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MIP Paul George (r.) brilliert zum Auftakt gegen die Atlanta Hawks © getty

Die Pacers sind stolz auf ihre physische Spielweise und verblüffen damit im Moment die Liga mit einem sehr eigenwilligen Ansatz.

Von Florian Pertsch

München - Indiana ist Basketball-Territorium, bis in die letzte Ecke des Bundesstaats. Die Leute vergöttern ihre Spieler, ganz egal ob am College oder in der NBA.

Legenden wie Trainer Bobby Knight oder Pacers-Scharfschütze Reggie Miller haben sich bei den "Hicks" (engl. für Hinterwäldler), wie die Fans in Indiana aufgrund ihrer ländlichen Herkunft etwas abfällig genannt werden, unsterblich gemacht.

Ein Urgestein Indianas und lange Zeit Pacers-Trainer sowie anschließend Präsident war Larry Bird, der in der NBA den Spitznamen "The Hick from French Lick" (Springs Valley Highschool) trug.

Physis als Trumpf

Auf diesem äußerst fruchtbaren Basketballgrund wächst gerade eine neue starke Pacers-Mannschaft heran. Gegen den aktuellen Small-Ball-Trend überzeugt Indiana mit einem echten Center und sehr physischem Spiel.

Schnell wird bei den fanatischen Fans die Erinnerung an das Finals-Team um Miller, Mark Jackson, Rick "Dunkin Dutchman" Smits sowie die gnadenlosen Davis-Brother Dale und Anthony wieder wach.

MIP George ragt heraus

Doch das aktuelle Pacers-Team von Coach Frank Vogel hat neben Center-Hüne Roy Hibbert (2,18 m) und Forward-Brocken David West auch einige Filigrantechniker zu bieten.

Zum Beispiel den frisch gekürten Most Improved Player der Saison 2012/13: Paul George. Der Small Forward verbesserte sich in seiner dritten NBA-Saison auf 17,4 Punkte, 7,6 Rebounds und 4,1 Assists im Schnitt und tritt als MIP in die Fußstapfen der Pacers-Größen Jalen Rose, Jermaine O'Neal und Teamkollege Danny Granger.

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Granger, der vor seiner Verletzung mit 18,7 Punkten Indianas Topscorer war (2011/12) hat sich vorerst hinter George eingereiht und lobt den Youngster in den höchsten Tönen.

"Ich habe vor dem Draft 2010 mit ihm trainiert und Larry Bird sofort gesagt, dass er den Jungen draften muss. Er hat mit seinen 2,03 Meter sensationelle Möglichkeiten und ein großes Talent", schwärmt Granger vom 22-Jährigen. (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Triple-Double gegen Atlanta

In der ersten Partie der "Best-of-Seven"-Serie gegen Atlanta lieferte er sein bisher bestes Saisonspiel ab.

Mit 23 Punkten, zwölf Assists und elf Rebounds war er nach Aufbau-Legende Mark Jackson erst der zweite Spieler der Pacers-Geschichte, der ein Triple-Double in einem Playoff-Spiel ablieferte. (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Gegen die Hawks traf er 17 Freiwürfe in Folge und stellte "Killer Millers" Rekord für verwandelte Freiwürfe in einem Playoff-Spiel ein.

Zusammen mit Lance Stephenson und George Hill (14,2 Punkte) bildet George ein starkes Trio an der Dreierlinie.

Top-Rebound-Quote

Unter den Brettern führt Indiana die Liga mit 45,9 Rebounds pro Partie (12,9 Offensiv-Rebounds) an, maßgeblichen Anteil daran haben Hibbert (8,3) sowie West (7,7).

Die Pacers lassen beim Gegner nur 90,7 Punkte zu und erzielen selbst 94,7 Zähler im Schnitt.

Sollte doch mal ein Gegner Oberwasser bekommen, schrecken die Mannen von Coach Vogel auch vor einem harten Foul nicht zurück. (706841DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde).

Letztes Opfer des physischen Basketball-Ansatzes waren die Atlanta Hawks bei 90:107-Klatsche zum Playoff-Auftakt. (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop)

Kein Mittel gegen "Herumgeschubse"

Hawks-Trainer Larry Drew beschwerte sich, dass sein Team "herumgeschubst wurde und dem körperlichen Spiel Indianas nichts entgegenzusetzen hatte."

Was manch ein gegnerischer Trainer vielleicht als Affront gegen sein Team empfinden würde, zauberte Pacers-Coach Vogel ein zufriedenes Lächeln aufs Gesicht.

"Das macht mich schon stolz, schließlich wollen wir so spielen. Wir wollen immer das physischere Team sein", freute sich Vogel.

In der Nacht auf Donnerstag (Spiel zwei, ab 1.30 Uhr LIVESCORES) wird sich zeigen, ob Atlanta aus seinen Fehlern gelernt hat.

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