Miami zieht andere Seiten auf, Oldie Allen ist der Topscorer. Chicago verliert die Nerven, Noah und Gibson fliegen vom Platz.

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Von Florian Pertsch

München/Miami ? Zwei Tage nach der überraschenden Auftaktniederlage gegen die Chicago Bulls hat der NBA-Champion Miami Heat im Halbfinale der Western Conference eindrucksvoll zurückgeschlagen.

Miami dominierte Spiel 2 der Best-of-Seven-Serie mit 115:78 (55:41) und sorgte für den höchsten Playoffs-Sieg der Heat-Geschichte.

Für den sechsmaligen Meister Chicago war es gleichzeitig die höchste Niederlage (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Festival der technischen Fouls

Nach der Pleite in Spiel 1 (86:93) kochten die Emotionen in der Partie sehr früh hoch. Bereits in der ersten Hälfte des Spiels wurden fünf Spieler mit technischen Fouls verwarnt: Joakim Noah, Taj Gibson, Marquis Teague, Dwyane Wade und LeBron James.

"Ich habe keine Ahnung, wie viele technische Fouls wir bekommen haben. Das nennt man dann wohl 'die Beherrschung verloren'. Das war nicht gerade Zen", rettete sich Noah in Galgenhumor und spielte auf Chicagos legendären Coach und "Zen-Meister" Phil Jackson an (714947DIASHOW: Die Bilder der zweiten Playoff-Runde).

Noah und Gibson fliegen

Nach 48 Minuten sah die Bilanz noch verheerender aus. Noah und Gibson flogen mit dem zweiten Technischen vom Platz, auch Nate Robinson (Bulls) und Mario Chalmers (Heat) wurden verwarnt. Zusätzlich leistete sich "Birdman" Chris Andersen noch ein Unsportliches Foul.

"Ich wollte den Referee wissen lassen, was ich von diesem Spiel halte", rechtfertigte sich Chicagos Center.

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Bulls-Brecher Carlos Boozer zeigte Verständnis für die emotionalen Entgleisungen seiner Teamkameraden.

"Wir sind alle Wettkämpfer und geben unser Bestes. Wenn man sich dann betrogen fühlt und die Dinge nicht so laufen, wie man es sich vorstellt, dann muss man etwas sagen", fühlte Boozer mit Noah und Co. mit:

"Wir haben uns ablenken lassen"

"Trotzdem werden wir jetzt nicht mit dem Finger auf irgendwen zeigen. Wir nehmen die Schuld auf unsere Schultern und werden in Partie 3 besser spielen."

Headcoach Tom Thibodeau hingegen war nicht so nachsichtig: "Wir haben uns ablenken lassen. Wir haben zugelassen, dass uns die Frustration beeinflusst hat. Wir spielen in Miami, es wird nicht viele Pfiffe geben. Das ist eben die Realität."

An der Dominanz der Heat änderten auch die lauten Nebengeräusche in der Partie nichts (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Allen als Heat-Topscorer

Miami wurde von Oldie Ray Allen mit 21 Punkten angeführt. Der alte und neue MVP LeBron James kam auf 19 Zähler, fünf Rebounds und neun Assists und präsentierte vor dem Spiel sein Shirt mit der Aufschrift: Up To Me (Es ist meine Aufgabe).

"Egal ob man mit 20, 30 oder einem Punkt Unterschied gewinnt, die Serie steht jetzt 1:1", erklärte James gelassen: "Chicago hat seinen Job bereits erledigt. Sie haben uns ein Heimspiel geklaut. Jetzt müssen wir das Gleiche in Chicago versuchen."

Knapp vier Minuten vor dem Ende der ersten Hälfte legten die Heat den Grundstein zum Sieg, und das Bulls-Unglück nahm seinen Lauf (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).

Mit vier Punkten Vorsprung (42:38) dürckte Miami aufs Gaspedal, legte einen unfassbaren 62:20-Lauf hin und pulverisierte jegliche Hoffnung auch ein Comeback Chicagos.

Spoelstra schont seine Heat-Stars

Zu Beginn des letzten Viertels lag das Team von Coach Erik Spoelstra mit 46 Punkten vorne und ließ die Bankspieler den Schlussakt aufführen.

Bei den Bulls war der Italiener Marco Belinelli mit 13 Punkten Topscorer. Carlos Boozer, der in der Serie gegen Brooklyn ein Punktegarant war, brachte es lediglich auf acht Zähler und vier Rebounds.

Noah, der auf zwölf Punkte kam, wollte die Niederlage aber nicht überbewerten: "Wir haben nicht gut gespielt, aber es ist nicht das Ende der Welt. Die Serie steht bei 1:1, und jetzt kommen große Spiele in Chicago."

Spiel 3 der Serie steigt in der Nacht auf Samstag (ab 2 Uhr LIVESCORES) in der "Windy City".

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