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Chris Bosh (M.) ist mit 22,8 Punkten und 9,4 Rebounds noch der beste Raptor © getty

Toronto wurde als Geheim-Favorit für die Playoffs gehandelt. Doch zu diesen fehlen ihnen aktuell sechs Plätze.

Von David Lemmer

München - Vorletzter der Eastern Conference, 23:41-Siege und fünf Niederlagen in Folge (DATENCENTER: Ergebnisse): Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache.

Selbst die optimistischsten Fans der Toronto Raptors glauben nicht mehr an die Playoffs.

Vor Monaten galt das Team aus Kanada als heißer Tipp. Heute findet es in den Playoff-Diskussionen nicht mal mehr eine Erwähnung.

"Mir macht es nichts mehr aus"

Der Superstar des Teams, Chris Bosh, erreichte bei der 101:109-Niederlage gegen die Utah Jazz am Sonntagabend zum neunten Mal mindestens 30 Punkte und zehn Rebounds und stellte damit einen Saison-Bestwert in der Liga auf - doch auch er beginnt zu resignieren.

Nach dem Spiel erklärte er kapitulierend: "Mir macht es nichts mehr aus, eine weitere Niederlage erklären zu müssen".

Kampfansagen hören sich anders an. Es sind Durchhalteparolen, wenn Bosh sagt: "Niederlage ist Niederlage. Ich mache einfach weiter".

Verpasste Chancen

"Dieses Jahr sind wir im Stande, gegen jedes Team zu verlieren. Dabei wären wir auf der anderen Seite auch in der Lage, jedes Team zu schlagen", bilanzierte Anthony Parker.

Bosh trauert verpassten Gelegenheiten nach: "Wir hatten so viele Chancen, die Wende herbeizuführen, aber es gelang nie."

Der Heimspiel-Monat

Auch wenn im Monat März von elf Spielen satte neun in der heimischen Halle ausgetragen werden, gibt es keine ernsthaften Anzeichen auf Besserung.

Punktuelle Erfolge gegen Top-Teams sind Fehlanzeige, die Kanadier siegten noch nicht einmal dreimal in Serie.

Dazu verlor man gegen vermeintlich kleine Nummern wie Oklahoma oder Memphis. Statistisch gesehen spricht ebenso wenig dafür, dass Toronto den Heimvorteil diesen Monat in Siege umwandeln kann. Nur zwölf von 18 Partien entschied man daheim für sich.

Und was die März-Heimspiele betrifft, startete das Team von Jay Triano mit zwei Pleiten gegen die Miami Heat und eben am Sonntag die Utah Jazz.

Schon mit den Planungen im nächsten Jahr?

Gegen die Heat zeigte sich, dass man auf Jermaine O'Neal in derzeitiger Form durchaus verzichten kann.

Shawn Marion, der im Gegenzug kam, lässt aber keine Vorteile auf dem Parkett erkennen.

Allerdings haben die "Raps" die Möglichkeit, am Ende der Saison Marion ziehen zu lassen und so 15 Millionen Dollar Spielraum zu schaffen.

Es lässt sich nur darüber spekulieren, ob diese Überlegung beim Trade eine Rolle spielte und man so die laufende Saison schon abhakte.

Interesse an Delfino-Rückkehr

Dass man mit den Gedanken bereits in der nächsten Spielzeit ist, lässt sich auch an der Meldung ablesen, dass man Carlos Francisco Delfino zurückholen will.

Der Argentinier spielte bereits in der Saison 2007/2008 für die Raptors, ging nach der Saison aber als Free Agent zum russischen Klub Khimki BC. Für einen Drei-Jahres-Vertrag erhält er dort zwölf Millionen Dollar.

Torontos Manager Bryan Colangelo hält Delfino für eine gute Option und soll bereit sein, potentiellen Anfragen anderer NBA-Klubs die Stirn zu bieten.

Zwar kam Delfino in Toronto nur auf einen Schnitt von 9,0 Punkten, 4,4 Rebounds und 1,8 Assists, jedoch zeichnet er sich als vielseitiger Spieler aus und behauptete sich als hilfreiche Reserve-Kraft.

All dies sind Überlegungen für die Zukunft. Derzeit ist Playoff-Kampf und mit dem haben die Raptors dieses Jahr weniger zu tun, als die meisten dachten.

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