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Die Mutter von Jerryd Bayless (l.) wurde in Berlin geboren © getty

Memphis-Guard Jerryd Bayless erklärt im SPORT1-Interview sein Interesse, für Deutschland aufzulaufen. Der DBB hat Interesse.

Von Dean Walle und Eric Böhm

Los Angeles/München - Bekommt die deutsche Basketball-Nationalmannschaft den nächsten NBA-Star?

Neben den aktuell in der stärksten Liga der Welt aktiven vier Deutschen um Dirk Nowitzki bietet sich nun ein weiterer Hochkaräter an: Jerryd Bayless (Die NBA 3 x wöchentlich LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Der 25 Jahre alte Point Guard der Memphis Grizzlies hat eine deutsche Mutter und würde in Zukunft gern an Nowitzkis Seite für Deutschland auflaufen, wie er im SPORT1-Interview erklärt.

Den deutschen Verband lässt das aufhorchen.

Der DBB werde die "Personalie genau prüfen", kündigt DBB-Sportdirektor Peter Radegast, auf SPORT1-Nachfrage an. "Grundsätzliches Interesse" bestehe.

Schlüsselrolle bei den Grizzlies

Wer ist Jerryd Bayless? Der 25-Jährige nimmt als Scorer von der Bank eine wichtige Rolle bei den Grizzlies ein und ist ein Wirbelwind.

Nach einigen Startschwierigkeiten hat Memphis mittlerweile die Identität der letzten Saison wieder angenommen auf Vorjahresniveau, als erstmals die Western Conference Finals erreicht wurden.

Im Exklusiv-Interview mit SPORT1 spricht Jerryd Bayless über die Möglichkeit, für Deutschland zu spielen, Nowitzki, Dennis Schröder, den Trainerwechsel der Grizzlies von Lionel Hollins zu David Joerger und die Rivalität mit den Los Angeles Clippers.

SPORT1: Mr. Bayless, Ihre Mutter ist in Berlin geboren. Hätten Sie eigentlich Interesse, für Deutschland zu spielen?

Jerryd Bayless: Grundsätzlich ja. Wenn Dirk Nowitzki spielt, wäre ich daran interessiert, auch zu spielen. Mal sehen, wie die Saison so läuft.

SPORT1: Hat Ihre Mutter noch die deutsche Staatsbürgerschaft?

Bayless: Leider nicht. Und ich habe für die U 19 der USA gespielt. Ich weiß deswegen nicht mal, ob es möglich wäre, für Deutschland zu spielen.

SPORT1: Sie sind nach der Saison ein Free Agent. Hätte das einen Einfluss darauf, ob Sie spielen oder nicht?

Bayless: Nein. Das hätte keinen Einfluss darauf.

SPORT1: Sie haben in dieser Saison schon gegen die Dallas Mavericks gespielt. Ist Nowitzki Ihrer Meinung nach wieder der Mann, der er vor seiner Knieverletzung war?

Bayless: Dirk wird immer Dirk sein. Er ist ein fantastischer Spieler. Die Dinge, die er macht, kann man niemandem beibringen. Es macht Spaß, gegen ihn zu spielen und ihn spielen zu sehen.

SPORT1: Kennen Sie die anderen deutschen Nationalspieler in der NBA, Dennis Schröder, Chris Kaman und Elias Harris?

Bayless: Ich wusste gar nicht, dass Elias Harris Deutscher ist. Chris Kaman und Dennis Schröder kenne ich natürlich. Gegen Dennis habe ich das erste Mal in der Vorbereitung gespielt.

SPORT1: Ihr Eindruck?

Bayless: Er ist ein guter junger Point Guard. Es wird natürlich noch eine Weile dauern bis er da angekommen ist, wo er hin möchte. Er hat das Zeug, um ein wirklich Guter in dieser Liga zu werden.

SPORT1: Dennis selbst vergleicht sein Spiel gerne mit dem von Rajon Rondo...

Bayless: Das ist ein sehr heftiger Vergleich. Aber es ist immer gut, sich hohe Ziele zu stecken und groß zu träumen. Hoffentlich schafft er das.

SPORT1: Wie war der Übergang in Memphis von Lionel Hollins zum neuen Coach David Joerger?

Bayless: Ich glaube, mein Spiel hat sich nicht groß verändert. Aber auch als Team finden wir langsam unseren Rhythmus. David hat bisher einen guten Job gemacht - Lionel Hollins in der letzten Saison allerdings auch. So viel hat sich eigentlich gar nicht geändert. Es läuft also bisher sehr ordentlich (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

SPORT1: Hat sich im Spielsystem oder in der Defense gar nichts verändert?

Bayless: Wir haben am Anfang einige Sachen ausprobiert, aber die haben nicht so funktioniert, wie wir uns das erhofft hatten. Also machen wir wieder das, was uns letztes Jahr so stark gemacht hat. Langsam wachsen wir als Mannschaft wieder zusammen. Jetzt klappt es wieder. Wir müssen einfach weiterhin den richtigen Basketball spielen. Als Mannschaft den Ball laufen lassen und knallhart verteidigen. Dann wird alles gut laufen..

SPORT1: Ist das Team durch die erfolgreichen längeren Auswärts-Trips wieder zu einer Einheit geworden.

Bayless: Ja, das denke ich schon. Die Trips schweißen uns zusammen. Wir verstehen uns alle sehr gut. Wir sind quasi in der Saison eine Familie.

SPORT1: Gibt es einen Erzrivalen in der NBA für die Grizzlies?

Bayless: Ich bin mir nicht sicher, aber mit den Los Angeles Clippers haben wir so etwas Ähnliches wie eine Rivalität. Die letzten beiden Jahre sind wir in den Playoffs aufeinander getroffen. Und zwischen uns und denen geht es immer ordentlich zur Sache. Es macht Spaß.

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