vergrößernverkleinern
Chris Paul wurde 2005 von den Hornets an vierter Stelle gedraftet © getty

Der Olympiasieger verzaubert beim Sieg der Hornets nicht nur das Publikum. Selbst die Mitspieler hören auf zu spielen, nur um zuzusehen.

Von Rainer Nachtwey

München/New Orleans - Es war eine Demonstration, bei der selbst die eigenen Mitspieler ins Staunen kamen:

Olympiasieger Chris Paul hat die New Orleans Hornets zu einem deutlichen 104:88-Sieg über die Dallas Mavericks geführt und die Erfolgsserie fortgesetzt.

Für die Gastgeber war es der sechste Triumph am Stück. Seit Center Tyson Chandler von einer Sprunggelenksverletzung genesen ist, haben die Hornets nicht mehr verloren.

Paul erzielte 27 Punkte und gab 15 Vorlagen, davon allein 12 Zähler und sieben Assists im dritten Viertel, als die Gastgeber den 45:45-Halbzeitstand in eine Acht-Punkte-Führung ausbauten.

"Ich bin froh, dass ich meinen Langen zurück habe. Seit Tyson wieder mitmischt, läuft es richtig rund bei uns", sagte der Matchwinner.

In vollem Lauf den Ball durch die Beine des Gegenspielers

Vor allem bei einer Aktion Mitte des letzten Viertels kamen Chandler und das Publikum nicht mehr aus dem Staunen heraus.

Paul dribbelte den Ball in vollem Tempo durch die Beine von Jason Terry, um ihn dann zurückzupassen auf Rasual Butler, der die spektakuläre Aktion mit einem Dunk abschloss. 75452(Die Bilder vom Spiel)

Chandler schwärmt von Paul

"Das war unglaublich. Das war der beste Move den ich je in meinem Leben gesehen habe. Ich war ungefähr auf Höhe der Mittellinie und dann musste ich einfach aufhören zu laufen und einfach nur zusehen. Unglaublich", kam der Center, der zehn Punkte und elf Rebounds erzielte, nicht mehr aus dem Schwärmen heraus.

Dallas' Point Guard Jason Kidd fasste das Ganze etwas nüchterner zusammen, erkannte aber auch neidlos an: "Er hat die zweite Hälfte kontrolliert. Er hat seine Würfe, immer die richtige Entscheidung getroffen und die richtigen Spielzüge gespielt."

Erstmalige Führung der Mavs

Dabei begann das dritte Viertel richtig gut für die Mavericks.

Nach ausgeglichenen ersten 24 Minuten, in denen der Vorsprung der Hornets meist zwischen einem und fünf Punkten pendelten, erwischte Dallas den besseren Start und ging erstmals durch fünf Punkte in Folge von Dirk Nowitzki, der mit 27 Zählern bester Mavericks-Werfer war, in Front. (STATISTIK: Sport1.de-Nowitzki-Watch)

Paul übernimmt

Doch dann riss Paul das Kommando an sich.

Er bediente zweimal Chandler und zweimal Julian Wright, der für den verletzten Peja Stojakovic in die Starting Five gerückt war, per Lobpass für einen Alley-oop, während die Mavericks ihre Würfe neben oder gegen den Ring setzten, nur nicht in den Korb.

Nowitzki nur Statist

Die Mavericks versuchten die Passwege zu unterbinden, doch dann nahm Paul die Würfe selbst und schenkte so den Mavericks einen nach dem anderen ein.

Zwar unternahmen die Mavs einiges, um dagegen vorzugehen - unter anderem durfte sich Nowitzki an der Verteidigung Pauls erfreuen -, doch der kleine Wirbelwind war einfach nicht zu stoppen, und innerhalb kürzester Zeit führten die Hornets mit 73:61.

"Ich glaube ich habe Dirk ein paar Mal alt aussehen lassen", sagte der Matchwinner mit einem Grinsen. "Wir waren in der ersten Halbzeit einfach nicht aggressiv genug. Wir haben das Tempo zu niedrig gehalten. In der zweiten Hälfte habe ich dann aber das Tempo angezogen. Das ist mein Job." (STATISTIK: Die Tagesbesten)

Kritik und Lob vom Coach

Zu Beginn der letzten zwölf Minuten zogen die Hornets noch einmal an und mit Pauls spektakulärer Aktion gegen Terry war die Partie war entscheiden. 4:45 Minuten vor Ende der Begegnung, beim Stand von 97:76 erhielt der überragende Akteur dann seinen Sonderapplaus und durfte sich die restliche Spielzeit von der Bank aus ansehen.

"In der ersten Hälfte hat mir unser Spiel überhaupt nicht gefallen", kritisierte Hornets-Coach Byron Scott seine Mannschaft, "wir haben ihren Stil adaptiert. Es kam mir vor, als hätten wir die ältere Mannschaft."

Aber Scott legte gleich ein Lob nach: "Im zweiten Durchgang haben die Jungs das dann recht gut gemacht."

Mavs halten nicht dagegen

Dagegen war Dallas' Trainer Rick Carlisle alles andere als zufrieden. "Wir haben in unsere Würfe einfach keine Konstanz reinbekommen. Den ganzen Abend durften wir immer nur einem Rückstand hinterherlaufen. Wir konnten einfach nicht dagegenhalten." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Für den zweitbesten Scorer der Mavericks Josh Howard war die Partie bereits zur Halbzeitpause beendet. Der Small Forward pausierte wegen erneuter Beschwerden am Sprunggelenk den kompletten zweiten Durchgang.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel