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Rick Carlisle wollte nach seiner Herausstellung auf den Schiedsrichter losgehen © getty

Der Referee wirft den Trainer raus, dem Gegner gelingt ein 30:8-Lauf, und am Schluss nur Fahrkarten: Für Dallas läuft in Atlanta alles schief.

Von Rainer Nachtwey

München/Dallas - 2:46 Minuten sind im zweiten Viertel zwischen den Atlanta Hawks und den Dallas Mavericks noch zu spielen:

Dirk Nowitzki und Josh Smith ziehen, zerren und drücken unter dem Korb.

Bis es Mavs-Coach Rick Carlisle zu bunt wird: Der Trainer stürmt auf Schiedsrichter Derrick Stafford zu.

Ein Pfiff und Carlisle erhält vom Referee ein technisches Foul.

Carlisle schreit weiter auf ihn ein, bis der Schiedsrichter ihn aus dem Innenraum der Philips Arena wirft.

Carlisle beschönigt Ausraster

Zwar lief es nach dem Rauswurf ihres Trainers durch den Unparteiischen nur kurzzeitig besser, am Ende unterlagen sie dennoch mit 87:95.

"Dirk wurde die ganze Zeit gehalten und geschubst. Eben gefoult. Ich habe den Schiedsrichter darauf hingewiesen, diese Fouls doch mal zu pfeifen. Ich habe mich beschwert und daraufhin hat er mich rausgeworfen", beschönigte Carlisle seinen Ausraster an der Seitenlinie.

"Flip" dreht auf

Was ihn zu dieser Zeit auf die Palme brachte, waren wohl weniger die Entscheidungen der Schiedsrichter - die Mavericks erhielten in der ersten Hälfte keinen einzigen Freiwurf -, vielmehr die desolate Vorstellung seiner Mannschaft im zweiten Abschnitt.

Nachdem sie einen Acht-Punkte-Vorsprung herausgespielt hatten - 33:25 bei noch 9:38 Minuten zu spielen -, leisteten sich die Mavericks einen Fehlwurf nach dem anderen und dazu etliche Turnover, die insbesondere Ronald "Flip" Murray zu einfachen Punkten nutzten.

Der Bankspieler kam in dieser Phase auf zehn Punkte, einen Assist, zwei Steals und zog zudem noch ein Offensivfoul von Brandon Bass.

16 gegnerische Punkte in Serie

"Wir haben im ersten Viertel sehr gut begonnen", sagte Jason Kidd: "Aber im zweiten Abschnitt haben wir gespielt, als hätten wir alles verlernt. Das war die Wende zu ihren Gunsten."

Einen Acht-Zähler-Rückstand drehten die Hawks innerhalb von fünf Minuten in eine Acht-Punkte-Führung (41:33).

Bis zu Carlisles Ausraster legte Atlanta in Durchgang zwei einen 23:6-Lauf hin, den sie sogar auf 30:8 ausbauten. Mit 56:45 ging es in die Pause.

Stetes Auf und Ab

"Danach war es ein stetes Auf und Ab. Wir haben ein paar Mal sehr gut verteidigt und sie gestoppt, dann aber unsere Dreier nicht getroffen", führte Kidd aus, der auf acht Punkte, acht Rebounds und sechs Assists kam.

"Wir haben uns in der zweiten Hälfte zurückgekämpft, waren aktiv, haben die richtige Antwort gefunden", versuchte Nowitzki dem Spiel etwas Positives abzugewinnen: "Wir haben gut gereboundet und keinen Ball verloren gegeben. Wir haben sehr gut verteidigt, nur eben unsere Würfe nicht getroffen." (STATISTIK: Sport1.de-Nowitzki-Watch)

Eine Fahrkarte nach der anderen

Insbesondere im letzten Abschnitt, nachdem die Mavs zwischenzeitlich auf 76:78 verkürzt hatten.

Kidd und Jason Terry setzten im finalen Durchgang einen Wurf von jenseits der Dreierlinie nach dem anderen an den Ring, neben den Ring, nur nicht in den Korb hinein.

Keiner ihrer acht Versuche fand das Ziel.

Verteidigung macht es aus

Aber auch Nowitzki, mit 23 Punkten bester Werfer, fand im Schlussviertel nicht zu seiner Sicherheit. Er traf nur einen von vier Würfen und kam gemeinsam mit Dallas' zweitbesten Scorer Terry in den letzten zwölf Minuten nur auf eine Quote von 20 Prozent (2 aus 10).

"Im letzten Viertel zählt's und wir spielen dieses Jahr ziemlich gut im letzten Viertel", sagte Atlantas Coach Mike Woodson.

"Unsere Verteidigung hat uns den Sieg beschert", brachte es Atlantas Topscorer Joe Johnson auf den Punkt. Mit 24 Zählern war der Shooting Guard bester Werfer der Partie.

Center Al Horford pflichtete Johnson bei: "Jedes Mal, wenn sie einen Lauf gestartet haben, haben wir sie beim nächsten Ballbesitz gestoppt."

Ein Center dreht auf

Einer der wenigen Lichtblicke bei den Mavericks war Ryan Hollins. Der Neuzugang aus Charlotte ersetzte den am Knie verletzten Erick Dampier in der Starting Five und überzeugte besonders in der Offensive.

Der Center erzielte 13 Punkte, schnappte sich sieben Rebounds, davon sechs am gegnerischen Brett, und ließ vor allem durch spektakuläre Dunks aufhorchen.

Allerdings sah Hollins in der Verteidigung nicht immer gut aus.

Sieben Siege in Serie

Für die Mavericks war die Pleite in Georgia die dritte aus den letzten vier Partien. Dennoch weisen sie auf einen Nicht-Playoffplatz vier Siege Vorsprung auf. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Bei den Hawks geht der Höhenflug hingegen weiter. Der Sieg über die Mavs war der siebte in Folge.

Eine ähnliche Erfolgsserie gelang ihnen vor ziemlich genau 30 Jahren, als sie vom 21. Februar bis zum 11. März 1979 in acht Spielen ungeschlagen blieben.

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