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Brook Lopez (l.) spielt für New Jersey, sein Zwillingsbruder Robin für Phoenix © getty

Nach Stoudemires Verletzung will Robin Lopez das Loch im Suns-Frontcourt füllen. Sein Zwillingsbruder mischt New Jersey auf.

Von Rainer Nachtwey

München - Bei der deutschen Version der Comic-Serie Simpsons heißt er Tingeltangel-Bob, in der amerikanischen Version Sideshow-Bob.

In der NBA gibt es auch einen Tingeltangel-Bob: Robin Lopez. Zwar ist Lopez weder ein Mörder, der auf der Jagd nach Bart Simpson ist, so wie die Comic-Figur, noch hat er jemals für Crusty den Clown gearbeitet. Seine Ähnlichkeit mit Tingeltangel-Bob rührt lediglich von seiner Frisur her.

Lückenfüller für Stoudemire

Er will jedoch nicht nur durch seine Haarpracht in der NBA für Furore sorgen, sondern auch durch seine Leistung. "Aprilscherz" Robin Lopez - er ist am 1. April 1988 zur Welt gekommen - ist im Frontcourt der Phoenix Suns (Youngster spielt "4 Gewinnt") beheimatet.

Dort hat er in seiner Rookiesaison mit Shaquille O?Neal und Amare Stoudemire zwei schier unüberwindbare Brocken vor sich, an denen er nicht vorbeikommt. Nach Stoudemires Augenverletzung, der damit verbundenen OP und Pause von acht Wochen, hofft Lopez, mehr Einsatzzeit bei den Suns zu bekommen.

Kampf mit Rose und Westbrook

Während Robin Lopez noch darauf hofft, sorgt ein anderer Lopez in der Liga bereits für Furore. Und der andere Lopez ist kein geringerer als sein eine Minute älterer Zwillingsbruder Brook. Brook läuft im Trikot der New Jersey Nets auf und hat großen Anteil daran, dass die Nets derzeit eine realistische Chance auf die Playoffs haben.

Mit Nummer-Eins-Draftpick Derrick Rose von den Chicago Bulls, Oklahoma Citys Russell Westbrook und O.J. Mayo von den Memphis Grizzlies liefert sich Brook einen heißen Kampf um den Titel "Rookie of the Year" und derzeit hat er gute Aussichten, den Award nach New Jersey zu holen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Einer der besten Center der Liga

"Er gehört bereits jetzt zu den besten Scoring-Centern in der Liga - nicht nur im Osten, in der gesamten Liga", behauptet sein Mitspieler Josh Boone.

Und Boone muss es wissen. War er noch zu Saisonstart der Starting-Center der Nets, so findet sich Boone derzeit bei Spielbeginn als Backup von Lopez auf der Bank wieder.

"Würfe aus der Halbdistanz, Gefühl bei den Würfen am Korb, Pick-and-Roll, Eins-gegen-Eins unter dem Korb,... er hat einfach alles drauf", schwärmt Boone.

Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft

Auch Nets-Präsiden Rod Thorn ist von Brook Lopez schwer begeistert und hat seine Wahl, ihn beim Draft 2008 als Nummer zehn auszuwählen, bisher keine Sekunde bereut.

"In der Offensive hat er bisher nur ein winzigen Teil seines Potenzials ausgeschöpft", behauptet Thorn. Und auch in der Verteidigung sieht er noch Steigerungsmöglichkeiten. "In den letzten Spielen ist bei der Reboundarbeit noch konstanter geworden", freut sich der Präsident.: "Er verbessert sich einfach von Woche zu Woche."

Größter Kritiker ist der große Bruder Bei all dem Lob dürfte es Brook Lopez schwer fallen, auf dem Boden zu bleiben.

Doch dafür sorgt wieder die Familie: Chris, Brook und Robins großer Bruder.

Der 27 Jahre alte Chris ist Brooks größter Kritiker. Bereits nach der Heimfahrt von den Spielen - Brook wohnt beim großen Bruder in New Jersey, genauso wie Robin beim vierten Bruder Alex in Phoenix lebt - wird die Leistung auf das Genaueste analysiert.

Zahlen kommen von allein

"Er ist ein Genie", sagt Brook, "er hat mich von der ersten Minute an, seitdem ich Basketball spiele, beobachtet und kennt mich fast besser als ich selbst".

Von Heimspiel zu Heimspiel werden die Analysen immer kürzer, denn immer weniger gibt es zu bemängeln. "Es geht von mal zu mal schneller", bestätigt Chris. "Eines muss ihm klar werden: Er muss immer daran denken, was das Team von ihm braucht, und das ist kein Double-Double, sondern seine Präsenz unter dem Korb", sagt Chris und fügt lächelnd hinzu: "Dann kommt das Double-Double schon von alleine."

Kein Vorbeikommen an den Stars Mit 12,6 Punkten und 8,1 Rebounds pro Spiel - 16,2 und 8,7 im Monat Februar - bestätigt Brook die Theorie seines Bruders.

Doch nicht nur bei Punkten und Rebounds glänzt er, bei den Blocks gehört er mit 1,89 pro Spiel bereits in seiner Rookiesaison zu den Top Sechs der Liga. Dabei lässt er Superstars wie Shaq, San Antonios Tim Duncan und Houstons Yao Ming hinter sich.

Beeindruckende Zahlen - Zahlen von denen sein Zwillingsbruder Robin derzeit nur träumen kann. Der "kleine Lopez" bringt es derzeit nur auf 2,8 Punkte, 1,7 Rebounds und 0,57 geblockte Würfe.

Lernen von Shaq und Stoudemire

Allerdings sieht Robin bei den Suns auch nur 10,4 Minuten Spielzeit - 19,5 Minuten weniger als Brook in New Jersey. Auch weil an O?Neal und Stoudemire in Phoenix vorerst kein Vorbeikommmen war.

Doch bereits beim Draft bemerkte Robin, dass dies kein Nachteil ist. "Ich hoffe, dass ich von den beiden viel lernen kann", sagte er im Juni.

Durch die Verletzung von Stoudemire kann "Tingeltangel-Rob" nun in die Bresche springen und zeigen, dass er für ähnliche Zahlen wie sein Zwillingsbruder in New Jersey sorgen kann. Am Stanford College hat er es bereits bewiesen.

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