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Wallace Punkteschnitt (7,7) hat sich im vergleich zur Vorsaison (14,3) nahezu halbiert © getty

Brooklyns Wallace fühlt sich in Carlesimos System verloren. Der Headcoach nimmt die Schuld vor auf sich. "D-Will" schiebt Frust.

Von Florian Pertsch

München - 14 Punkte in Spiel eins, ein starker 106:89-Sieg über die Chicago Bulls, und alles schien in Ordnung für Gerald Wallace und die Brooklyn Nets.

Zwei bittere NBA-Playoff-Niederlagen später hängt der Haussegen in Brooklyn aber bedenklich schief.

Das Selbstvertrauen vor Spiel vier (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+) ist weg, der Heimvorteil auch, und der Frust steht bis unter die Decke der Nets-Kabine (706841DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde).

Wallace beklagt sich öffentlich

Wallace, der in Spiel zwei und drei der "Best-of-seven"-Serie insgesamt nur sieben Punkte erzielte, macht seinem Ärger öffentlich Luft.

"Ich kann meine Rolle in der Mannschaft nicht erklären", klagte der explosive Forward: "Ich habe keinen blassen Schimmer, wie ich in diese Mannschaft passe."

Im dritten Duell mit den Bulls verbrachte Wallace das komplette letzte Viertel auf der Bank und musste zusehen, wie sein Ersatzmann C.J. Watson beim Stand von 76:79 den möglichen Nets-Ausgleich mit der Sirene vergab (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Carlesimo zeigt Verständnis

Brooklyns-Trainer PJ Carlesimo verurteilte Wallace' Gemecker nicht und nahm die Schuld sogar auf sich.

"Wir machen gerade eine sehr harte Phase durch, so sind die Playoffs", erklärte der Headcoach, der zu Beginn der Saison Avery Johnson ersetzte:

"Wir sind natürlich frustriert. Dementsprechend müssen wir - und ich im speziellen - unsere Rollen ständig hinterfragen und neu definieren, um unsere maximales Potenzial abzurufen."

Das nächste Problemkind kennt seine Rolle genau, steckt aber seit zwei Spielen in einem Loch: Deron Williams.

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Defense macht "D-Will" das Leben schwer

Der Star-Aufbauspieler wird nach seinem starken ersten Spiel (22 Punkte) härter verteidigt und hat sein lockeres Händchen verloren (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

"Gerade als Point Guard ist das eine schwierige Situation. Ich will nicht rausgehen und 20 schlechte Würfe nehmen. Leider ist momentan jeder meiner Würfe hart von zwei, manchmal sogar drei Gegnern verteidigt", beschreibt "D-Will" das Dilemma.

Aber nicht nur Brooklyns Anführer enttäuscht mit einer schwachen Wurfquote. Dem kompletten Nets-Team fehlt es derzeit an Zielwasser.

Bei beiden Pleiten lag die Wurfquote bei unterirdischen 35 Prozent. Was zum einen an der gnadenlosen Bulls-Verteidigung lag, zum anderen aber auch an der einfallslosen Nets-Offensive.

Chicago bleicht vorsichtig

"Wenn der Ball nicht gut gepasst wird, die Blocks nicht sauber gestellt werden, dann haben wir keine Chance gegen Chicago zu gewinnen", nahm Carlesimo sein Team in die Pflicht.

In der "Windy City" will man den angeschlagenen Gegner trotz aller Probleme nicht auf die leichte Schulter nehmen (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).

"Wir wissen genau, wie gut Brooklyn sein kann", warnte Bulls-Headcoach Tom Thibodeau und gab grünes Licht für den angeschlagenen Center Joakim Noah:

"Er fühlt sich gut und ist nicht mehr ganz so schlapp wie in den Spielen zuvor. Das ist ein gutes Zeichen."

Für den Franzosen bedeutet dies wahrscheinlich etwas mehr als ein Hälfte Spielzeit, die er in den bisherigen drei Duellen zu 5,3 Punkten und 7,7 Rebounds im Schnitt nutzte.

Mohammed entnervt Allstar Lopez

Sein Stellvertreter an der Seite des grandios aufspielenden Carlos Boozer (20 Punkte, 12 Rebounds im Schnitt) wird wieder Nazr Mohammed sein.

Der 35-jährige Routinier machte Nets-Center Brook Lopez das Leben unter den Körben extrem schwer und nahm Brooklyn die zweite Waffe neben Deron Williams.

Sollte auch Spiel vier der Serie an die Bulls gehen, könnte sich Chicago sogar eine kleine Auszeit in Brooklyn (Spiel 5) nehmen und die Kräfte für das nächste Heimspiel sparen.

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