Oklahomas Superstar macht mit persönlichem Rekord den Ausfall seines genialen Partners vergessen. Memphis gleicht gegen L.A. aus.

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Von Rainer Nachtwey

München - Auch die Hiobsbotschaft nur wenige Stunden vor dem dritten Spiel gegen die Houston Rockets hat die Oklahoma City Thunder nicht aufhalten können.

Angeführt von Superstar Kevin Durants 41 Punkten setzte sich der Vizemeister im dritten Spiel der Best-of-Seven-Serie gegen die Texaner mit 104:101 (66:49) durch und steuert dem Sweep entgegen (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Nur kurz vor der Partie hatten die Thunder vom definitiven Saison-Aus ihres Aufbauspielers Russell Westbrook erfahren.

"Es hat sich nicht so angefühlt wie sonst", meinte Durant, der erstmals eine NBA-Partie ohne Westbrook an seiner Seite bestritt. "Ich wusste, dass ich von jetzt an noch mehr geben muss. Jedes Spiel ist für ihn."

26-Punkte-Führung verspielt

Und der zweitbeste Scorer der Regular Season hielt Wort und sorgte mit einem persönlichen Punkte-Bestwert in den Playoffs für eine 3:0-Führung in der Serie.

"Er hat mir in der Pause und direkt nach Ende des Spiels eine SMS geschickt und uns gratuliert", freute sich Durant über Westbrooks Grüße.

Allerdings gaben die Thunder eine zwischenzeitliche 26-Punkte-Führung aus der Hand (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Nachdem Houston bereits zu Beginn des zweiten Viertels mit 22:48 hinten gelegen hatte, kämpften sich die Rockets zurück und gingen selbst durch Carlos Delfinos Dreier 3:45 Minuten vor Ende erstmals seit dem 9:8 wieder mit 94:93 in Führung.

Vom Ring in den Korb

Aber die Thunder hatten ja noch Durant. Mit etwas Glück und seinen Punkten 39, 40 und 41 erzielte der Small Forward den entscheidenden Vorsprung zum 100:99 (SERVICE: Die Tagesbesten der Playoffs).

Sein Wurf von jenseits der Dreierlinie sprang vom Ring in die Höhe, tanzte mehrmals auf dem Ring und fiel anschließend durch den Korb.

"Das war ein sehr glücklicher Wurf", meinte Houstons Topscorer James Harden. "Wir haben ihn guten verteidigt, aber der Wurf ging rein. Das hat uns einiges an Energie entzogen."

Harden hält dagegen

Harden, der in der vergangenen Saison mit den Thunder noch die NBA-Finals erreicht hatte, stemmte sich mit 30 Zählern, 8 Rebounds und 6 Assists gegen die Niederlage, leistete sich in der Schlussphase aber einen entscheidenden Ballverlust.

Derek Fisher erhöhte anschließend mit zwei verwandelten Freiwürfen auf 102:99, und Reggie Jackson stellte mit zwei weiteren den 104:101-Endstand her (706841DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde).

SPORT1 fasst die weiteren Spiele der Nacht zusammen:

Memphis Grizzlies - Los Angeles Clippers 104:83 (46:47)

Im zweiten Spiel der Western Conference glichen die Memphis Grizzlies gegen die Los Angeles Clippers zum 2:2 aus.

Abwehrspieler des Jahres Marc Gasol erzielte beim 104:83 mit 24 Punkten und 13 Rebounds ein Double-Double. Unterstützung erhielt er durch Zach Randolph, der ebenfalls 24 Zähler und 9 Rebounds beisteuerte (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).

"Ihre Synergie ist beeindruckend", sagte Clippers-Spielmacher Chris Paul. "Z-Bo wühlt unter dem Korb, und Marc ist als Center schon ein halber Guard, so wie er passt. Man muss sie müde laufen, du darfst sie nicht im Schaukelstuhl sitzen lassen."

Ein Sieg in L.A. von Nöten

Die Entscheidung fiel im Schlussabschnitt, als die Grizzlies mit 33:16 über die Clippers hinwegfegten.

"Jetzt müssen wir ein Spiel in L.A. gewinnen", setzte Grizzlies-Coach Lionel Hollins das Ziel fest, nachdem Memphis Los Angeles' 2:0-Führung mit zwei Siegen in der Heimat ausgeglichen hatte.

Atlanta Hawks - Indiana Pacers 90:69 (54:30)

Den Atlanta Hawks gelangen in ihrer Serie mit den Indiana Pacers der erste Sieg. Durch das 90:69 verkürzte der Sechsplatzierte im Osten auf 1:2. Atlantas Center Al Horford war mit 26 Punkten und 16 Rebounds bester Akteur auf dem Court.

"Mein Team hat das gezeigt, was es schon die ganze Saison über macht: Es hat die richtige Antwort gezeigt", lobte Atlantas Coach Larry Drew seine Truppe.

Bei den Pacers kamen lediglich David West (18), Paul George (16) und Gerald Green (10) auf eine zweistellige Punkteausbeute.

In der Nacht auf Dienstag bietet sich den Hawks erneut in der heimischen Halle die Chance zum 2:2-Ausgleich.