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Der Milliarden Dollar schwere Mark Cuban ist seit 2000 Besitzer der Mavericks © getty

Die Niederlage in Oklahoma City will Mavericks-Besitzer Cuban nicht einfach so abhaken: Er droht den Spielern mit dem Rauswurf.

Von Roland Schekelinski

München/Dallas - In Dallas liegen die Nerven blank.

Mavericks-Besitzer Mark Cuban ist dafür bekannt, dass er sich im Zweifelsfall eher schützend vor seine Mannschaft stellt.

Nach der peinlichen Pleite bei den Oklahoma City Thunder am vergangenen Montag ist Cuban allerdings der Kragen geplatzt. Und zwar so sehr, dass er seinen Spielern mit dem Rauswurf droht.

Rick Carlisle hatte wohl schon direkt nach Spielschluss gewusst, dass die Niederlage bei der personell angeschlagenen Thunder noch ein Nachspiel haben würde. (Spielbericht Thunder - Mavericks)

"Das war eine erbärmliche Vorstellung", schlug der Head Coach der Dallas Mavericks am Montag nach dem 87:96 schon mal im vorauseilenden Gehorsam verbal auf sein Team ein. "Mark Cuban ist derjenige, mit dem ich heute Abend mitfühle. Er lebt und stirbt für diesen Klub. Coaches, Spieler, Betreuer - wir alle sollten uns was schämen."

Doch diese Standpauke war noch nichts im Vergleich zur bald darauf folgenden Abrechnung seines Chefs.

"Dieses Spiel werde ich mir merken"

"Wenn Spieler es nicht schaffen, jedes Spiel ernst zu nehmen und auch so zu spielen, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass sie nächste Saison noch hier sein werden", wird Cuban in der "Dallas Morning News" zitiert.

Cuban, der bei der Auswärtspartie in Oklahoma City nicht dabei war, kommen offenbar Zweifel am Engagement einiger Akteure: "Der Einsatzwille und die Energie - sowohl in der Offensive als auch in der Defensive - von jedem einzelnen Spieler wird dessen Zukunft bei den Mavericks entscheiden."

"Es war ein Spiel, dass ich mir merken werde", so Cuban. "Lassen Sie es mich so ausdrücken: Ich war nicht zufrieden mit der Vorbereitung und der Ausführung. Es sah nicht nur so aus, als ob wir keine Idee gehabt haben, was wir da tun. Das alles geschah auch noch ohne den Willen zum Einsatz."

Dallas' Titelträume rücken in weite Ferne

Im Februar 2000 hatte Medien-Unternehmer Cuban die Mavericks gekauft.

Der 50-jährige Milliardär investierte neben dem Kaufpreis von 258 Millionen Dollar weiterhin viel Geld und wohl noch wesentlich mehr Herzblut, um aus einer Grauen Maus der NBA einen Titelkandidaten zu machen.

Im Jahr 2006 wäre der große Wurf fast gelungen. Damals standen die Mavericks gegen die Miami Heat in der Final-Serie, lagen sogar schon mit 2:0 in Führung. Doch Dallas gab die bereits sicher geglaubte Meisterschaft aus den Händen und am Ende triumphierte Miami mit 4:2 Siegen.

Eine Schlappe, an der die Mavericks noch heute zu knabbern haben. Und ob Dallas auch in diesem Jahr die Chance erhält, erneut um den Titel mitzuspielen, ist angesichts der derzeitigen Platzierung in der Western Conference zumindest fraglich.

Zitterpartie im NBA-Westen

Die Mavericks (36 Siege, 24 Niederlagen) rangieren auf dem achten Platz, haben aber die Phoenix Suns (34:26) um Superstar Shaquille O'Neal im Nacken sitzen.

Und der Druck wird bis zu den Mitte April beginnenden Playoffs nicht geringer werden. (Spielplan und Ergebnisse)

"Diese Mannschaft hat das Zeug, um in den Playoffs Spiele zu gewinnen", so Cuban. "Aber das wird nur passieren, wenn alle 15 von den Jungs ihre Aufgabe erkennen und jede Spielsituation ernst nehmen."

Nowitzki: "Haben die Playoffs nicht verdient"

Die Reaktionen aus der Mannschaft nach dem Rundumschlag waren entsprechend kleinlaut. "Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir es nicht verdient, in die Playoffs zu kommen", sagte Dirk Nowitzki. "Wir werden sehen, was uns die letzten 22 Spiele bringen werden." (Nowitzki-Watch)

Zuversicht klingt anders.

"Der Ball wird nun mal eben nicht immer so springen, wie wir es wollen", so Cuban. "Aber jeder Spieler ist für seine eigene Motivation verantwortlich. Wenn es ihnen in den verbleibenden Saisonspielen nicht wichtig erscheint, alles zu geben, dann werden sie hier nicht mehr dabei sein. Es ist mir egal, was sie für Verträge haben. Ich werde eher alle aus dem Kader schmeißen, als den Fans noch einmal solch ein Spiel zuzumuten."

Das scheint wohl auch für Nowitzki zu gelten, der in Oklahoma City mit 28 Punkten immerhin Topscorer war.

Jedenfalls hatte Nowitzki schon Ende Januar angemerkt: "Viele meinen, ich wäre unantastbar. Ich glaube nicht daran."

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