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Dwayne Wade (l.) und Jamario Moon (r.) feiern den Sieg. Zusammen kamen sie auf 61 Punkte © getty

Miami geht gegen die Bulls zweimal in die Overtime. Dwyane Wade beweist mit einer überragenden Leistung erneut MVP-Qualitäten.

Von David Lemmer

München - Hollywood hätte das Drehbuch nicht dramatischer schreiben können:

Der Buzzer zum Ende der zweiten Verlängerung ertönt, und der Ball von Dwyane Wade ist noch in der Luft. Elektrisiert verfolgt die Halle die Flugbahn des Balles.

Für einen Moment herrscht absolute Stille. Dann das erlösende Geräusch des Treffers. Die Miami Heat gewinnen durch Wades Dreier 130:127 gegen die Chicago Bulls.

Chicago 13 Punkte vorn

Michael Beasley verstand die Leistung seines Mitspielers nicht recht: "Er kommt jeden Tag und sagt 'Ich bin müde. Ich fühle mich heute nicht so gut.' Wenn 40, 46, 47 Punkte 'müde' sind, möchte ich ihn gerne mal in Topform erleben."

Zu Beginn der Partie konnte noch keiner ahnen, was für ein Spiel diese Begegnung werden sollte, die LeBron James in Glückwünschen an den Matchwinner Wade mit den Worten "ein Spiel, von dem man noch den Enkeln erzählen wird", treffend einordnete.

Miami lag mit 1:11 zurück und Chicago machte das Spiel. Kurzzeitig erhöhten die Gäste in der ersten Hälfte ihren Vorsprung sogar auf 13 Zähler.

Schlagabtausch mit Gordon

Aber Miami Shooting Guard war, entgegen seiner Vorhersagung, von Beginn an wach. Eine Sekunde vor Schluss des zweiten Viertels schickte er die Bulls durch einen Last-Minute-Treffer mit Rückstand in die Kabine.

In der zweiten Hälfte nahm Wades Gegenüber, Ben Gordon, das Heft noch einmal in die Hand und brachte sein Team durch 14 Punkte hintereinander mit 104:101 in Front.

Die Uhr zeigte noch 20,7 Sekunden an. Ausreichend Zeit für Wade mit einem Dreier auszugleichen und in die Overtime zu gehen. Spätestens jetzt war Ben Gordon klar: "Wer auch immer die letzte starke Aktion macht, gewinnt".

"Ich war mir sicher"

Um ein Haar wäre die letzte Aktion des Spiels ein Korbleger gewesen. Wieder war es Wade, der eine Sekunde vor Schluss mit dem Rücken zum Korb ansetzte, aber verfehlte. Es ging in die zweite Overtime.

Miami-Coach Erik Spoelstra hatte die zweite Overtime schon abgehakt, da nahm sein Star-Spieler "den Bullen" John Salmons auf die Hörner. Die Uhr zeigte noch drei Sekunden. Ein paar schnelle Schritte blieben ihm noch, dann der hastige Wurf.

Wade war klar: "Man weiß nie vorher, ob er drin ist, aber bei diesem war ich mir zu 99,9 Prozent sicher". Und er behielt recht. Die Referees brauchten noch zwei Minuten, um darüber zu diskutieren, ob der Treffer zählt und gaben dann grünes Licht. Die Halle bebte.

Dwyane Wade - ein wahrer MVP?

Und sogar Miamis Coach Spoelstra geriet in Euphorie: "Wenn Herr Dwyane Tyrone Wade Jr. (STATISTIK: Die Tagesbesten) nicht als MVP in Frage kommt, dann weiß ich nicht, was er noch alles anstellen muss".

Angesprochen auf die Playoffs fügte er begeistert an: "Wir sind momentan ein Anwärter auf die Playoffs, und Abend um Abend bringt Wade unglaubliche Spiele wie diese".

Seine 48 Punkte an diesem Tag sind für Dwyane Wade mittlerweile nicht mehr unglaublich.

Und ein Double-Double noch dazu

Es war bereits sein 78. Spiel mit zweistelliger Punktezahl und dazu machte er in den vergangenen 19 Spielen stets mindestens 20 Punkte. Nebenbei steuert er auch noch zwölf Assists bei.

Auf Seiten der Chicago Bulls war Ben Gordon mit ebenfalls überragenden 43 Punkten bester Werfer. Doch aus dem Schatten der Wade-Show halfen sie ihm nicht.

Miami ist Fünfter im Osten (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen), Chicago verpasste es, Milwaukee auf dem letzten Playoff-Rang abzulösen.

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