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Ungleiche Giganten: Shaquille O'Neal neben Kings-Mitbesitzer Mark Mastrov © getty

O'Neal steigt bei den von ihm verspotteten Kings ein und verspricht Superlative. Einer Milliardärstocher gibt er Dating-Tipps.

Von Eric Böhm

München - Die Ära der "Shaqramento" Kings hat begonnen.

Noch vor wenigen Wochen schien Kaliforniens Hauptstadt von der Landkarte der NBA zu verschwinden, nun ist Sacramento dank des wohl charismatischsten Superstars der vergangenen Jahre in aller Munde.

Center-Gigant und Hobby-Philosoph Shaquille O'Neal steigt als Teilhaber des neuen Eigentümers Vivek Ranadive ein und hat als König der Spitznamen gleich die neue Bezeichnung mitgebracht.

Shaq verspricht beste Arena der Welt

"Wir leiten hier ein neues Zeitalter ein. Ich möchte Vivek und der Stadt danken, dass sie mich akzeptiert haben. Von jetzt an heißt die Hauptstadt Kaliforniens Shaqramento", sagte O'Neal bei seiner Vorstellung.

Der zukünftige Hall-of-Famer hat mit den Kings große Pläne. Neben "der Rückkehr zu alter Stärke" wird es eine neue, hochmoderne Arena im Herzen der Metropole Nordkaliforniens geben.

"Es wird die erste komplett bargeldlose Arena. Auf deinem Handy findest du die Plätze, die Toiletten und die Verpflegungsstände. Es wird die beste Arena der Welt", versprach der "Diesel".

Mit Chris Mullin als Berater

Seine bereits seit Jahren bestehende Beziehung zu Fitness-Guru Mark Mastrov machte das überraschende Bündnis möglich.

Mastrov hatte gemeinsam mit Ranadive und Sacramentos Bürgermeister Kevin Johnson, langjähriger Point Guard der Phoenix Suns, die Umsiedlung der Kings nach Seattle verhindert.

Ranadive zahlte im Mai 530 Millionen Dollar für das Team an die Maloof-Brüder und holte seitdem die NBA-Experten Pete D'Alessandro als Manager, Mike Malone als Trainer und Hall-of-Famer Chris Mullin als Berater ins Boot.

D'Alessandro war zuletzt am herausragenden Aufbau der Denver Nuggets zu einem Spitzenteam der Western Conference beteiligt.

Dating-Tipps für Ranadives Tochter

O'Neals Beteiligung ist jedoch unbestritten der größte Coup, auch wenn die Kings zunächst nicht verraten wollten, wie groß sein Anteil ist. "The Big Aristotle" ist das neue Gesicht.

"Er ist ein großer Poet. Als er bei mir zu Hause war, sprachen wir über Basketball und viele andere Dinge. Nebenbei gab er meiner Tochter Dating-Tipps und half meinem Sohn in den sozialen Netzwerken", erzählt Ranadive.

Dabei mussten sich die Fans erst an den Gedanken gewöhnen, schließlich galt O'Neal während seiner Zeit bei den verhassten L.A. Lakers als Feindbild Nummer eins.

Auf der anderen Seite der Front

Mit seiner Dynastie verhinderte er zu Beginn des neuen Jahrtausends nicht nur einen Finaleinzug der großen Kings-Teams um Chris Webber, Mike Bibby oder Peja Stojakovic.

Nach den extrem umkämpften West-Finals 2002 bezeichnete der wahre "Superman" die Verlierer als "Sacramento Queens". O'Neal selbst sah dies als "ultimatives Kompliment."

"Es war nichts Persönliches. Wir hatten Angst vor der Umgebung. Hier war es immer schwer, zu gewinnen. Diese Angst der Gegner wollen wir wieder herstellen", betonte der heute 41-Jährige.

Der große Riecher

Der "Big Galactus" hat trotz aller Show wieder einmal das richtige Gespür bewiesen. Egal ob Rap-Musik, Film und Fernsehen, seine Arbeit als TV-Experte, Immobiliengeschäfte oder soziale Netzwerke: O'Neal ist immer zur richtigen Zeit da und feiert Erfolge wie kaum ein anderer Ex-Spieler.

Auch durch den Eigner-freundlichen neuen Tarifvertrag ist der Einstieg bei einer NBA-Franchise so lukrativ wie nie.

Der Mann mit einem Doktortitel von der Barry University wird aber nicht nur als Geschäftsmann und Werbefigur auftreten, vielmehr liegt ihm ein Spieler besonders am Herzen.

Mentor für Skandalnudel Cousins

Der oftmals als Skandalnudel in Erscheinung getretene Center DeMarcus Cousins soll "der zentrale Baustein der Zukunft" werden.

O'Neal will den 23-Jährigen zu einer Führungspersönlichkeit formen - wie es einst Phil Jackson bei den Lakers mit ihm gemacht hatte.

"Glaubt es oder nicht, wir sind ähnliche Spieler. Unsere Persönlichkeiten sind unterschiedlich. Er ist eher introvertiert. Ich will ihm helfen, sich weiterzuentwickeln", bestätigte der 15-malige All-Star.

"Shaqramento" ist geboren.

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