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Mike Conley Jr. (l.) wurde im Draft 2007 als vierter Spieler von Memphis ausgewählt © getty

Die Grizzlies melden die Nebenleute des Thunder-Superstars ab und holen sich die Führung in der Serie. Marc Gasol dreht auf.

Von Eric Böhm

München/Memphis ? Ein Kevin Durant allein reicht nicht. Diese Erfahrung haben die Oklahoma City Thunder in den NBA-Playoffs erneut gemacht.

Der Vizemeister unterlag bei den Memphis Grizzlies mit 81:87 (45:44) und steht nach dem 1:2 in der Best-of-Seven-Serie zunehmend unter Druck (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Durant kam zwar auf 25 Punkte und elf Rebounds, im letzten Viertel gelangen ihm jedoch nur zwei Zähler.

"Ich glaube weiter an meine Teamkollegen. Es ist frustrierend, aber wir dürfen uns jetzt nicht hängen lassen. Wir müssen daraus lernen", sagte der Olympiasieger.

Nicht schön, aber erfolgreich

Memphis setzte seinen Plan erneut perfekt um, Durants Nebenleute wurden konsequent ausgeschaltet. Kein einziger Thunder-Akteur versenkte auch nur 50 Prozent seiner Versuche aus dem Feld.

Serge Ibaka (10 Rebounds, 4 Blocks) und Kevin Martin trafen beispielsweise gemeinsam nur zwölf von 34 Würfen ( 714947 DIASHOW: Die Bilder der zweiten Playoff-Runde ).

"Wir gehen unseren in der regulären Saison begonnenen Weg weiter. Auch heute war es nicht schön anzusehen, aber der Sieg ist für uns schön", bilanzierte Grizzlies-Coach Lionel Hollins.

Zwei teure Fehler

Ohne den verletzten All-Star Russell Westbrook konnte Durant die Offensiv-Schwächen seiner Mitspieler nicht kompensieren.

Zum Ende hin machte sich dann der Kräfteverschleiß bei dem 24-Jährigen bemerkbar und er verfehlte knapp 40 Sekunden vor Schluss zwei Freiwürfe, die sein Team auf 83:85 herangebracht hätten.

"Ich denke, wir haben viel richtig gemacht. Wir hatten gute Möglichkeiten, müssen diese aber konsequent ausnutzen. Ich hoffe, wir bekommen diese Chancen im nächsten Spiel wieder", meinte Gäste-Trainer Scott Brooks.

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"Ein langer Weg"

Kurz nach Durants Fehlwürfen machte es Grizzlies-Aufbauspieler Mike Conley (14 Punkte, 7 Rebounds, 6 Assists) besser und stellte den Endstand her.

Die Grizzlies haben seit Anfang Februar nur eines von 19 Heimspielen verloren und bekommen in Partie vier in der Nacht auf Dienstag (ab 3.30 Uhr LIVESCORES) vor heimischer Kulisse die Chance zum 3:1 in der Serie (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

"Wir müssen nur unsere ausstehenden Heimspiele gewinnen, aber das ist noch ein langer Weg", warnte Hollins.

Schwächen kompensiert

2011 scheiterte Memphis in Runde zwei nach sieben umkämpften Spielen an den Thunder. Damals gewann OKC Spiel vier in Tennessee und scheiterte in den Conference-Finals an Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks.

Trotz Defiziten in der Rebound-Arbeit (44:51) und einiger zugelassener Schnellangriffe hatten die Grizzlies den Vizemeister meist unter Kontrolle.

"Es ist ein gutes Gefühl. Wir haben gewonnen, ohne den typischen Grizzlies-Basketball zu spielen", jubelte Forward Zach Randolph.

Allen lässt Taten folgen

Bester Spieler der Gastgeber war Center Marc Gasol mit 20 Zählern und neun Rebounds. Tony Allen steuerte 14 Punkte bei und ackerte wie gewohnt in der Defensive.

Wie er es gefordert hatte, bekam Allen in der zweiten Hälfte auch seine Chance gegen Durant und machte ihm das Leben extrem schwer (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).

"Er ist ein großartiger Verteidiger, aber ist es ihre Team-Defense. Ich hätte in der zweiten Hälfte besser treffen müssen", übte Durant Selbstkritik.

Abgezocktheit fehlt

Im dritten Abschnitt trafen die Gäste gegen die stärkste Defensive der NBA nur vier von 20 Würfen, blieben aber dennoch bis zum Schluss dran.

In der Endphase zogen die Grizzlies Fouls und verwandelten eiskalt, während die Thunder dumme Fehler begingen, schlechtes Zeitmanagement offenbarten und überhastete Würfe nahmen.

Ohne Westbrook und den nach Houston abgegebenen James Harden fehlen in der "Crunch-Time" die Typen. Memphis nutzte dies zum zweiten Mal in Folge aus.

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