. Dort ging vor 15 Jahren auch Dirk Nowitzkis Stern endgültig auf.

Der Superstar der Dallas Mavericks gratulierte schon einmal via Twitter: "Starkes Spiel von Dennis Schroeder gestern. Der Junge kann spielen...".

Gewagte These

Ein Vergleich mit dem besten deutschen Basketballer aller Zeiten verbietet sich allein schon aufgrund der völlig unterschiedlichen Spielweise und Position.

Angesichts der chronischen Spielmacherprobleme der Mavericks bringt Okulaja seinen Schützling stattdessen vollmundig als Teamkollegen ins Gespräch.

"Ich glaube, dass Dennis der Point Guard ist, den Dirk sich immer als Mitspieler erhofft und ersehnt hat", sagt der 172-malige Nationalspieler.

"Alle Teams haben sich erkundigt"

Inzwischen wird Schröder hinter den College-Stars Trey Burke, Michael Carter-Williams und C.J. McCollum als viertbester Point Guard für den Draft am 27. Juni gehandelt.

Die Top 20 scheinen in dem historisch schwach besetzten Draft nur wenige Tage nach der überraschenden Anmeldung zum Auswahlverfahren realistisch.

"Wir sind seit längerem in Gesprächen. Alle 30 Teams haben sich erkundigt. Am Ende ist es egal, ob du an 25. oder 55. gezogen wirst. Es gibt genug Beispiele von späten Picks, die wichtige Rollen in ihren NBA-Teams gespielt haben", bleibt Okulaja gelassen.

Sympathie für Miami

Die Leistungen in den Trainingseinheiten mit der Weltauswahl der Supertalente und im Spiel gegen die US-Juwelen (18 Punkte, 6 Assists) waren ohnehin die wichtigsten Argumente.

"Das Spiel war noch das Bonbon nach einer starken Woche, die Dennis in den USA gezeigt hat. Er hat gut und intensiv trainiert, war hochkonzentriert und konstant", sagt Okulaja.

Ein Wunschteam hat der Teenager dann aber doch parat: "Ich liebe die NBA, dafür arbeite ich. Miami ist mein Lieblingsteam."

Kurzfristige Zukunft offen

Selbst wenn er er gedraftet wird, steht ein sofortiger Wechsel über den großen Teich aber noch nicht fest. Schließlich ist Schröder noch zwei Jahre vertraglich an die New Yorker Phantoms Braunschweig gebunden.

Am Wochenende steht in der Beko BBL der letzte Spieltag auf dem Programm. Wie es danach weitergeht, ist noch völlig offen. Eventuelle Probetrainings könnten folgen.

"Wenn es konkrete Anfragen für Workouts bei NBA-Teams gibt, kann man genauer planen. Das müssten wir dann mit Braunschweig als Arbeitgeber besprechen", bestätigt Okulaja.

Sofort wieder in der Halle

Der Zwischenschritt zu einem europäischen Top-Klub im Stile von Tibor Pleiß ist dagegen für das Duo momentan kein Thema. Alles ist auf die NBA ausgerichtet.

Der einstige Musterprofi hat dem früher oftmals als schwierig abgestempelten Schröder vor allem seine großartige Einstellung eingeimpft - die Grundvoraussetzung für eine lange US-Karriere.

"Dennis ist hungrig und hat sofort weiter an sich gearbeitet, als wir zurück in Deutschland waren. Die Mannschaft hatte frei und er war zum Werfen in der Halle. Das ist das richtige Zeichen. Dennis bleibt komplett auf dem Boden", sagt Okulaja.

Vielleicht kann ihm Nowitzki auch bald auf dem Court zu einer Topleistung gratulieren.

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