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Dirk Nowitzki betreibt bereits seit zwölf Jahren eine Stiftung für Jugendliche © imago

Der neue UNICEF-Botschafter ist heiß auf den NBA-Start in Schrempfs Rolle. Das DBB-Team könne bald "wieder ganz oben mitspielen".

Von Eric Böhm

München - Aufgrund seiner seltenen Heimatbesuche ist er immer ein gefragter Mann, aber für die wichtigen Dinge nimmt sich Dirk Nowitzki Zeit.

Sechs Wochen vor Beginn seiner 16. NBA-Saison ist dem deutschen Superstar nun eine besondere Ehre zuteil geworden: Das Kinderhilfswerk UNICEF hat ihn zum Botschafter ernannt.

Sportlich lief es dagegen nach der Meisterschaft 2011 mit den Dallas Mavericks zuletzt nicht mehr rund.

Obwohl "Dirkules" mit 35 Jahren schon so viel gewonnen hat, ist sein Ehrgeiz ungebrochen. ( 718112 DIASHOW: Der Kader der Dallas Mavericks )

"Er ist der neue Shootingstar"

In gewisser Weise schließt sich der Kreis, denn am 31. Oktober geht es zum Auftakt gegen die Atlanta Hawks mit dem jungen Landsmann Dennis Schröder.

"Das ist schon lustig, ich habe meine NBA-Karriere gegen Detlef Schrempf eröffnet. Das ist eine ähnliche Situation. Ich bin am Ende meiner Karriere und er (Schröder, Anm. der Red.) ist der neue Shootingstar", bestätigt Nowitzki in einem Interview mit dem Deutschen Basketball Bundes (DBB).

Erwartungen an Schröder

Auf den hochtalentierten Point Guard, der wie er selbst in der ersten Draftrunde ausgewählt wurde, hält der MVP von 2007 große Stücke.

Hinter Starter Jeff Teague habe Schröder "in Atlanta eine gute Situation". Das Potenzial für eine lange Karriere in der besten Liga der Welt bringt der 19-Jährige auf jeden Fall mit.

"Es freut mich für ihn, wie es bisher gelaufen ist. Wir hatten ein paar Mal Kontakt, auch über den Draft, und ich wünsche ihm natürlich alles Gute", sagt Nowitzki.

Harris wird profitieren

Die anderen Deutschen hat er auch im Blick, schließlich gibt es in dieser Saison ihn und seinen Ex-Teamkollegen Chris Kaman eingeschlossen gleich fünf in der NBA - mehr als je zuvor.

Speziell Rookie Elias Harris sieht Deutschlands Ikone bei den L.A. Lakers in einer idealen Situation um Erfahrung zu sammeln.

"Mit Kobe (Bryant, Anm. der Red.) und meinem Kollegen Steve (Nash, Anm. der Red.), der sich ja immer um neue und besonders junge Spieler kümmert" sei der Flügelspieler dort "gut aufgehoben".

Ohlbrecht muss kämpfen

Ganz Mentor nimmt Nowitzki dagegen den von ihm einst hart kritisierten Tim Ohlbrecht - bei der EM 2011 forderte er sogar "Timmis" Auswechslung - in die Pflicht:

"In Houston hat er nicht viel Einsatzzeit bekommen und ich hoffe, dass er sich jetzt besser durchsetzen kann." Ohlbrecht wechselte im Sommer zu den Philadelphia 76ers.

Dass trotzdem keiner der deutschen Hoffnungsträger bei der Europameisterschaft in Slowenien dabei war, fand Nowitzki "ein bisschen schade."

"Das Potenzial ist da"

Der Würzburger fieberte natürlich beim "riesen Sieg" über Frankreich und den folgenden Pleiten der Menz-Truppe mit, bange ist ihm für die Zukunft trotz des Verpassens der Zwischenrunde aber nicht.

"Mit Dennis im Aufbau, mit Elias als athletischem Typen und Timmi unter dem Korb hätte es vielleicht gereicht, aber das Potenzial ist da. Während der Saison im Verein muss ständig hart gearbeitet werden, so dass sich auch die Nationalmannschaft von Sommer zu Sommer stärker präsentiert und in naher Zukunft wieder ganz oben mitspielen kann", meint Nowitzki.

Vielleicht streift er mit einer realistischen Aussicht auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro auch noch einmal das Trikot mit der 14 über.

Ehrenvolle Aufgabe

Zunächst steht jedoch sein letztes Vertragsjahr bei den Mavs auf dem Programm, seiner sozialen Verantwortung ist sich der elfmalige All-Star aber immer bewusst.

Schon seit vielen Jahren engagiert sich Nowitzki für wohltätige Zwecke, nach der Geburt seiner Tochter im Juli kam die Zusammenarbeit mit der UNICEF zum optimalen Zeitpunkt.

"Das klingt noch irgendwie ein bisschen surreal. Ich will es möglichst gut machen. Klar ist, jetzt geht die Saison bald los, und das steht im Vordergrund. Aber nächsten Sommer hätte ich schon Lust, mir da einige Projekte anzuschauen und die dann auch zu unterstützen", verspricht Nowitzki. Die Zeit wird er sich nehmen.