Die Spurs lassen L.A. auch im vierten Spiel keine Chance und kommen weiter. Howard beendet die Saison mit einer Schimpftirade.

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Von Eric Böhm

München/Los Angeles - Die verkorkste Saison der Los Angeles Lakers hat ein passendes Ende gefunden.

Das als Topfavorit gestartete Starensemble verlor gegen die San Antonio Spurs mit 82:103 (34:52) und komplettierte in der ersten Playoff-Runde den peinlichen 0:4-Sweep (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Ohne den schwer verletzten Superstar Kobe Bryant (Achillessehnenriss) hatten die Lakers in keiner der vier Partien eine echte Siegchance und verabschieden sich erstmals seit 2007 in der ersten Runde.

"Ich bin trotzdem stolz auf die Truppe, weil sie sich in die Playoffs gekämpft haben. Es war ein auf den Kopf gestelltes Jahr. Mehr war nicht drin", bilanzierte Coach Mike D'Antoni.

Howard motzt

Den unrühmlichen Höhepunkt beim ersten sieglosen Ausscheiden seit dem 0:4 gegen Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks 2011 setzte Center Dwight Howard (7 Punkte).

Im letzten Spiel vor Ende seines Vertrages wurde er im dritten Viertel wegen wiederholter Beschwerden bei den Schiedsrichtern nach dem zweiten technischen Foul des Courts verwiesen.

"Ich hasse das für ihn. Er wird ständig hart attackiert. Nach einer gewissen Zeit spielen dann die Nerven nicht mehr mit", nahm D'Antoni "Superman" in Schutz ( 706841 DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde ).

Trio fehlt

Für Howard und die mit großen Hoffnungen gestarteten Lakers lief es in der gesamten Saison nur selten rund.

Viele Verletzungen, der frühe Trainerwechsel und ständiger unterschwelliger Zwist zwischen den vielen Häuptlingen machte das Finden eines Spielrhythmus unmöglich (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).

Bryants Saisonaus besiegelte das Schicksal der Truppe. In Spiel vier gegen San Antonio fehlten zusätzlich Jodie Meeks, Metta World Peace und Steve Nash mit verschiedenen Blessuren.

"Es war sicherlich kein fairer Vergleich. Als Wettkämpfer willst du dich mit den besten Gegnern messen. Das konnten die Lakers uns nicht bieten. Trotzdem wollten wir die Serie natürlich klarmachen", sagte Spurs-Trainer Gregg Popovich.

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"Es war komisch"

Selbst bei dem sonst um jeden noch so kleinen Vorteil kämpfenden Popovich überwog das Mitleid. Das ist vielleicht das schlimmste Ergebnis für die stolzen Kalifornier.

In keiner der vier Partien kam L.A. über 91 Punkte hinaus. Auch beim letzten Akt hakte es schon vor der Pause gewaltig im Offensiv-Getriebe.

San Antonio lag nie hinten und führte zwischenzeitlich mit 25 Punkten. "Es war schon komisch. Ich bin froh, dass wir gewonnen haben, aber es war ein seltsames Gefühl", betonte Tony Parker.

McGrady darf jubeln

Der französische Spielmacher der Texaner sammelte 23 Punkte und war der Topscorer der Partie. Verausgaben musste sich sein Team kaum.

Die Überlegenheit war so deutlich, dass Veteran Tracy McGrady sogar seinen persönlichen Playoff-Fluch beenden durfte.

Dank seines fünfminütigen Spurs-Debüts überstand der China-Rückkehrer erstmals in seiner Karriere die erste Runde. Er steuerte einen Assist und einen Steal bei.

Duncan zufrieden

In den Conference-Halbfinals geht es nun gegen den Sieger zwischen Denver und Golden State. Die Warriors führen in der Serie überraschend mit 3:1 (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

"Das war ein guter Start für uns. Wir sind fit und in einem guten Rhythmus. Hoffentlich bleibt es dabei", sagte Center Tim Duncan (11 Punkte).

Bester Schütze der maßlos enttäuschenden Lakers - Bryant schaute konsterniert auf Krücken zu - war Forward Pau Gasol (16 Zähler, 8 Rebounds).

Angesichts der im Sommer stark ansteigenden Luxussteuer stehen die Lakers vor einer ungewissen Zukunft.