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Die Chicago Bulls wählten Derrick Rose mit dem ersten Pick beim Draft 2008 © getty

Miamis Guard vollführt die Wende gegen New York fast allein. Sein Coach schwärmt. Die Bulls entreißen Houston den Sieg.

Von Rainer Nachtwey

München/Chicago - Einem Titelanwärter dürfte so etwas eigentlich nicht passieren: 5:50 Minuten vor Ende der Partie bei den Chicago Bulls bringt Ron Artest die Houston Rockets mit 99:82 in Führung.

Die Partie scheint entschieden.

Doch knappe sechs Minuten später schleichen die Rockets wie geprügelte Hunde von Dannen, während die Bulls ihr irres Comeback feiern.

Mit 105:102 setzten sich die Gastgeber gegen Houston durch und feierten im Rennen um die Playoffplätze einen ganz wichtigen Erfolg.

Salmons blockt Houstons letzten Wurf

"Das war ein Sieg für die Moral. Ich bin unglaublich stolz auf meine Jungs", sagte Coach Vinny Del Negro, "unsere Einstellung hat mir sehr gut gefallen."

Vor allem auf Rookie Derrick Rose dürfte Del Negro stolz sein. Der Point Guard erzielte 16 seiner 22 Punkte im letzten Viertel und startete gemeinsam mit Ben Gordon den 23:3-Lauf.

22 der 23 Zähler steuerten dabei das Duo Rose/Gordon bei, erst den Schlusspunkt zum 105:102 setzte John Salmons mit einem verwandelten Freiwurf.

Zudem blockte der Neuzugang aus Sacramento einen Dreier-Versuch von Artest, der das Spiel in die Verlängerung geschickt hätte.

Artest: Ein ganz klares Foul

Allerdings mit unlauteren Mitteln, behauptete zumindest der Rockets-Forward. "Das war ein ganz klares Foul", schimpfte Artest, der mit 32 Punkten Topscorer der Partie war.

"Das war eine ganz schlechte Entscheidung, aber jeder macht Fehler. Und das ist auch nicht der Grund warum wir verloren haben?, meinte Artest, um dann noch einmal nachzuschieben: "Aber ich bin gefoult worden."

Schwung ins nächste Spiel mitnehmen

"Das war ganz groß", freute sich Rose nach dem 27. Saisonsieg, der die Bulls auf Tuchfühlung mit den Milwaukee Bucks (109:93 über die Washington Wizards) und Platz acht im Osten hält (Ergebnisse und Tabellen).

Mit einer Bilanz von 27:33 liegt Chicago zwei Siege hinter dem Konkurrent aus Wisconsin, der 29 Erfolge bei 33 Niederlagen aufweist.

"Wir müssen nach so einem Erfolg nun auch mal nachlegen", fordert Rose. "Jedes Mal wenn wir so einen großen Sieg einfahren, verlieren wir die nächsten zwei Spiele. Wir müssen den Schwung mit ins nächste Spiel nehmen."

Dennoch gab es für Chicago noch einen Rückschlag zu verdauen. Luol Deng zog sich einen Ermüdungsbruch im Schienbein zu und wird voraussichtlich bis Saisonende fehlen.

Miami Heat - New York Knicks 120:115

Eine ähnliche Aufholjagd wie im United Center von Chicago gab es auch in Miami. Die Heat setzten sich gegen die New York Knicks 73227(DIASHOW: Die überteuertsten NBA-Profis) nach einem 19:0-Lauf im letzten Viertel mit 120:115 durch.

Garant des Erfolgs war wieder einmal Dwyane Wade. Der Olympiasieger steuerte bei dem Lauf der Gastgeber 15 Punkte bei, der die Heat mit 107:103 in Front brachte. Insgesamt kam der Shooting Guard auf 46 Punkte. Zudem gab er zehn Vorlagen und schnappte sich acht Rebounds.

Blick wie bei den Dallas-Finals

"Er hatte diesen Blick drauf, den er schon bei den Finals 2006 gegen Dallas gezeigt hat", begründete Coach Erik Spoelstra dessen Gala.

Wade - in der Finalserie gegen die Mavericks zum MVP ernannt - war nach einem Foul die Unterlippe aufgeplatzt und musste nach der Partie mti drei Stichen genäht werden. "Dadurch war ich unheimlich angestachelt", sagte der 27-Jährige. "Wenn ich sauer bin, attackiere ich noch mehr.

Bei den Gästen war Nate Robinson mit 29 Zählern bester Werfer. David Lee gelang mit 18 Punkten und 13 Rebounds sein 23. Double-Double in Serie.

Philadelphia 76ers - Orlando Magic 100:106

Nach der überraschenden Niederlage gegen die zuletzt schwächelnden Detroit Pistons haben sich die Orlando Magic mit einem Sieg in Philadelphia zurückgemeldet. Bei den 76ers siegte das Team aus Florida durch einen 36:20-Schlussspurt im letzten Viertel mit 106:100.

Dabei kam Dwigth Howard diesmal nur auf zwölf Punkte und acht Rebounds. Für den Center sprangen Hedo Türkoglu und Rashard Lewis in die Bresche, die jeweils 23 Punkte zum Erfolg beisteuerten.

Mit einer Bilanz von 43:16 liegen die Magic auf Rang drei im Osten, während die 76ers mit 29 Erfolgen bei 29 Niederlagen Rang sechs der Eastern Conference einnehmen.

Weitere Ergebnisse:

Los Angeles Clippers - Charlotte Bobcats 95:100Beste Werfer: Zach Randolph 33 - Emeka Okafor 28

Utah Jazz - Sacramento Kings 102:89Beste Werfer: Mehmet Okur, Ronnie Brewer 26 - Kevin Martin

Milwaukee Bucks - Washington Wizards 109:93Beste Werfer: Charlie Villanueva 25 - Antawn Jamison 21

Memphis Grizzlies - Oklahoma City Thunder 92:99Beste Werfer: Rudy Gay 20 - Jeff Green 27

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